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Jena (ots) - Künstliche Intelligenz ist für viele Kinder und Jugendliche in
Deutschland längst Teil des Alltags, birgt aber teils erhebliche Risiken. Ob bei
Hausaufgaben, zur Prüfungsvorbereitung oder einfach aus Neugier: Knapp zwei
Drittel (https://www.klicksafe.de/news/jim-studie-2024-veroeffentlicht) der 12-
bis 19-Jährigen nutzen bereits KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Gemini & Co. Der
europäische IT-Sicherheitshersteller ESET warnt anlässlich des Safer Internet
Days 2026 davor, den Einsatz von KI im Kinderzimmer zu unterschätzen.
"KI ist für viele Jugendliche heute das, was früher Lexikon, Taschenrechner und
Nachhilfe zugleich waren", sagt Ildiko Bruhns, Projektleiterin Safer Kids Online
bei ESET Deutschland. "Genau deshalb braucht es einen realistischen Blick auf
die Kehrseite dieser Entwicklung."
KI wird vom digitalen Helfer zum digitalen Begleiter
Neben klassischen Sicherheits- und Datenschutzfragen rücken zunehmend
psychologische Aspekte in den Fokus. Chatbots sind so programmiert, dass sie
hilfreich, bestätigend und dialogorientiert reagieren. Für Kinder und
Jugendliche kann daraus schnell mehr werden als ein reines Werkzeug.
"Chatbots sind vielen Kindern mittlerweile ein echter 'Freund'", warnt Bruhns.
"Gerade in einer sensiblen Phase der sozialen und emotionalen Entwicklung kann
das reale Beziehungen verdrängen."
Hinzu kommt: Die digitalen Assistenten irren sich häufig. Sogenannte
Halluzinationen, also überzeugend formulierte, aber falsche Antworten, sind ein
bekanntes Phänomen. Während (viele) Erwachsene dies einordnen können, nehmen
Kinder solche Aussagen häufig ungeprüft als Fakten hin. Das kann bei schulischen
Themen "nur" schlechte Noten zur Folge haben, in gesundheitlicher oder
persönlicher Hinsicht ein ernsthaftes Problem darstellen.
Datenschutz: Ein blinder Fleck im Kinderzimmer
Ein weiteres Risiko liegt im Umgang mit persönlichen Daten. Viele Kinder geben
in Chatbots Informationen preis, die dort nichts zu suchen haben. Von privaten
Problemen bis hin zu vertraulichen Daten.
"Alles, was eingegeben wird, verlässt den geschützten Raum der Familie", betont
Bruhns. "Diese Daten können gespeichert, ausgewertet oder im schlimmsten Fall
missbraucht werden."
Zwar setzen große Plattformen auf Schutzmechanismen und Altersbeschränkungen,
doch diese greifen nicht immer zuverlässig. Technisch versierte Jugendliche
finden oft Wege, Filter zu umgehen oder Beschränkungen auszuhebeln.
Wenn KI das Denken ersetzt
Neben Sicherheits- und Datenschutzfragen weisen Experten zunehmend auf mögliche
psychische Auswirkungen der KI-Nutzung hin. Studien
(https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/5137) aus dem
arbeits- und gesundheitswissenschaftlichen Umfeld zeigen, dass Chatbots nicht
nur fehlerhafte oder widersprüchliche Informationen liefern, sondern bei
intensiver Nutzung auch die kognitiven Fähigkeiten junger Menschen beeinflussen.
Zu den möglichen Folgen gehören eine verminderte Gedächtnisleistung sowie
Einschränkungen bei der Kreativität.
Was Eltern jetzt tun können
Die Sicherheitsexpertin rät Eltern dazu, das Thema KI und Chatbots aktiv
aufzugreifen. Und zwar eher mit Aufklärung und Begleitung statt mit Verboten:
- Interesse zeigen: Fragen Sie Ihr Kind, wofür es KI nutzt und welche
Erfahrungen es damit macht.
- Kritisches Denken fördern: Erklären Sie, dass KI Fehler machen kann und
Antworten immer überprüft werden sollten.
- Grenzen setzen: Klare Regeln zur Nutzungsdauer und zu erlaubten Anwendungen
helfen, Abhängigkeiten zu vermeiden.
- Privatsphäre schützen: Machen Sie deutlich, dass persönliche Daten, Probleme
oder Fotos nichts in Chatbots zu suchen haben.
- Menschlichen Austausch stärken: Echte Gespräche mit Eltern, Freunden und
Lehrern helfen.
Für Kinder und Jugendliche existiert zudem eine gute Anlaufstelle für ihre
Sorgen und Ängste: Die "Nummer gegen Kummer" bietet unter 116 111 oder online
(https://www.nummergegenkummer.de/) Kindern und Eltern professionelle Hilfe bei
Problemen und in Krisensituationen - vollkommen kostenlos, anonym und mit einem
Menschen am anderen Ende der Leitung statt eines Sprachmodells.
Weitere Informationen zu den Risiken von KI-Werkzeugen gibt es in ESETs
aktuellem Blogpost " Kinder und Chatbots: Was Eltern wissen sollten (https://www
.welivesecurity.com/de/kinderschutz/kinder-und-chatbots-was-eltern-wissen-sollte
n) " auf Welivesecurity.com.
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