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Köln (ots) - Neun Produktionen des WDR sind für den 62. Grimme-Preis nominiert.
Wer von den insgesamt 71 nominierten Produktionen und Einzelleistungen
schließlich die Auszeichnungen gewinnt, wird im März bekanntgegeben.
Zwei WDR-Produktionen sind in der Kategorie Fiktion nominiert
Die Serie "naked" (Fandango Film TV Internet Produktions/Velvet Films für WDR,
Redaktion: Caren Toennissen) ist ein spannendes und hochkarätig besetztes "Love
Noir"-Psychodrama basierend auf persönlichen Erfahrungen der Headautorin Silke
Eggert, von Bettina Oberli aufwühlend, emotional und eindringlich inszeniert.
"naked" ist die erste deutsche Serie, die sich ehrlich mit Sexsucht und
Co-Abhängigkeit befasst und diese Tabuthemen anhand einer toxischen und dennoch
mitreißenden Liebesgeschichte schonungslos aufzeigt.
Ebenfalls nominiert in der Kategorie ist der vierstündige Kinofilm "Die
Ermittlung" (Film Mischwaren für BR/WDR/ARTE, WDR-Redaktion: Götz Vogt). Eine
Adaption des Theaterstücks "Die Ermittlung. Oratorium in elf Gesängen" von Peter
Weiss, das auf persönlichen Aufzeichnungen, Zeitungsartikeln und Protokollen des
ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 bis 1965) basiert. Regisseur RP
Kahl hat das Theaterstück mit 60 Schauspielerinnen und Schauspielern für die
Kinoleinwand inszeniert. In unmissverständlich klarer Sprache zu einem lyrischen
Klagegesang verdichtet und montiert, konfrontiert das Stück Täter und Opfer und
lässt das Grauen in Auschwitz spürbar werden.
Zwei Nominierungen in der Kategorie Information & Kultur
Die dreiteilige Doku-Serie " Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr.
Winterhoff" (WDR/SWR, Buch und Regie: Nicole Rosenbach, WDR-Redaktion: Jessica
Briegmann) erzählt Aufstieg und Fall des deutschlandweit bekannten
Bestsellerautors und Kinderpsychiaters Michael Winterhoff. Die einzelnen Folgen
beleuchten, wie er zum gefeierten Star wurde, mit welchen fragwürdigen Methoden
er Kinder behandelte und warum niemand den Arzt aufhielt. Jahrelange Recherchen
von Nicole Rosenbach führten zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und
schließlich zu einer Anklage in 36 Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung.
Dem Kinderpsychiater wird vorgeworfen, Diagnosen erfunden und Kinder und
Jugendliche mit Psychopharmaka ruhig gestellt zu haben. Er muss sich derzeit vor
Gericht verantworten. Michael Winterhoff bestreitet die Vorwürfe, alle
Verschreibungen seien medizinisch begründet gewesen.
Der Dokumentarfilm "Riefenstahl" (Vincent productions, Sandra Maischberger für
WDR/SWR/NDR/BR, WDR-Redaktion: Christiane Hinz) decodiert eine der
umstrittensten Frauen des 20. Jahrhunderts: Leni Riefenstahl. Als Regisseurin
schuf sie ikonographische Bilder. Ihre ideologische Nähe zum NS-Regime hat sie
nach dem Zweiten Weltkrieg stets zu leugnen versucht. Die Ästhetik ihrer Bilder
ist präsenter denn je - und damit auch ihre Botschaft? Der preisgekrönte
Regisseur Andres Veiel geht dieser Frage anhand Riefenstahls Nachlass nach -
privaten Filmen und Fotos, aufgenommenen Telefonaten mit engen Wegbegleitern,
persönlichen Briefen. Bild für Bild, Facette für Facette legt er Fragmente ihrer
Biografie frei und setzt sie in einen erweiterten Kontext von Geschichte und
Gegenwart. Leni Riefenstahl hat nur eine Darstellung ihrer Biografie zugelassen:
ihre eigene. Der Nachlass einer der umstrittensten Frauen des 20. Jahrhunderts
erzählt etwas anderes.
Vier Nominierungen in der Kategorie Kinder & Jugend Kinder
"Die Sendung mit der Maus - Felix Nussbaum" (Trickstudio Lutterbeck für WDR,
Redaktion: Nils Wohlfarth) erzählt die Geschichte des jüdischen Malers Felix
Nussbaum, an den ein Stolperstein erinnert. Clarissa Corrêa da Silva folgt
seinen Lebensstationen und zeigt, wie das MausâEUR'Team gemeinsam mit dem
Trickstudio Lutterbeck ein lange verschollenes TrickfilmâEUR'Drehbuch von
Nussbaum und seinem Freund Michael Loewen als Animation umsetzt. Die Folge
erklärt kindgerecht sein Leben, seine Verfolgung im Nationalsozialismus und
seine Bedeutung anlässlich des Gedenktages für die Opfer des NSâEUR'Regimes.
Der Film "Sieger sein!" (DCM Pictures für MDR/SWR/WDR, Redaktion: WDR Jens
Opatz) erzählt die berührende Geschichte von Mona (Dileyla Agirman). Die
Elfjährige ist mit ihrer kurdischen Familie aus Syrien geflüchtet und kommt auf
eine Schule im Berliner Wedding. Mona spricht schlecht Deutsch, spielt dafür
umso besser Fußball. Der engagierte Lehrer Herr Chepovsky (Andreas Döhler), kurz
Herr Che, erkennt ihr außergewöhnliches Talent und nimmt sie in das Mädchenteam
auf. Mona ist eine Kämpferin, merkt aber bald: Nur, wenn sie und die anderen
Mädchen zusammenspielen, können sie Sieger sein.
Jugend
Die zehnteilige Doku-Serie " Azubi Storys" (i&u TV für WDR/NDR, WDR-Redaktion:
Michael Kerkmann) nimmt ganz die Perspektive der Azubis ein und zeigt ihren
spannenden Berufsalltag. Manchmal geht alles schief, oft wachsen sie über sich
hinaus und meistens hilft eine Portion trockener Humor. Händeringend werden sie
in Deutschland gesucht: Auszubildende wie angehende Schornsteinfeger,
Schädlingsbekämpfer, Zimmerer oder Krankenpfleger. Sie stehen im Mittelpunkt der
"Azubi Storys". Die jungen Berufsstarter sind die Stars der Serie und in
Situationen zu erleben, die sie prägen: wenn Leichtigkeit plötzlich dem Frust
weicht - und es am Ende doch (meistens) klappt. Dabei ist die Doku immer nah
dran, ohne zu kommentieren oder zu werten.
"Lutwi, der Junge aus der Nordstadt" (Ehrenfilm für WDR, Redaktion: Maik Bialk
und Dorothee Pitz) erzählt von Hoffnung und Träumen eines Jungen und seinen
Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden. Inmitten einer aufgeheizten Debatte über
Migration wagt der Film einen anderen Blick auf das gesellschaftliche
Konfliktthema. Bereits 2017 wurde ein erster Dokumentarfilm über Lutwi mit dem
Grimme Preis ausgezeichnet. Im aktuellen Film ist Lutwi inzwischen 22 Jahre alt.
Aus ihm ist ein junger Mann geworden, der zwischen männlichem Gang-Verhalten und
dem Wunsch nach einem normalen Leben hin- und hergerissen ist. Sein Traum vom
Abitur ist zerplatzt - warum? Auf diese einfache Frage sucht der Film in der
Dortmunder Nordstadt vielschichtige Antworten, die einen tiefen Einblick in die
Schwierigkeiten des sozialen Aufstiegs von migrantischen Jugendlichen in
Deutschland geben.
Eine Nominierung in der Kategorie Unterhaltung
In "Sträters Problemzonen" (Staffel 1) (i&u Studios für WDR/MDR, WDR-Redaktion:
Leona Frommelt) widmet sich Torsten Sträter mit gewohnt trockenem Humor genau
den Dingen, für die sich sonst keiner zuständig fühlt: alltäglichen
Absurditäten, kleinen Krisen und großen Lebensfragen. Dabei zieht er alle
Register, um sein Versprechen wahr zu machen: "Ich werde nicht rasten noch
ruhen, um mit meinem komplett übermotivierten Team Ihr Leben da draußen wieder
geschmeidig und ruckelfrei zu machen und jede Unwucht aus Ihrem Dasein zu
schmirgeln, denn Probleme sind ja auch keine Lösung". Zum prominenten Team, das
Torsten zur Seite steht, zählen Martina Hill, Olaf Schubert und Siegfried & Joy,
die jedes vermeintlich banale Thema in ein episches Abenteuer verwandeln und
versuchen, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Für jedes Problem
wird eine Lösung gefunden - manchmal lustig, manchmal hilfreich, fast immer
beides.
Ab dem 31. Januar kommen in Marl die Jurys zusammen, um über die Vergabe der 16
möglichen Grimme-Preise sowie des Preises der Marler Gruppe und des Preises der
Studierendenjury zu entscheiden.
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Tel.: 0221 220 7100
Email: kommunikation@wdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7899/6201877
OTS: WDR Westdeutscher Rundfunk
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