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Berlin (ots) - Während seiner ersten Tage bei der Bundeswehr ernährte er sich
fast nur von Reis, weil ihm niemand zuhörte - am Ende stand er für sein Land als
respektierter Soldat Spalier und galt unter seinen Kameraden als "gewählte
Person des Vertrauens": Saad Chahrrours Geschichte unterstreicht nicht nur, was
möglich ist, wenn man für sich und andere einsteht. Sie zeigt vor allem, dass es
für jedes Problem eine Lösung gibt. Wie er seine ehemaligen Kameraden unter
dieser Prämisse bei nahezu allem unterstützt und was ihn dabei antreibt, lesen
Sie hier.
Sie wollen ihrem Land dienen, ihre Familie stolz machen und verteidigen, was
ihnen am Herzen liegt: Jeden Tag riskieren Soldaten der Bundeswehr sowohl ihre
Gesundheit als auch ihr Wohlbefinden - allerdings nicht immer nur im direkten
Einsatz, sondern oft genug auch im Zusammenhang mit völlig alltäglichen Dingen
des Soldatenlebens. So sind es auch die langen Trennungen von ihren Geliebten,
ständige Versetzungen oder sogar vermeintlich harmlose bürokratische
Angelegenheiten, die ihnen teils immense Sorgen bereiten: Wie soll ich Beruf und
Privatleben unter einen Hut bringen? Wie läuft das eigentlich mit meinen Steuern
und Versicherungen? Wem kann ich mich bei sensiblen Themen anvertrauen? Fragen
über Fragen, mit denen sich Soldaten nur allzu oft alleingelassen fühlen.
Ähnlich ging es auch Saad Chahrrour - wenngleich seine persönlichen Hürden
zunächst mehr mit seinem religiösen Hintergrund zu tun hatten. Als Sohn
syrischer Einwanderer legte er dabei schon immer großen Wert auf das Thema
Integration. "Speziell meine Mutter betrieb viel Vereins- sowie
Öffentlichkeitsarbeit und engagierte sich ehrenamtlich. Nach ihrem Tod wollte
ich mich auf ähnliche Weise für Deutschland einsetzen und meine Kompetenzen
nutzen, um für hilfsbedürftige Menschen einen ähnlich positiven Einfluss zu
haben - vor allem in meinem direkten Umfeld innerhalb der Bundeswehr", erklärt
Saad Chahrrour hierzu. So absolvierte der junge Rekrut aus Hessen seine
Grundausbildung in einer Kaserne in Bad Reichenhall - und avancierte im Laufe
seiner Karriere zum Sprachrohr und vertrauensvollen Ansprechpartner seiner
Kameraden. Den Grundstein dafür legten einige seiner individuellen
Herausforderungen und wichtige Erkenntnisse im Gespräch mit anderen Soldaten.
Raum für religiöse Entfaltung: So verdeutlichte Saad Chahrrour, wie schwierig
und zugleich wichtig es ist, Probleme an der Wurzel zu packen
Während das Verteidigungsministerium nach einer Studie aus 2023 von circa 3.000
Muslimen im aktiven Militärdienst spricht, gab die Deutsche Islamkonferenz ihre
Anzahl auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Zuge einer Ausarbeitung
der Wissenschaftlichen Dienste im Jahr 2019 mit etwa 1.500 an. Zwar mögen die
Schätzungen auch wegen der fehlenden Verpflichtung von Bundeswehrsoldaten, ihre
Religionsangehörigkeit anzugeben, auseinandergehen - die Erkenntnis daraus ist
jedoch ungeachtet der tatsächlichen Anzahl die gleiche: Unter den etwas mehr als
180.000 aktiven Soldaten der Bundeswehr bleiben Muslime deutlich in der
Minderheit. Ein Umstand, der bis heute Probleme und Herausforderungen mit sich
bringt, die eigentlich längst keine mehr sein dürften: "Zuerst fiel mir auf,
dass es weit und breit keinen ruhigen Ort zum Beten gab. Ebenso schnell wurde
mir aber klar, dass die Schwierigkeiten hier gerade erst anfingen", erinnert
sich Saad Chahrrour.
Denn nachdem die Gebetsfrage zwar ein paar Beschwerden und einige schiefe Blicke
der Vorgesetzten hervorgerufen hatten, konnten diese aber später zu Saad
Chahrrours Zufriedenheit geklärt werden. Seine Bitte um Verpflegung ohne
Schweinefleisch stieß hingegen lange auf taube Ohren. Nach schier endlosen,
kräfteraubenden Tagen im Feld durften sich seine Kollegen stets über stärkende
Mahlzeiten freuen - auf Saad Chahrrour, einziger Moslem der Kompanie, wartete
hingegen nur trockener Reis. "Es dauerte nicht lange, bis ich mehr als zehn Kilo
abgenommen hatte", erzählt er. "Einfach hinnehmen konnte ich das nicht." Also
kämpfte er weiter, bis man ihm und seinen Kameraden gleichwertige Alternativen
zur Verfügung stellte.
Den Respekt anderer Soldaten und aller Menschen um sich herum verschaffte er
sich allerdings nicht nur durch seinen unermüdlichen Einsatz für
Angelegenheiten, die ihm wichtig sind. Denn trotz religiöser Hürden fügte er
sich schnell in das Gesamtgefüge ein, brach beständig und scheinbar mühelos
sämtliche Rekorde seiner Einheit der Gebirgsfernmelder und legte mit voller
Entschlossenheit eine beachtliche Karriere hin: Im Anschluss an seinen ohnehin
bereits verlängerten Freiwilligen Wehrdienst verpflichtete sich Saad Chahrrour
für weitere acht Jahre. Nach mehreren Einsätzen, unter anderem im Kosovo als
Lagermaterialbeschaffer und im Crowd-Riot-Control-Trupp sowie der Beförderung
zum Personaloffizier folgte schließlich eine Tätigkeit in der zivilen
Verteidigung im öffentlichen Dienst.
Herausforderungen im Soldatenalltag: Dank des Soldatenhilfe e.V. von Saad
Chahrrour bleibt niemand damit allein
"Für mich waren das auch Jahre der Erkenntnis: Im Laufe der Zeit stellte ich
immer deutlicher fest, dass sich all die Herausforderungen im Soldatenalltag
keineswegs nur auf religiöse Fragen oder vergleichsweise außergewöhnliche
Einzelfälle beschränken", verrät Saad Chahrrour. "Nein, jeder meiner Kameraden
hatte sein Paket zu schleppen - erst durch den direkten Austausch darüber mit
einigen von ihnen wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich beim Tragen helfen
zu lassen." So schloss er sich mit anderen ehemaligen Soldaten zusammen, um
genau hierfür gemeinsame Ideen zu entwickeln.
"Daraus entstand letztendlich unser Soldatenhilfe e.V.: Zusammen mit wichtigen
Partnern und Freunden greifen wir den Kameraden bei allem unter die Arme, wo sie
unsere Hilfe benötigen - von klassischen Themen wie Umzugskosten oder Kindergeld
bis hin zu komplexen Bereichen wie psychologischen Fragen, steuerlichen Hürden
oder versicherungstechnischen Herausforderungen", erläutert Saad Chahrrour.
"Entscheidend sind hierbei neben der persönlichen Erfahrung der ehemaligen
Soldaten auch ein mittlerweile umfassendes Netzwerk an Experten für die
unterschiedlichsten Angelegenheiten sowie eine enge Zusammenarbeit mit der
Bundeswehr." Bei Soldatenhilfe e.V. findet sich damit zu jedem Thema der
passende Ansprechpartner.
"Selbstverständlich legen wir dabei in jedem Fall größten Wert auf Anonymität,
Neutralität und Diskretion - unter anderem durch eine benutzerfreundliche
Chatfunktion, die problemlos auf jedem Smartphone nutzbar ist", betont Saad
Chahrrour. Auf dieser Basis arbeiten die erfahrenen Berater des Soldatenhilfe
e.V. bereits intensiv mit Soldaten in den unterschiedlichsten Lebenslagen
zusammen.
Sie sind Soldat und wünschen sich gleichermaßen unkomplizierte wie diskrete
Unterstützung bei bürokratischen, rechtlichen oder persönlichen Themen? Dann
melden Sie sich jetzt bei Saad Chahrrour und erfahren Sie mehr über das Angebot
des Soldatenhilfe e.V. (https://www.soldatenhilfe.de/) !
Pressekontakt:
Soldatenhilfe e.V.
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OTS: Soldatenhilfe e.V.
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