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Schwarzach (ots) - Das Geschäft läuft, die Kunden sind da und trotzdem schließen
immer mehr Firmen. Der Grund ist oft simpel: Es fehlt eine Nachfolge. Laut KfW
zieht inzwischen jedes vierte Unternehmen eine bewusste Geschäftsaufgabe in
Betracht. Hochgerechnet sind das rund 114.000 Stilllegungen pro Jahr bis 2029.
Gleichzeitig spitzt sich die Lage zu, weil die Chefs älter werden: Das
Durchschnittsalter liegt bei über 54 Jahren, mehr als die Hälfte ist 55 oder
älter.
Die meisten scheitern nicht am Verkauf, sondern an der Vorbereitung. Wer 12 bis
24 Monate vorher Zahlen sortiert, Abhängigkeiten vom Inhaber reduziert und
Verantwortung im Team aufbaut, bekommt Interessenten und oft auch einen besseren
Preis. Wie das konkret geht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Stilllegung ist selten eine wirtschaftliche Entscheidung
In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die Geschäftsaufgabe häufig als Konsequenz
mangelnder Rentabilität oder struktureller Schwäche. Die Realität im Mittelstand
zeichnet jedoch ein anderes Bild. Viele Unternehmen, die über eine Stilllegung
nachdenken, verfügen über stabile Umsätze, eingespielte Kundenbeziehungen und
erfahrene Mitarbeiter. Die Ursachen liegen deutlich häufiger auf der
persönlichen Ebene der Inhaber. Das Erreichen oder die Nähe zum Rentenalter ist
inzwischen der wichtigste Auslöser für Stilllegungsüberlegungen. Hinzu kommt,
dass familieninterne Nachfolgen seltener werden und externe Lösungen als
komplex, zeitintensiv und unsicher wahrgenommen werden.
Ein weiterer Faktor gewinnt zunehmend an Bedeutung: der bürokratische und
rechtliche Aufwand rund um eine Unternehmensübergabe. Gesellschaftsrechtliche
Fragen, steuerliche Gestaltung, Haftungsthemen und umfangreiche
Informationspflichten wirken auf viele Unternehmer abschreckend. Gerade bei
kleineren und mittleren Betrieben entsteht so der Eindruck, dass der Aufwand
einer Übergabe in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Die Stilllegung
erscheint dann als der vermeintlich einfachere, kontrollierbare Weg - selbst
wenn sie wirtschaftlich nicht zwingend notwendig wäre.
Warum der Markt Nachfolger nicht automatisch findet
Oft wird angenommen, ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen werde früher oder
später einen Käufer oder Nachfolger finden. Diese Annahme greift zu kurz. Der
Markt für Unternehmensnachfolgen funktioniert nicht automatisch, sondern folgt
eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die Zahl potenzieller Übernehmer ist seit Jahren
rückläufig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an fachliche Qualifikation,
Führungskompetenz und finanzielle Tragfähigkeit. Hinzu kommt, dass viele
Betriebe stark auf die Person des Inhabers zugeschnitten sind.
Abhängigkeiten vom Unternehmer - etwa in Vertrieb, Kundenbeziehungen oder
Entscheidungsprozessen - reduzieren die Attraktivität für externe Interessenten
erheblich. Was für den laufenden Betrieb lange funktioniert hat, wird im
Übergabeprozess zum Risiko. Ohne dokumentierte Prozesse, ohne klare
Verantwortungsstrukturen und ohne zweite Führungsebene entsteht der Eindruck
eines Unternehmens, das ohne seinen Gründer nicht eigenständig überlebensfähig
ist. In solchen Fällen scheitert eine Nachfolge nicht am grundsätzlichen
Interesse, sondern an fehlender Vorbereitung.
Vorbereitung entscheidet über Fortbestand und Wert
Erfolgreiche Nachfolgen beginnen selten mit der Suche nach einem Käufer, sondern
mit einer strukturellen Vorbereitung des Unternehmens. Erfahrungswerte zeigen,
dass ein Vorlauf von mindestens zwölf bis 24 Monaten entscheidend ist. In dieser
Phase werden nicht nur Zahlen aufbereitet, sondern vor allem Abhängigkeiten
reduziert und Strukturen geschaffen, die eine Übergabe ermöglichen. Dazu gehört
eine transparente Finanz- und Ertragslage ebenso wie der systematische Aufbau
von Verantwortung im Führungsteam.
Unternehmen, die diesen Prozess konsequent angehen, verbessern nicht nur ihre
Chancen auf eine Nachfolgelösung, sondern häufig auch ihre Bewertung. Klar
definierte Prozesse, belastbare Kennzahlen und ein funktionierendes Management
erhöhen die Planungssicherheit für potenzielle Nachfolger. Gleichzeitig sinkt
das Risiko, dass Verhandlungen an Unsicherheit oder mangelndem Vertrauen
scheitern. Die Vorbereitung wird damit zum zentralen Hebel zwischen Stilllegung
und Fortführung.
Nachfolge ist eine strategische Phase, kein letzter Schritt
Die zunehmende Zahl geplanter Stilllegungen zeigt weniger ein wirtschaftliches
Problem als ein strukturelles. Nachfolge wird noch immer zu häufig als letzter
Akt der Unternehmerlaufbahn verstanden statt als eigenständige strategische
Phase. Dabei entscheidet sich der Fortbestand eines Unternehmens nicht in den
letzten Monaten vor dem Rückzug, sondern Jahre zuvor.
Wer frühzeitig Klarheit schafft, Alternativen prüft und das Unternehmen auf
Übergabefähigkeit ausrichtet, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen
Fortführung erheblich. Für viele Betriebe bedeutet das nicht nur den Erhalt des
Lebenswerks, sondern auch die Sicherung von Arbeitsplätzen und regionaler
Wertschöpfung. Die Alternative - eine geordnete Stilllegung - mag im Einzelfall
sinnvoll sein. Sie sollte jedoch das Ergebnis einer bewussten Entscheidung sein,
nicht die Folge fehlender Vorbereitung.
Über Fabian Zamzau und Michael Polit:
Fabian Zamzau und Michael Polit sind die Geschäftsführer der Otter Consult GmbH.
Sie unterstützen Unternehmer dabei, einen qualifizierten Nachfolger für ihren
Betrieb zu finden, um ihn im Anschluss gewinnbringend an den Interessenten zu
verkaufen. Das Team der Otter Consult GmbH begleitet seine Kunden hierbei bei
allen wichtigen Prozessen und Entscheidungen und betreut sie vollumfänglich bis
zum Verkauf. Weitere Informationen unter: https://otterconsult.de/
Pressekontakt:
Otter Consult GmbH
Vertreten durch: Fabian Zamzau & Michael Polit
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