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Mainz (ots) - Aus Teilen der Union gibt es den Vorwurf, dass Arbeitnehmer in
Deutschland im Allgemeinen zu wenig arbeiten. Lediglich 20 Prozent der Befragten
meinen, dieser Vorwurf sei gerechtfertigt, 75 Prozent sind gegenteiliger
Ansicht, darunter auch 52 Prozent der CDU/CSU-Anhänger (Rest zu 100 Prozent hier
und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Wenn es jedoch um die Ankurbelung der
Wirtschaft geht, sehen es 48 Prozent der Befragten als wichtig an, dass in
Deutschland insgesamt mehr gearbeitet wird, 49 Prozent halten das für weniger
oder gar nicht wichtig. Klare Einstellungsunterschiede zeigen sich hier in
Abhängigkeit vom Alter: Während 61 Prozent der ab 60-Jährigen die Mehrarbeit als
wichtigen Beitrag zur Konjunktur betrachten, sind es bei den 18- bis 34-Jährigen
(36 Prozent) und den 35- bis 59-Jährigen (38 Prozent) deutlich weniger.
Einigkeit gibt es hinsichtlich der Voraussetzungen für ein Mehr an
Arbeitsleistung: 89 Prozent halten hier eine Verbesserung der ökonomischen und
politischen Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer für wichtig (nicht wichtig: 9
Prozent).
Sozialleistungen in Deutschland
Beim Thema Sozialleistungen präferieren 60 Prozent aller Befragten und
Mehrheiten in den Anhängergruppen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linke ein Land,
in dem man hohe Steuern bezahlt, dafür aber auch die Sozialleistungen
umfangreich sind. Insgesamt 27 Prozent, darunter die meisten AfD-Anhänger,
sprechen sich hingegen für ein Land mit niedrigen Steuern und geringen
Sozialleistungen aus. Was den Umfang der bestehenden Sozialleistungen in
Deutschland angeht, hält ein Drittel (33 Prozent) der Befragten diesen für zu
groß, 19 Prozent für zu klein und 43 Prozent sind mit dem Status Quo zufrieden.
Sozialversicherungen in Deutschland
Kritisch sind die Deutschen hinsichtlich des Zustands unserer
Sozialversicherungen wie Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung: Für nur 9
Prozent ist da im Großen und Ganzen alles in Ordnung, für 57 Prozent gibt es
hier größere Probleme und für 31 Prozent stehen die Sozialversicherungen kurz
vor dem Zusammenbruch. Die Lösung der Finanzierungsprobleme bei diesen
Versicherungen sieht eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen hauptsächlich im
Einsatz von mehr Steuermitteln. 15 Prozent ziehen Leistungskürzungen und 6
Prozent Beitragserhöhungen als primäre Lösung vor. Gering ist in diesem
Zusammenhang das Vertrauen in die Bundesregierung: Lediglich 25 Prozent gehen
davon aus, dass Schwarz-Rot einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme bei
den Sozialversicherungen leisten wird, fast drei Viertel (73 Prozent) haben
daran Zweifel, darunter auch 47 Prozent der CDU/CSU- und 59 Prozent der
SPD-Anhänger.
Projektion: Schwarz-Rot weiter ohne Mehrheit
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU
unverändert bei 26 Prozent, die AfD hätte leichte Verluste und käme auf 24
Prozent (minus 1). Die SPD bliebe bei 15 Prozent (unverändert), die Grünen
würden sich auf 13 Prozent (plus 1) verbessern und die Linke würde erneut 10
Prozent (unverändert) erreichen. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 12
Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent
erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot nach wie vor keine
parlamentarische Mehrheit.
Top Ten
Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und
Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius
nach wie vor auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem
Durchschnittswert von 2,0 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Januar: 1,9)
bewertet. Weiterhin mit großem Abstand folgen Johann Wadephul mit 0,6 (0,7),
Lars Klingbeil mit 0,4 (0,4) und Bärbel Bas mit 0,3 (0,0). Danach kommen
Neueinsteigerin Heidi Reichinnek mit minus 0,4, Alexander Dobrindt mit minus 0,5
(minus 0,3), Friedrich Merz mit minus 0,7 (minus 0,4) und Katherina Reiche mit
minus 0,9 (minus 0,6). Markus Söder liegt mit ebenfalls minus 0,9 (minus 0,5),
sein schlechtester Wert seit fast acht Jahren, auf Rang neun. Schlusslicht
bleibt Alice Weidel mit minus 2,6 (minus 2,5).
Ukraine-Krieg
Trotz laufender Gespräche zwischen Russland und der Ukraine zur Beendigung des
Krieges meinen nur 16 Prozent der Deutschen, darunter mit 51 Prozent weit
überdurchschnittlich viele AfD-Anhänger, dass der russische Präsident Putin
ernsthaftes Interesse an einer dauerhaften Waffenruhe hat. 80 Prozent und klare
Mehrheiten in den anderen Parteianhängergruppen bezweifeln das. Folglich glaubt
- ähnlich wie in den vergangenen Monaten - der Großteil der Deutschen (91
Prozent) nicht, dass es in den nächsten Wochen zu einer dauerhaften Waffenruhe
im Ukraine-Krieg kommen wird (kommt dazu: 6 Prozent). Zudem erwarten im Kontext
dieses Krieges 45 Prozent einen Angriff Russlands auch auf östliche NATO-Länder
wie Polen oder die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. 50 Prozent
der Deutschen, darunter die meisten AfD-Anhänger (74 Prozent), rechnen nicht
damit.
Konflikt zwischen Iran und USA
Vor dem Hintergrund der Lage im Iran und des Konflikts zwischen Iran und den USA
finden es lediglich 17 Prozent der Deutschen gut, wenn die USA in Iran
militärisch eingreifen, 61 Prozent finden das schlecht und 12 Prozent ist das
egal. Mit ursächlich für diese mehrheitlich ablehnende Haltung ist sicher auch
die Erwartung eines Flächenbrandes: Wenn es zu einem militärischen Eingreifen
der USA in Iran kommt, prognostizieren knapp drei Viertel (73 Prozent) der
Befragten eine Ausweitung des Konflikts auch auf andere Länder in der Region
(keine Ausweitung: 21 Prozent). Zudem bezweifeln 58 Prozent, dass sich durch die
geplanten Gespräche zwischen den beiden Ländern die Lage beruhigen wird, 35
Prozent äußern sich dahingehend optimistisch.
Methodik der Umfrage
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 3.
bis 5. Februar 2026 bei 1.289 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch
und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern
berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte
Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von
40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent
rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 27 Prozent,
AfD 18 Prozent, SPD 17 Prozent, Grüne 19 Prozent, Linke 10 Prozent. Das nächste
Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 27. Februar 2026.
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- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen
finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.
- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.
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