|
Kassel (ots) - Der Wunsch, schmerzfrei, vital und möglichst lange gesund zu
leben, prägt aktuell den Trend zur sogenannten Longevity. Doch was steckt
tatsächlich dahinter? Dr. med. Andreas Böger, Chefarzt im Schmerzzentrum der
Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, erklärt, welche Faktoren das Altern
beeinflussen und wie jeder seine gesunde Lebenszeit aktiv verlängern kann.
Mit zunehmendem Alter häufen sich Beschwerden wie Schmerzen, eingeschränkte
Beweglichkeit und nachlassende geistige Fitness. "Es läuft einfach nicht mehr
alles wie von selbst", so Böger. Doch ein großer Teil des Alterns ist
beeinflussbar, vor allem durch Ernährung und Bewegung. Entzündungshemmende
Lebensmittel, wenig Zucker, viel Gemüse sowie der Fokus auf gute Fette können
Schmerzen reduzieren und den Körper unterstützen. Hochverarbeitete Lebensmittel
und körperliche Passivität hingegen wirken sich negativ aus.
Bewegung ist für Böger ein zentraler Baustein: Muskelmasse schwindet, Faszien
verkleben, antientzündliche Botenstoffe fehlen. Kraft-, Ausdauer- und
Koordinationstraining wirken dem entgegen. Entscheidend sei, einen Sport zu
finden, der Spaß mache und wenig Überwindung koste. Das könnte Radfahren sein,
aber auch Qi Gong, Karate oder Tanzen.
Für geistige Fitness brauche das Gehirn vor allem immer wieder neue Anregungen.
Sozialer Austausch, neue Erfahrungen und lebenslanges Lernen halten mental
beweglich. Auch die Psyche spielt eine Schlüsselrolle: Depressionen können
Entzündungen fördern und damit Schmerzen verursachen. Auch deshalb setzt das
Schmerzzentrum Kassel auf psychotherapeutische Begleitung.
Wie viel Einfluss wir auf das Altern nehmen können, werde unterschätzt. Zwar
spielen Gene eine Rolle, doch laut Böger ist eine gesunde Lebensführung der
deutlich wichtigere Faktor. Besonders entscheidend seien die Jahre zwischen 40
und 50. In dieser Lebensphase könne man noch sehr gut umsteuern. Um mit der
Vorbereitung für ein gesundes Altern zu beginnen, sei es aber nie zu spät.
Die Schmerzmedizin selbst kann viel zur Lebensqualität beitragen. Ziel sei es,
Patientinnen und Patienten aus der passiven Rolle zu holen. Das Kasseler Aktiv
Programm kombiniert klassische Medizin mit Osteopathie, Traditioneller
Chinesischer Medizin, Physio- und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung,
Mikronährstoffen, psychologischen Methoden und Ansätzen zur Schlafverbesserung.
Großes Potenzial sieht Dr. Andreas Böger in der regenerativen Medizin, die
körpereigene Reparaturprozesse aktiviert. Dazu zählen spezielle Akupunktur,
bioelektrische Axomera-Therapie und Eigenblutbehandlungen, die Entzündungen
reduzieren und die Regeneration fördern.
Dass gesundes Altern möglich ist, zeigen die "Blue Zones" in Japan, Italien,
Griechenland und Costa Rica - Regionen, in denen Menschen überdurchschnittlich
alt werden. Gemeinsame Faktoren: viel Bewegung, frische Ernährung, enge soziale
Netze, wenig Stress und Aufgaben bis ins hohe Alter.
Kritisch betrachtet Böger, dass der Longevity-Trend teils als Luxusmedizin
wahrgenommen wird. Die wichtigsten Maßnahmen seien jedoch für jeden zugänglich
und auch leicht umsetzbar. Wichtig: Sie sollten nicht zu neuem Leistungsdruck
führen.
Pressekontakt:
Stefanie Hadding, Kommunikationsmanagerin Vitos Nordhessen, Tel. 05624 -
6010265, stefanie.hadding@vitos.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181583/6201728
OTS: Vitos gGmbH
|