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Osnabrück (ots) - Osnabrück. Angesichts der Debatte um die Reform der
Erbschaftssteuer hat die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi
Reichinnek, eine grundlegende Überarbeitung des Systems gefordert. "Die
Erbschaftssteuer ist in ihrer aktuellen Ausgestaltung massiv ungerecht", sagte
Reichinnek gegenüber unserer Redaktion.
Mit Bezug auf Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
kritisierte sie, dass "Überreiche" Privilegien genössen, während kleine
Erbschaften teilweise deutlich höher besteuert würden als Milliarden-Vermögen.
Es sei höchste Zeit, bestehende Schlupflöcher zu schließen, um ein faires System
für alle durchzusetzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Reichinnek wies zudem Befürchtungen zurück, wonach eine strengere Besteuerung
den Fortbestand von Unternehmen gefährden könnte: "Der Aufschrei, dass
Unternehmen dadurch pleitegehen würden, ist nichts als Ablenkung." Durch
Stundungsregelungen könne die Steuerlast über 20 Jahre gestreckt werden, was für
gesunde Unternehmen ohne Probleme möglich sei.
Gleichzeitig erteilte die Linken-Fraktionschefin dem Modell einer sogenannten
Flat Tax eine klare Absage. Die Idee eines gleichen Steuersatzes unabhängig von
der Höhe des Erbes nannte Reichinnek "absurd". Eine solche Reform würde kleine
Erbschaften stärker belasten, Superreiche schonen und die Ungleichheit im Land
weiter verschärfen. "Wenn wir eines nicht brauchen, dann sind es noch mehr
Vergünstigungen für Überreiche."
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