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Frankfurt (ots) - Digital Wallets haben sich in Deutschland etabliert: 83
Prozent der Verbraucher nutzen bereits mindestens eine digitale Geldbörse,
beispielsweise für Online-Zahlungen, im stationären Handel oder für
Geldtransfers. Der Markt wird bislang vor allem von Big-Tech-Unternehmen
geprägt. Eine aktuelle Cofinpro-Studie zeigt jedoch, dass Banken beim Thema
Wallets über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verfügen, den sie bislang
nur unzureichend nutzen: das Vertrauen ihrer Kunden.
"Wallets entscheiden über die Kundenschnittstelle der Zukunft", sagt Joachim
Butterweck, Director bei Cofinpro. "Wer zögert, gibt Daten- und
Ertragspotenziale aus der Hand." Seiner Ansicht nach haben die Banken eine
starke Ausgangsposition, auch wenn die aktuellen Nutzungszahlen etwas anderes
vermuten lassen: "Finanzinstitute genießen bei 80 Prozent der Umfrageteilnehmer
hohes Vertrauen bei sensiblen Daten. Damit sind sie Technologiekonzernen weit
voraus, die nur einen Wert von 35 Prozent erreichen."
Die Studienergebnisse verdeutlichen die Marktdynamik: 71 Prozent der Befragten
verwenden PayPal als Wallet-Lösung. Apple Pay, Google Pay und vergleichbare
Lösungen erreichen insgesamt rund 40 Prozent. Die Nutzung ist besonders
ausgeprägt bei jüngeren Zielgruppen: Fast die Hälfte der unter 35-Jährigen nutzt
Apple Pay oder Google Pay bereits regelmäßig im Alltag. Damit setzt diese
Altersgruppe Maßstäbe für künftige Erwartungen an digitale Finanzservices.
Die Kunden erwarten von einer Wallet mehr als reine Bezahlfunktionen. So
wünschen sich 42 Prozent der Befragten digitale Ausweise in ihrer Wallet, 39
Prozent Bonus- und Loyalty-Programme und 37 Prozent die Integration der
Gesundheitskarte oder des Impfpasses. Wallets entwickeln sich somit aus Sicht
vieler Nutzer zu einer digitalen Alltagsplattform, die unterschiedliche
Lebensbereiche miteinander verbindet.
"Wer die Wallet kontrolliert, begleitet seine Kunden vom Bezahlen über Mobilität
bis hin zu Behördengängen", so Butterweck. "Für Banken ist das keine technische
Detailfrage, sondern eine strategische Weichenstellung für ihre langfristige
Relevanz."
Wechselbereitschaft ist besonders bei Jüngeren ausgeprägt
Die Studie verdeutlicht zugleich das hohe Potenzial bankeigener Wallet-Lösungen.
So würden 62 Prozent der Befragten eine Wallet ihrer Hausbank nutzen, sofern
diese über erweiterte Funktionen verfügt. In der Altersgruppe der 18- bis
34-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei über 75 Prozent. Bemerkenswert ist: 61
Prozent der heutigen Apple-Pay- und Google-Pay-Nutzer wären grundsätzlich
bereit, zusätzlich oder alternativ eine Wallet ihrer Bank zu verwenden.
Auch eine grundsätzliche Bereitschaft zum Wechsel der Bank ist erkennbar, wenn
diese eine überzeugende Wallet-Lösung anbieten würde. Bei den jüngeren Befragten
ist dieser Wert mit 42 Prozent (18-25 Jahre) bzw. 56 Prozent (26-34 Jahre)
besonders deutlich ausgeprägt. "Wallets sind damit nicht nur ein Instrument zur
Kundenbindung, sondern auch ein potenzieller Hebel für die Neukundengewinnung",
betont Butterweck. "Ob Banken dieses Potenzial realisieren, hängt davon ab, wie
konsequent sie Wallets aus Kundensicht denken."
Sicherheits- und Datenschutzaspekte spielen dabei eine zentrale Rolle. So ist 70
Prozent der Befragten eine schnelle Sperrmöglichkeit bei Geräteverlust besonders
wichtig und 66 Prozent legen Wert auf eine Datenspeicherung innerhalb Europas.
"Genau hier können regulierte Finanzinstitute ihre Stärken ausspielen", sagt
Butterweck. "Vertrauen, Transparenz und klare Verantwortlichkeiten lassen sich
nicht kurzfristig kopieren - sie sind das Fundament nachhaltiger
Wettbewerbsfähigkeit."
Über die Studie
Die Cofinpro-Studie "Digital Wallets - die Zukunft der Geldbörsen" basiert auf
einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung von 1.010 Personen ab 18
Jahren in Deutschland. Die Erhebung wurde im Dezember 2025 durchgeführt. Die
vollständige Studie steht hier zum Download bereit.
(https://cofinpro.de/Studie-Digital-Wallets)
Über Cofinpro ( http://www.cofinpro.de/ )
Cofinpro unterstützt Deutschlands führende Banken und Fondsgesellschaften in der
Management-, Fach- und Technologieberatung. Zu den Kunden zählen große
Geschäfts-, Landes- und Förderbanken sowie die genossenschaftliche Finanzgruppe.
Gegründet 2007 als mitarbeitergetragene Aktiengesellschaft beschäftigt die
Unternehmensberatung inzwischen rund 250 Bank- und Technologieexperten. Das Haus
hat 2025 zum 15. Mal in Folge vom Great Place to Work® Institut die Auszeichnung
als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands erhalten.
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OTS: Cofinpro AG
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