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Berlin (ots) - "Die Exportbilanz des Jahres 2025 macht die anhaltenden
strukturellen Schwächen im deutschen Exportgeschäft unübersehbar. Trotz massiver
Belastungen - darunter eine zunehmend protektionistische US-Zollpolitik,
anhaltende geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und eine schwache
Weltkonjunktur - haben die deutschen Exportunternehmen erneut ihre hohe
Anpassungsfähigkeit bewiesen. Doch diese Resilienz kann nicht darüber
hinwegtäuschen, dass eine bloße Seitwärtsbewegung die fortschreitenden Verluste
internationaler Marktanteile nicht ausgleicht.
"Die Exportbranche kann weiterhin ein zentraler Stabilitätsanker für Wachstum
und Beschäftigung in Deutschland sein. Dafür braucht sie aber endlich aktive
Unterstützung statt politischer Beobachtung von der Seitenlinie", fordert Dr.
Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen (BGA), anlässlich der aktuellen Zahlen des Statistischen
Bundesamtes zum deutschen Export.
Der deutsche Außenhandel hat im Jahr 2025 insgesamt eine sehr verhaltene
Entwicklung genommen. Die Exporte sind nominal lediglich um rund ein Prozent
gestiegen, während die Importe deutlich stärker zulegten. Damit verliert der
Export zunehmend seine Rolle als Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft",
analysiert Jandura. Besonders alarmierend sei der erneute Rückgang des
Außenhandelsüberschusses: "Mit einem Minus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr
verzeichnen wir den stärksten Rückgang außerhalb der Pandemiezeit - ein klares
Warnsignal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts."
"Zwar ist ein massiver Einbruch erneut ausgeblieben und der Außenhandel hat
seine Flexibilität unter Beweis gestellt, doch von einer echten Erholung kann
keine Rede sein", so Jandura weiter. "Ich wiederhole deshalb meinen Hinweis aus
dem Dezember: Stillstand bedeutet im globalen Wettbewerb Rückschritt. Ohne
spürbare Verbesserungen der Rahmenbedingungen setzt sich der Verlust
internationaler Marktanteile ungebremst fort."
"Die Ursachen für den anhaltenden Druck auf die Exportwirtschaft sind seit
Langem bekannt, werden politisch aber noch immer nicht verfolgt. Unsere
Exporteure kämpfen gleichzeitig mit wachsenden Handelshemmnissen, geopolitischen
Risiken, einer schwachen Nachfrage auf vielen Weltmärkten und einer stetig
zunehmenden regulatorischen Belastung - insbesondere aus Europa. Hinzu kommen
hohe Energiepreise, komplexe Berichtspflichten und eine schleppende
handelspolitische Flankierung deutscher Interessen", kritisiert der
BGA-Präsident.
"Was wir jetzt brauchen, ist ein klarer wirtschaftspolitischer Kurswechsel:
weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, wettbewerbsfähige Energiepreise
und eine aktive, strategische Handelspolitik, die neue Märkte öffnet statt
bestehende zu verengen. Die Politik muss endlich liefern - in Berlin ebenso wie
in Brüssel. Nur so lässt sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit des
Standorts Deutschland sichern und der Außenhandel wieder auf einen nachhaltigen
Wachstumspfad führen", so Jandura abschließend.
Im Dezember 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber November 2025 kalender-
und saisonbereinigt um 4,0 % und die Importe um 1,4 % gestiegen. Im Vergleich
zum Vorjahresmonat Dezember 2024 nahmen die Exporte um 2,7 % und die Importe um
5,6 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger
Ergebnisse weiter mitteilt. Im Gesamtjahr 2025 stiegen die Exporte gegenüber dem
Vorjahr kalender- und saisonbereinigt um 1,0 % und die Importe um 4,4 %.
Pressekontakt:
Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
Frederike Röseler
Pressesprecherin
Tel: 030/590099520
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OTS: BGA Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e
.V.
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