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Wiesbaden (ots) - Das Vertrauen der mittelständischen Führungskräfte in die
Widerstandskraft ihrer Unternehmen schwindet spürbar. Deutlich mehr Firmen als
noch vor zwei Jahren ergreifen bereits Gegenmaßnahmen, etwa bei der
Mitarbeiterbindung, Digitalisierung und Cybersicherheit. Auch der Wunsch nach
Hilfe von außen ist gewachsen. Das zeigt die repräsentative Studie "Fokus
Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026".
Die vielfältigen Krisenherde und Unsicherheiten drücken auf die Stimmung im
deutschen Mittelstand. Mittlerweile blicken 29 Prozent der Führungskräfte mit
Bangen in die Zukunft der eigenen Firma - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu
2024 (17 Prozent). Bei den Beschäftigten hat sich die Stimmung im Vergleich zur
ersten Befragung kaum verändert. 22 Prozent machen sich Sorgen wegen der
Resilienz ihres Arbeitgebers, 2024 waren es 20 Prozent.
Spannend ist der Blick auf die gesamtwirtschaftliche Einschätzung. Der Studie
zufolge halten 69 Prozent der Führungskräfte und 72 Prozent der Beschäftigten
die deutsche Wirtschaft insgesamt für stark krisengefährdet. Auch wenn diese
Sorge im Vergleich zu 2024 spürbar zurückgegangen ist, bewegt sie sich auf hohem
Niveau. "Diese Besorgnis sollte ernstgenommen werden, da sie sich auf die
Investitions- und Wachstumspläne im Mittelstand auswirken kann", sagt Jens
Hasselbächer, Vorstand des Ressorts Kunden & Vertrieb der R+V Versicherung.
Der Mittelstand schaltet verstärkt in den Krisenmodus
Es gibt auch gute Nachrichten: 2024 hatte nur ein gutes Fünftel der
Führungskräfte (22 Prozent) gesagt, dass ihr Unternehmen bereits vorbeugende
Maßnahmen ergriffen hat. Dieses Bild hat sich deutlich geändert - mittlerweile
sagt das jede dritte Führungskraft. "Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt
ein Umsetzungsdefizit: Viele Firmen erkennen die eigene Gefährdung im
Krisenfall, haben jedoch noch nicht in ausreichendem Maße gegengesteuert", sagt
Jens Hasselbächer.
Diese Differenz zwischen der wahrgenommenen Gefährdung des eigenen Unternehmens
und entsprechenden Handlungen lässt sich bei allen abgefragten Themenfeldern
feststellen: Sie liegt im Durchschnitt bei zwölf Prozentpunkten. Die
Beschäftigten sehen bei ihren Arbeitgebern sogar ein noch größeres
Umsetzungsdefizit - mit einem Unterschied von 15 Prozentpunkten.
Mitarbeiterbindung ist das Handlungsfeld Nr. 1
87 Prozent der Führungskräfte halten die Motivation und Bindung von
Mitarbeitenden für einen der wichtigsten Schlüssel zu mehr Resilienz. Kein
anderes Thema hat einen höheren Stellenwert: Es rangiert sogar vor
unternehmerischen Kernaufgaben wie der Produktentwicklung oder der Anpassung an
einen verstärkten Preiswettbewerb (85 Prozent bzw. 82 Prozent). Der Studie
zufolge sind dennoch nur 60 Prozent der Firmenlenker bei der Mitarbeiterbindung
bereits stark oder sehr stark aktiv geworden. Bei kleineren Firmen mit 10 bis 29
Beschäftigten sind es sogar nur 47 Prozent.
Dabei haben die allermeisten Führungskräfte mögliche Maßnahmen zur
Mitarbeiterbindung durchaus im Blick. 78 Prozent halten höhere
Arbeitgeberzuschüsse zur Absicherung im Alter für einen Weg, um die Resilienz
des eigenen Unternehmens zu stärken. Beim Ausbau der betrieblichen
Gesundheitsvorsorge und einem flexiblen Lebensarbeitszeitkonto sind es jeweils
74 Prozent, gefolgt von einer Stärkung der betrieblichen Invaliditätsvorsorge
(61 Prozent). Wie wirksam dies zur Mitarbeiterbindung beitragen kann, zeigt die
Befragung der Beschäftigten. Diese schätzen die Bedeutung solcher Maßnahmen
durchweg noch deutlich höher ein als die Führungskräfte. Bei der
Altersabsicherung durch Direktversicherungen oder Betriebsrenten etwa wünschen
sich 89 Prozent eine höhere Arbeitgeberbeteiligung.
Digitalisierung und IT-Sicherheit ebenfalls weit oben auf der Agenda
Als sehr bedrohlich empfinden viele Führungskräfte die zunehmende Wirtschafts-
und Cyberkriminalität. Darin sieht eine große Mehrheit ein wichtiges
Handlungsfeld für die künftige Resilienz ihres Unternehmens (82 Prozent). Die
künstliche Intelligenz spielt auf den Chefetagen dagegen eine kleinere Rolle (65
Prozent), ebenso wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz (59 Prozent).
Die Beschäftigten setzen ähnliche Schwerpunkte, sehen jedoch fast durchweg einen
noch größeren Handlungsbedarf seitens ihres Arbeitgebers - mit einer
interessanten Ausnahme: Sie halten die Bedeutung der KI für eine krisenfeste
Zukunft für geringer als die Führungskräfte. "Das Thema KI ist für viele
mittelständische Firmen zentral, um wettbewerbsfähig und effizient zu bleiben.
Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass hier noch ein deutlicher Handlungs-
und Aufklärungsbedarf besteht", so Jens Hasselbächer.
Digitale Themen als größte Haftungsrisiken
Wo sehen die Führungskräfte für sich und ihre Firmen die größten
Haftungsrisiken? Den Spitzenplatz belegen mögliche Verletzungen von
IT-Sicherheitsvorschriften und Standards bei der Cybersicherheit (74 Prozent).
Fast jede dritte der befragten Führungskräfte hält dieses Haftungsrisiko sogar
für "sehr wichtig" (31 Prozent). Große Haftungsrisiken sehen sie auch beim
Datenschutz (72 Prozent), bei Homeoffice-Regelungen und anderen
arbeitsrechtlichen Fragen (68 Prozent) sowie bei KI-Themen (64 Prozent).
71 Prozent der Führungskräfte sind überzeugt, dass sich ihr Unternehmen stark um
die IT-Sicherheit kümmert. Doch nur ein knappes Drittel hat eine Versicherung
gegen die möglichen finanziellen Folgen einer Cyberattacke abgeschlossen (32
Prozent). Zudem hält die Mehrheit offenbar grundlegende Standards nicht ein:
beispielsweise beim Umgang mit Administratorrechten, dem Ausmustern veralteter
Hardware und der Analyse möglicher Einfallstore. "Dabei sehen wir in unserem
Beratungsalltag, dass die Bedrohung durch Cyberkriminelle täglich zunimmt - auch
weil die Digitalisierung voranschreitet und sich die künstliche Intelligenz
weiterentwickelt", sagt Ingo Steinwedel, Cyberexperte der R+V Versicherung.
Größere Offenheit für Hilfe von außen
Mittlerweile glauben 71 Prozent der befragten Firmenlenker, dass ihr Unternehmen
Unterstützung von außen braucht. Das sind deutlich mehr als noch vor zwei Jahren
(58 Prozent). Den größten Bedarf an externer Hilfe sehen sie bei der sicheren
Nutzung der digitalen Möglichkeiten: Auf den Themenfeldern künstliche
Intelligenz, IT-Sicherheit, Cyberkriminalität und digitale Transformation
möchten jeweils über 60 Prozent auf Unterstützung von außen zurückgreifen.
Über die R+V Resilienz-Studie
Wie gut ist der deutsche Mittelstand für die Zukunft gerüstet? Die Studie "Fokus
Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026" liefert zum zweiten Mal nach 2024
fundierte Antworten. Befragt wurden dafür zur Jahreswende 2025/26 parallel mehr
als 220 Führungskräfte in Firmen mit mehr als 10 Mitarbeitenden und über 1.000
Beschäftigte. Dieses bifokale Studiendesign liefert ein aussagekräftiges
Gesamtbild über die Themen und Herausforderungen im deutschen Mittelstand:
beispielsweise zum Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit des eigenen
Unternehmens und zu den wichtigsten Handlungsfeldern und Maßnahmen, um die
eigene Resilienz auszubauen.
Pressekontakt:
Claudia Schunicht
R+V Resilienz-Report 2026
Telefon +49 (0) 61 72 / 90 22 - 123
Mobil +49 172 66 49 998
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/61791/6210152
OTS: R+V Versicherung AG
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