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Köln (ots) - NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich bestürzt zum Fall des
getöteten 14-jährigen Yosef aus Dormagen geäußert. Die Polizei hat einen
12-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.
Reul sagte dem WDR: "Der Vorgang ist schon fürchterlich, dass so ein junger
Mensch umgebracht wird, aber dann auch noch möglicherweise von einem
Gleichaltrigen - das macht einen fassungslos und wirft viele Fragen auf."
Zur Debatte bezüglich einer möglichen Absenkung des Strafmündigkeitsalters sagte
Reul: "Man muss darüber nachdenken, wie man solche Kinder sanktioniert. Welches
ist die richtige Form? Das ist dann erstmal für mich keine juristische Frage,
sondern eine politische oder polizeiliche. Ob dann die Strafmündigkeit eine
Antwort ist - ich will es nicht ausschließen, aber für mich ist das nicht
Priorität eins."
Reul weiter: "In dem Fall muss jetzt sorgfältig ermittelt werden. Der Junge ist
jetzt erstmal "aus dem Verkehr gezogen". Man muss die Fakten zusammentragen, und
dann bin ich auch selbst gespannt, wie man damit umgeht und das löst. Und ob die
vorhandenen Möglichkeiten, die wir haben reichen, um eine Antwort zu geben, die
alle zufrieden stellt."
Erst vor einem Monat hatte sich NRW-Innenminister Reul dafür ausgesprochen, eine
Absenkung des Alters der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre zu prüfen. "Wenn immer
mehr junge Menschen straffällig werden, müssen wir unser Sanktionssystem
anpassen", hatte Reul Anfang Januar gesagt. Auch Jugendliche müssten für ihr
Verhalten geradestehen. "Wenn wir ehrlich sind, sind Zwölfjährige heute nicht
mehr so, wie sie vor 20 Jahren waren."
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