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Cortina d'Ampezzo (ots) - Olympische Winterspiele Mailand Cortina 2026:
Deutschlands Max Langenhan holt Olympia-Gold vor dem Österreicher Jonas Müller
und dem Italiener Dominik Fischnaller
Rodel Weltmeister Max Langenhan krönte sich mit viermal Bahnrekord in vier
Läufen und einer Gesamtzeit von 3:31,191 Minuten souverän zum Olympiasieger im
Herren Einzel. Für den Deutschen ist es die erste Olympiamedaille. In Peking
2022 war er auf den sechsten Platz gerodelt.
Nach dem Rennen gestand Langenhan: "Die ersten drei Durchgänge war ich schon ein
wenig angespannt, den vierten habe ich dann genossen." Langenhan stand in dieser
Saison bei jedem Weltcup auf dem Podium, hatte aber keinen davon gewonnen.
Cheftrainer Patric Leitner beschreibt den neuen Olympiasieger als "coole Socke".
Ganz gerührt war Langenhan nach der Siegerehrung mit der Medaille um den Hals:
"Das Ding ist krass schwer. Ich würde die Medaille gerne in tausend Stücke
zerteilen und allen, die mich auf dem Weg zu diesem Sieg begleitet haben, etwas
davon geben. Von diesen Menschen, meinen ersten Trainern und meinen ersten
Sponsoren, waren heute so viele hier, das macht diesen Tag zu einem ganz
Speziellen."
Langenhan folgt auf seinen früheren Teamkollegen Johannes Ludwig, der vor vier
Jahren in Peking Gold gewonnen hatte. Es war der zwölfte Erfolg eines Rodlers
aus Deutschland, bei 17 Olympischen Winterspielen seit 1964.
Dabei war Langenhan vor allem in den ersten beiden Durchgängen stark
gehandicapt. "Ich habe ziemliche Nackenschmerzen", verriet er am Samstag, "ich
bin in der Nacht aufgewacht und war der Meinung, dass ich nicht fahren kann.
Aber unsere medizinische Abteilung hat an meinem Genick sechs Stunden
rumgewirkt, sodass es einigermaßen gut ging."
Silber ging an Jonas Müller. Der 28-jährige Österreicher hatte 0,596 Sekunden
Rückstand auf Langenhan. Kleiner Trost für Müller: Im dritten Durchgang erzielte
er in 3,482 Sekunden einen Startrekord. Den Wettkampf fasste Müller mit den
Worten zusammen: "Ich war recht locker, überhaupt nicht nervös." Auch in der
Nacht habe er gut geschlafen. Dann sagte er noch: "Das ist eine Medaille nicht
nur für mich, sondern für das ganze Team und speziell für die Trainer, die einen
tollen Job gemacht haben. Das ist eine Medaille für ganz Österreich."
Dritter und damit Gewinner der Bronzemedaille wurde der Italiener Dominik
Fischnaller. Er hatte 0,934 Sekunden Rückstand. "Ich habe mich vom ersten
Durchgang an sehr wohl in der Bahn gefühlt", sagte Fischnaller und zielte auf
seinen Heimvorteil ab, "aber ich habe auch 200 Läufe mehr als die anderen."
Armin Zöggeler, zweimaliger Olympiasieger und aktueller Sportdirektor der
italienischen Rodler, sagte: "Es ist mega, mit einer Bronzemedaille in diese
Spiele zu starten. Das nimmt Druck von der gesamten Mannschaft."
Auf Platz vier kam der Lette Kristers Aparjods. Nach einem schwächeren dritten
Lauf, in dem er nur die siebtbeste Zeit erreichte, war für den 27-Jährigen das
Podest außer Reichweite geraten. 1,421 Sekunden betrug sein Rückstand. Fünfter
wurde der Österreicher Nico Gleirscher. Der Bruder von David Gleirscher,
Olympiasieger 2018 in Pyeongchang, war um 1,781 Sekunden länger in der Bahn als
Sieger Langenhan.
Der im Weltcup in der Gesamtwertung Führende Felix Loch konnte sich nach einem
völlig verkorksten ersten Durchgang, von Lauf zu Lauf in der Ergebnisliste von
Platz neun noch auf die sechste Position nach vorne arbeiten. Sein Rückstand:
1,860 Sekunden. Bei ihm bestätigte sich, was er vor dem Wettbewerb gesagt hatte:
"Du brauchst vier annähernd perfekte Läufe, vier gute Starts - dann ist am Ende
alles möglich." Doch wegen eines Auftakts konnte er nicht in die Entscheidung
eingreifen.
Wegen der spannenden Entscheidung bei den Herren standen nicht nur Tausende
Zuschauer am neuen Eiskanal im Cortina Sliding Centre, sondern es begeisterte
auch führende Staatsmänner. So konnte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz
Max Langenhan anschließend im Deutschen Haus zur Goldmedaille gratulieren. Sein
österreichische Kollege Christian Stocker hatte Landsmann Müller vor Ort an der
Bahn die Daumen gedrückt. Und Kristers Aparjods wurde vom lettischen
Staatspräsidenten Edgars Rinkevics unterstützt.
Pressekontakt:
FIL Internationaler Rodelverband
Margit Dengler-Paar
mailto:press@fil-luge.org
http://www.fil-luge.org
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