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Berlin (ots) - Die Bundesärztekammer warnt vor medizinischen Diagnostikangeboten
in Drogeriemärkten. Gesundheitschecks, die ohne ärztliche Einbindung
durchgeführt werden, bergen erhebliche Risiken für Patientinnen und Patienten.
"Medizinische Diagnostik lässt sich nicht im Vorbeigehen erledigen. Messungen in
Drogerien vermitteln den Eindruck von Sicherheit, liefern aber lediglich
isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext. Das kann Menschen unnötig
verunsichern - oder sie im Gegenteil in falscher Sicherheit wiegen und
notwendige Behandlungen gefährlich verzögern", betont
Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.
Er weist darauf hin, dass ärztliche Behandlung weit über das Ablesen einzelner
Messwerte hinausgeht. "Zu einer verantwortungsvollen Diagnostik gehören
Anamnese, körperliche Untersuchung, gegebenenfalls differenzialdiagnostische
Überlegungen sowie eventuell die gemeinsame Entscheidung über therapeutische
Maßnahmen", so Reinhardt. Nur Ärztinnen und Ärzte könnten Befunde im
Gesamtzusammenhang einordnen und medizinisch verantwortbare Entscheidungen
treffen. "Damit diese fachliche Verantwortung nicht unterlaufen wird, ist der
Gesetzgeber dringend gefordert, klare Grenzen zu ziehen und solche Angebote
konsequent zu regulieren und - wo erforderlich - vollständig zu untersagen", so
der Bundesärztekammer-Präsident.
Die in Drogerien angebotenen Gesundheitsdienstleistungen - etwa
Hautuntersuchungen, sogenannte Augenscreenings mittels KI oder Blutdiagnostik -
erforderten umfassende Fachkunde und eine ärztliche Einordnung der Ergebnisse.
"Gerade bei der Blutdiagnostik können präanalytische Fehler bei der
Blutentnahme, falsche Lagerung oder verzögerter Probentransport Laborwerte
erheblich verfälschen", warnt Reinhardt. Hinzu komme, dass Drogeriemärkte weder
personell noch räumlich auf medizinische Notfälle wie Kreislaufkollapse oder
akute Komplikationen vorbereitet seien. "Wer diagnostische Leistungen anbietet,
trägt Verantwortung - und diese lässt sich in einem Ladengeschäft ohne
medizinische Infrastruktur schlicht nicht erfüllen."
Arztpraxen böten dagegen einen geschützten Rahmen für medizinische Beratung und
Behandlung. "Hier werden gesundheitliche Fragen kompetent, vertraulich und mit
dem notwendigen Einfühlungsvermögen behandelt. Berufsrechtliche Vorgaben stellen
zudem sicher, dass Beratung und Behandlung mit der erforderlichen Sorgfalt
erfolgen", so Reinhardt.
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