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Hamburg (ots) - Die traditionelle Fastenzeit beginnt jedes Jahr am
Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Für viele Menschen ist die Fastenzeit
heute jedoch weniger religiöse Pflicht als vielmehr eine bewusste Pause vom
Alltag, eine Art Reset für Körper und Geist. Statt strikt zu verzichten, geht es
um neue Routinen - etwa weniger Zucker und Alkohol, Digital Detox oder
bewusstere Entscheidungen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klima. Leichte,
nährstoffreiche Mahlzeiten stehen dabei hoch im Kurs. Fisch spielt nicht nur im
traditionellen, sondern auch in dem modernen Fastenverständnis eine besondere
Rolle. Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) e. V. zeigt, warum Hering und Matjes
gerade jetzt überzeugen und wie sich Tradition und zeitgemäßer Genuss verbinden
lassen.
Fisch statt Fleisch - heißt es traditionell zur Fastenzeit. Denn Fleisch galt
früher als Genussmittel, mit dessen Verzicht an das Leiden und den Tod Jesu
gedacht werden sollte. Fisch, der nicht zu den warmblütigen Tieren zählte und
lange als einfache Alltagskost galt, war dagegen erlaubt. Und auch heute folgen
viele Christen in den 40 Tagen vor Ostern noch dieser Tradition. Gerade von den
Jüngeren wird die Fastenzeit jedoch inzwischen häufig neu interpretiert: Themen
wie die eigene Gesundheit und der maßvollere Umgang mit den Ressourcen des
Planeten rücken zunehmend in den Fokus. "Und auch dazu gehört, weniger Fleisch
zu essen", erklärt Julia Steinberg-Böthig, Ernährungswissenschaftlerin des FIZ.
"Nicht ohne Grund hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bereits 2024
ihre Empfehlung für den Fleischkonsum halbiert und rät zu einer
pflanzenbetonteren Ernährung - bei weiterhin ein bis zwei Fischmahlzeiten pro
Woche", so die Expertin. Fisch spielt als gesunde Proteinquelle eine wichtige
Rolle. Er liefert hochwertiges Eiweiß und lebenswichtige Omega-3-Fettsäuren. Da
Hering diese Nährstoffe in besonderem Maße vereint und seit Jahrhunderten als
zulässige, leichte Alternative zu Fleisch gilt, wurde mit dem beliebten Fisch
vielerorts die Fastenzeit eingeleitet.
Matjes - der Hering, der auf der Zunge zergeht
Klaas Müller, Geschäftsführer von Emder Matjes, erklärt: "Bei Hering denken die
meisten Deutschen zuerst an Matjes." Bei dieser besonderen Zubereitungsform
reift der ab Ende Mai gefangene Hering eine Woche lang in einer Salzlake, um
besonders zart zu werden. Dabei ist Matjes nicht gleich Matjes: Es gibt
holländischen Doppelmatjes und Matjes nordischer Art. Die beiden unterscheiden
sich hauptsächlich im Reifeprozess und der Haltbarkeit: "Die holländische
Variante reift an der Gräte mit Schwanzflosse und Bauchspeicheldrüse in Salzlake
und muss zügig verspeist werden, da sie schneller verdirbt", so der Experte.
"Die nordische Art reift dagegen ohne Innereien als Fischfilet mit oder ohne
Haut in einer Salzmischung mit Enzymen, milden Säuren wie Zitronen- und
Apfelsäure und einem Konservierungsmittel. So ist der Matjes länger haltbar und
wir können ihn in 30 verschiedenen kulinarischen Varianten das ganze Jahr über
anbieten, zum Beispiel in Öl, Senf-Sahne-Dressing, als Räuchermatjes, mit
Sherry, Bärlauch und vielem mehr."
Geschmacklich ähneln sich beide Matjes-Varianten. Fischsommelier Steffen Euler
aus Bonn weiß: "Merkmale eines guten Matjes sind immer der glänzende
Silberspiegel und ein frischer Geruch. Außerdem darf er weder zu salzig noch zu
sauer oder tranig schmecken - und ist so weich, dass er sich mit der Zunge am
Gaumen zerdrücken lässt." Zur Fastenzeit schmeckt Matjes klassisch mit Birnen,
Bohnen und Speck, Bratkartoffeln und grünen Bohnen oder zu Schwarzbrot. Für
Kenner wie Klaas Müller ist Matjes jedoch deutlich vielseitiger: "Wir haben
Matjes schon in Burgern mit Meerrettich-Dressing oder als Club Sandwiches
serviert. Und in Emden gibt es sogar ein Restaurant, das Matjesfrühlingsrollen
anbietet."
Hering - leichter, vielseitiger und moderner Genuss zur Fastenzeit
Doch wie heißt es so schön: Jeder Matjes ist ein Hering - aber nicht jeder
Hering ist ein Matjes. Neben dem Klassiker bietet Hering für Fischsommelier
Steffen Euler auch viele andere Möglichkeiten, die leichte Fastenküche zu
genießen. "Bismarckhering ist beispielsweise ideal für Salate mit Rote Bete und
Apfel, Räucherhering schmeckt köstlich in Bowls mit Avocado, Quinoa, Gurken und
einem Joghurt-Tahini-Zitronen-Dressing und gebratene Heringsfilets lassen sich
statt mit Pellkartoffeln auch mit Coleslaw in Tortillas servieren", so der
Experte. "Viele sind überrascht, wie vielseitig und modern der Fisch eingesetzt
werden kann."
Mehr als Genuss: Hering ist nährstoffreich und klimafreundlich
Neben Geschmack, Tradition und seinen ernährungsphysiologischen Vorteilen
überzeugt Hering (auch als Matjes) auch durch seinen vergleichsweise geringen
CO2e-Fußabdruck. Vergleichende Ökobilanzen zeigen, dass Rindfleisch über die
gesamte Wertschöpfungskette hinweg deutlich höhere Treibhausgas-Emissionen
verursacht als Hering. Hauptursachen sind insbesondere Emissionen aus der
Tierhaltung sowie der Futtermittelproduktion, aber auch Verarbeitung und
Transport.
"Im Vergleich zu Rindfleisch lassen sich mit Hering deutlich geringere
Treibhausgas-Emissionen pro Kilogramm Lebensmittel erzielen", erklärt Julia
Steinberg-Böthig. "Wer also häufiger Fisch statt Fleisch auf den Speiseplan
setzt - nicht nur in der Fastenzeit -, kann damit einen Beitrag zu einer
klimabewussteren und ausgewogenen Ernährung leisten."
Pressekontakt:
Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig
Große Elbstraße 133
D-22767 Hamburg
Tel. 040 / 389 25 97
Mobil: 0151 420 360 58
Mail: mailto:jboethig@fischinfo.de
Web: http://www.fischinfo.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41894/6212772
OTS: FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.
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