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Berlin (ots) - Die Bundesregierung will das starre Modell des 8-Stunden-Tages
lockern und Unternehmen wie Beschäftigten mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit
ermöglichen. Bereits im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, statt einer
täglichen nur eine wöchentliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz zu
regeln. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe
(ZDB), begrüßt den Vorstoß und sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu einer
zeitgemäßen Arbeitszeitgestaltung auf Baustellen:
"Gerade bei Baustellen, die weit vom Wohn- oder Betriebsort entfernt liegen, wie
zum Beispiel bei Bahnbaustellen in abgelegenen Regionen, besteht sowohl bei den
Beschäftigten als auch bei den Auftraggebern ein großes Interesse daran, nicht
strikt nach dem klassischen Modell von fünf Arbeitstagen mit jeweils acht
Stunden zu arbeiten. Eine gebündelte Arbeitszeit bis Donnerstagabend kann dazu
beitragen, Arbeiten früher abzuschließen, den Beschäftigten ein längeres
Wochenende zu ermöglichen und gleichzeitig freitags eine Baustelle weniger im
Netz zu haben. Das gilt ebenso für den Straßenbau und bei größerer Entfernung
zum Betrieb auch für den Hochbau."
Starre Tagesarbeitszeiten würden der Realität moderner Baustellen nicht mehr
gerecht, betont Pakleppa. "Wer montags auf einer entlegenen Baustelle beginnt,
soll auch länger arbeiten dürfen, wenn dafür das Wochenende früher beginnt."
Schon heute lasse das Arbeitszeitgesetz eine Ausdehnung der täglichen
Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden zu, sofern im Ausgleichszeitraum
durchschnittlich acht Stunden werktäglich nicht überschritten würden.
"Angesichts dieses bestehenden Spielraums ist es folgerichtig, den Rahmen der
EU-Arbeitszeitrichtlinie zu nutzen und künftig eine wöchentliche statt einer
täglichen Höchstarbeitszeit festzulegen."
Eine solche Umstellung würde aus Sicht des Baugewerbes mehr Flexibilität für
Beschäftigte und Betriebe schaffen. "Längere Arbeitstage könnten durch freie
Freitage oder verlängerte Wochenenden ausgeglichen werden", so Pakleppa.
Gleichzeitig ließen sich Bauprojekte effizienter umsetzen, Verzögerungen besser
auffangen und entlegene Aufträge zügiger abschließen. Pakleppa: "Auch eine
4-Tage-Woche innerhalb der regulären 40-Stunden-Woche würde damit deutlich
praxisnäher, ohne dass minimale Zeitüberschreitungen sofort zum Problem werden.
Die Bundesregierung sollte den Koalitionsvertrag zügig umsetzen - für eine
moderne und realitätsnahe Arbeitszeitpolitik in der Bauwirtschaft."
Pressekontakt:
Iris Rabe
Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse
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