Seite zu Favoriten hinzufügen / Link zu ihrer Webseite einrichten 

Deutschland

Top-News



Weibliches Engagement braucht geschützte Räume - gerade auf dem Land (FOTO)

22.01.2026 20:20 Uhr Bundesstiftung Gleichstellung

Berlin (ots) - Zukunftsforum diskutiert Strategien der Regionalplanung gegen wachsenden Antifeminismus und fordert Schutz und Unterstützung weiblichen Engagements

Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete Vorfälle pro Woche dokumentiert - von Bedrohungen über Sachbeschädigungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare. Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können Räume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stärken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugängliche Ort für Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in ländlichen Regionen oft Rückzugsräume und Unterstützungsstrukturen fehlen?

Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung auf dem 19. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Eingeladen hatten:

Die Bundesstiftung Gleichstellung, die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) sowie der Deutsche LandFrauenverband (dlv).

"Antifeminismus ist bei weitem kein Randthema, sondern wirkt mitten in die Demokratie hinein", betont Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle für Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung. Herberth macht deutlich, dass Antifeminismus keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen sei, vielmehr handele es sich um eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert und als Bedrohung inszeniert.

Einen wissenschaftlichen Blick auf geschlechtergerechte Regionalentwicklung brachte Prof. Dr. Brigitte Wotha ein: "Es gibt bereits viele sehr gute Beispiele für Möglichkeitsräume, die Erwerbs- und Sorgearbeit besser vereinbar machen, die multifunktional kürzere Wege schaffen und die das Netzwerken und Mitgestalten für alle stärken". Prof. Wotha ist Mitglied der Sachverständigenkommission für den Vierten Gleichstellungsbericht, die von der Bundesstiftung Gleichstellung bei der Berichtserstellung unterstützt wurde.

Auf dem Podium wurden klare Erwartungen an die Politik formuliert. Gefordert wurden eine verlässliche und langfristige Finanzierung sowie ausreichende zeitliche Ressourcen für Engagierte. Projekte müssten von Beginn an nachhaltig angelegt sein, damit aufgebaute Strukturen über Förderzeiträume hinaus Bestand haben. Gleichstellung wurde dabei ausdrücklich als Querschnittsaufgabe von Verwaltung und Regierung benannt, die verbindlich in Regeln, Verfahren und Standards verankert werden müsse.

Im Gespräch waren Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Anna Drosdowska, Vorständin von Wir sind Fella e.V. , Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts "Frauen.Vielfalt.Politik.", sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Die Podiumsteilnehmerinnen betonten zugleich die gesellschaftliche Verantwortung, Räume aktiv als Willkommensorte für Frauen zu gestalten, Vernetzung gezielt zu fördern und geschlechtersensible Bildung bereits im frühen Kindesalter zu verankern.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundesprecherin der BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen und Sarah Koops, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Deutscher LandFrauenverband. Beide unterstrichen abschließend, dass Frauen verlässliche Ermöglichungsorte brauchen, um ihr unverzichtbares gesellschaftliches Engagement auch künftig ausüben zu können.

Die Aufzeichnung des Fachforums "Zukunft braucht neue Räume - wie Regionalplanung weibliches Engagement stärkt" ist demnächst hier abrufbar: https://www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de/

Pressekontakt:

Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Anja Goetz Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin T 030 28 44 929-14 goetz@landfrauen.info

Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) Referentin Ländliche Räume | Sira Eberlin Weydingerstraße 14-16 | 10178 Berlin T 0163 21 93 881 kommunal@gleichberechtigt.org

Bundesstiftung Gleichstellung Presse, Kommunikation und Veranstaltungen Karl-Liebknecht-Str. 34 10178 Berlin Tel.: +49 30 994 0570-24 E-Mail: presse@bundesstiftung-gleichstellung.de www.bundesstiftung-gleichstellung.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/167012/6202118 OTS: Bundesstiftung Gleichstellung


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Bundesstiftung Gleichstellung
Für den Inhalt übernehmen wir keine Verantwortung