|
Berlin (ots) - Richtlinie birgt weiterhin große finanzielle und operative
Risiken für die europäische Pharmabranche
Weil die europäische Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) in ihrer jetzigen Form
weiterhin eine Bedrohung des Pharmastandortes Europa darstellt und auch bei der
Arzneimittelversorgung in Deutschland für Einschränkungen sorgen könnte, bleibt
sie eines der wichtigsten europapolitischen Themen von Pharma Deutschland.
Im Jahr 2025 ist es in enger Abstimmung mit den europäischen Pharmaverbänden
gelungen, die massiven Folgen, die sich aus der Richtline für die europäische
Arzneimittelproduktion und -versorgung ergeben, zurück auf die europapolitische
Agenda zu bringen. Dazu haben auch die Klagen deutscher und anderer
Pharmaunternehmen vor dem Europäischen Gericht, die von Pharma Deutschland als
Streithelfer unterstützt werden, beigetragen.
Pharma Deutschland hat sich für 2026 vorgenommen, insbesondere die beklagte
Anwendung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) kritisch zu
hinterfragen. Zudem möchte der Verband darauf hinweisen, dass ein zentraler
Mechanismus der EPR, die Lenkungswirkung hin zu ökologisch besser verträglichen
Produkten, bei Human-Arzneimitteln nicht erreicht werden kann.
Die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe bis zur Zulassung des
entsprechenden Arzneimittels dauert im Durchschnitt ca. 13 Jahre. Der
therapeutische Nutzen ist direkt mit dem jeweiligen Wirkstoff verbunden. Die
Suche nach Wirkstoffen und die Entwicklung von Arzneimitteln - neben den hohen
Anforderungen an den therapeutischen Nutzen und die Verträglichkeit für den
menschlichen Organismus - zusätzlich auf Umweltkriterien zu optimieren, würde
die Entwicklungspipeline von Arzneimitteln auf unabsehbare Dauer verlängern.
Dies würde die Arzneimittelentwicklung massiv erschweren und die Anzahl an
geeigneten innovativen Arzneimitteln als Antwort auf globale Herausforderungen
wie Krebs, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich reduzieren.
Besonders kritisch sieht Pharma Deutschland außerdem, dass die KARL im
Wiederspruch zu kürzlich gestarteten Bemühungen, wie dem Pharmadialog der
Bundesregierung oder dem EU-Pharmapaket, steht. Diese sollen explizit die
Pharmabranche und den europäischen Standort stärken und die Rahmenbedingungen
für Forschung, Entwicklung und Produktion verbessern.
Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland, sagt dazu: "Für
die deutsche Pharmabranche ist zum Thema KARL leider immer noch kein gutes Ende
in Sicht. Die Europäische Kommission fährt bei der Kommunalabwasserrichtlinie
weiterhin einem Schlingerkurs, der der Umwelt nicht hilft und der Pharmabranche
schadet. Insbesondere der Einsatz des Prinzips der Erweiterten
Herstellerverantwortung ist nicht auf pharmazeutische Wirkstoffe anwendbar. Wir
brauchen neue Ansätze dafür, wie die nötige vierte Reinigungsstufe realistisch
und verursachergerecht finanziert werden kann ohne die europäische
Arzneimittelversorgung aufs Spiel zu setzten."
_______________
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
Hannes Hönemann
Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T. +49 171 5618203
mailto:hoenemann@pharmadeutschland.de
Anna Frederike Gutzeit
CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T. +49 170 4548014
mailto:gutzeit@pharmadeutschland.de
Geschäftsstelle Berlin
Pharma Deutschland e.V.
Friedrichstraße 134
10117 Berlin
Geschäftsstelle Bonn
Pharma Deutschland e.V.
Ubierstraße 71-73
53173 Bonn
Geschäftsstelle Brüssel
Pharma Deutschland e.V.
Rue Marie de Bourgogne 58
1000 Brüssel
http://www.pharmadeutschland.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/pharmadeutschland/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/54882/6201547
OTS: Pharma Deutschland e.V.
|