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Sperrfrist: 11.02.2026 13:00
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Berlin (ots) - Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat heute
ihr neues Jahresgutachten an Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben. Darin
betont sie die Bedeutung von Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit des
deutschen Mittelstands.
Da mittelständische Unternehmen - d.h. Unternehmen, bei denen Eigentum und
Geschäftsführung zusammenfallen - den Großteil der Unternehmen in Deutschland
ausmachen, ist ihre Innovationstätigkeit für die Innovationslandschaft in
Deutschland maßgeblich. Unter Berücksichtigung von Eigenschaften wie
Unternehmensgröße oder Branchenzugehörigkeit gelingt es mittelständischen
Unternehmen häufiger als vergleichbaren nicht-mittelständischen Unternehmen,
Produkt- oder Prozessinnovationen einzuführen.
Bemerkenswert ist zudem, dass sie trotz geringerer Innovationsausgaben höhere
Umsatzanteile mit Produktinnovationen erzielen konnten. Ihre
Innovationsfähigkeit wird jedoch angesichts von Hemmnissen wie Fachkräftemangel
oder Bürokratie ausgebremst. "Mittelständische Unternehmen stoßen bei der
Umsetzung innovativer Ideen an administrative und personelle Grenzen. Für eine
Stärkung der Innovationskraft müssen Maßnahmen zur Innovationsförderung, zum
Abbau bürokratischer Belastungen und zur Fachkräftesicherung umgesetzt werden",
erläutert die EFI-Vorsitzende, Prof. Irene Bertschek vom ZEW - Leibniz-Zentrum
für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim.
Vereinfachungen im Antragsprozess bei der Innovationsförderung erforderlich
Unternehmerische Innovationsaktivitäten werden durch eine Reihe von staatlichen
Fördermaßnahmen unterstützt. Insbesondere die im Jahr 2020 eingeführte
Forschungszulage erfreut sich großer Beliebtheit. "Die Nutzung bestehender
Förderangebote ist häufig mit einer Reihe von bürokratischen Erfordernissen
verbunden, die gerade für kleinere Unternehmen eine höhere Hürde darstellen.
Daher braucht es einen vereinfachten Antragsprozess und deutlich einfachere und
stärker automatisierte Prozesse beim Zugang zur Forschungsförderung,
insbesondere auch der Forschungszulage", so Prof. Friederike Welter, Präsidentin
des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn und Mitglied der EFI.
Bürokratische Hemmnisse reduzieren
"Um die Innovationsaktivität insbesondere des Mittelstands zu fördern, sollte
die Bundesregierung konsequent Bürokratie abbauen, also beispielsweise
Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen", fordert Welter. Die
Modernisierungsagenda des Bundes sowie die der Länder sollten dazu
vorangetrieben werden. Ebenso sollten Wissen sowie Erfahrungen aus der Praxis
systematisch in Regulierungsprozesse einbezogen werden, um neue Regelungen
verständlich, nachvollziehbar und praxistauglich zu gestalten. Dafür eignet sich
in besonderem Maße das Instrument der Praxischecks. Das Once-Only-Prinzip, also
das Vermeiden des mehrmaligen Einreichens von Daten beispielsweise bei Melde-
und Berichtspflichten, führt maßgeblich zu einer Reduktion der bürokratischen
Belastungen.
Einwanderung qualifizierter Fachkräfte erleichtern
Die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte sollte deutlich vereinfacht und die
entsprechenden Verfahren sollten beschleunigt werden. Eine zentrale digitale
Plattform nach dem Once-Only-Prinzip könnte sämtliche Verfahren zur Einreise,
Anerkennung von Qualifikationen und Erteilung von Aufenthaltstiteln bündeln. Die
im Koalitionsvertrag vorgesehene "Work-and-Stay-Agentur" kann diese Rolle
einnehmen. "Ohne qualifizierte Fachkräfte kann der Mittelstand seine
Innovationspotenziale nicht umsetzen. Eine praxisnahe Ausgestaltung der
Work-and-Stay-Agentur, regelmäßige Evaluierungen und eine spürbare Entlastung
der Unternehmen, Fachkräfte und Studierenden sind hier entscheidend", so
Bertschek.
Pressekontakt:
Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)
Dr. Helge Dauchert
Leiter der Geschäftsstelle
Pariser Platz 6 | 10117 Berlin
T +49 (0) 30 322 982 562
mailto:helge.dauchert@e-fi.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/71404/6212091
OTS: Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)
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