|
Bonn (ots) - 4. Februar 2026 - Während sich aktuell in Abu Dhabi ukrainische und
russische Vertreter unter US-Vermittlung zu Friedensgesprächen treffen, hat
Andrij Melnyk, Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, die
europäischen Staaten zu einer deutlichen Verstärkung ihrer militärischen
Unterstützung seines Landes aufgerufen. "Leider ist es so, dass Europa in der
letzten Zeit eine Beobachterrolle eingenommen hat. Das muss sich ändern, denn
wir sehen, dass der Druck, der aus den USA kommt, immer noch viel zu gering
ist", äußerte sich Melnyk, der acht Jahre lang Botschafter seines Landes in
Deutschland war, im Fernsehsender phoenix. Der russische Präsident Putin breche
ständig sein Wort, ohne dass es Konsequenzen gebe.
Aufgrund der Zunahme der russischen Angriffe sei die Lage in der Ukraine
"desaströs". Seit über einem Jahr hätten sich die USA aus der militärischen
Hilfe immer mehr zurückgezogen, Europa seine Unterstützung aber nicht erhöht,
wohingegen Russland seinen Beschuss der Ukraine um das dreißigfache gesteigert
habe, meinte der ukrainische UN-Botschafter. "Deshalb steht das ganze Land vor
einem Kollaps. Und das wird für ganz Europa Folgen haben", appellierte Melnyk an
die EU-Staaten, die Zeichen der Zeit zu erkennen, und "den Himmel über der
Ukraine zu schließen". Die Dringlichkeit verlange eine Neubewertung der Lage.
"Ich habe leider manchmal den Eindruck, dass, weil die Gefahr so akut auch in
Deutschland und anderen EU-Staaten zu spüren ist, man sich eigene Vorräte
schafft. Und da scheint die Ukraine auf der Strecke zu bleiben."
Sein Land sei dankbar für das neue 90-Milliarden-Euro-EU-Darlehen, doch bevor
dies anlaufen könne, bestehe die Gefahr, dass Russland längst Fakten geschaffen
habe. "Wir spüren keine Bereitschaft Russlands, zum Frieden beizutragen", so
Melnyk. Eine Waffenruhe sei eine wichtige Voraussetzung, um bei den
Friedengesprächen Fortschritte zu erzielen.
Das gesamte Interview finden Sie unter:
https://www.youtube.com/watch?v=7bwOfNMr4wM
Pressekontakt:
phoenix-Kommunikation
Telefon: 0228 / 9584 192
kommunikation@phoenix.de
Twitter.com: phoenix_de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6511/6210688
OTS: PHOENIX
|