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Hamburg (ots) - 16. 2. 2026 - Die Havarie eines Öltankers der russischen
Schattenflotte würde die Küsten der Ostsee und das Meeresökosystem entlang der
Tankerroute schwer beschädigen. Von Finnland über Schweden und Deutschland bis
nach Dänemark wären im Falle einer Ölpest Meeres- und Küstenschutzgebiete
betroffen, die für das Überleben von Seevögeln, Meeressäugern und als
Kinderstube vieler Fischbestände entscheidend sind. Zudem wären durch einen
Unfall gleichzeitig die beliebtesten Urlaubsgebiete auf Jahre belastet. Zu
diesem Ergebnis kommt Greenpeace auf Grundlage einer datenbankgestützten
Simulationsstudie, die das Helmholtz-Zentrum Hereon für die
Umweltschutzorganisation erstellte ( https://t1p.de/stcov ). Insgesamt wurden
acht verschiedene Unfallorte entlang der Tankerroute vom russischen Ölhafen
Primorsk bis zum dänischen Skagen am Ausgang der Ostsee simuliert. Russland
exportiert über die Route das Gros seines Rohöls und finanziert mit dem Verkauf
den Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Das Letzte, was die ohnehin schwer
bedrohte Ostsee braucht, ist eine Ölpest. Die Simulationen zeigen, wie dadurch
das Ökosystem für Jahrzehnte belastet wird", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo
Maack. "Außenminister Johann Wadephul muss seinen Worten endlich Taten folgen
lassen und flaggen- und damit staatenlose Tanker an die Kette legen."
Das Helmholtz-Zentrum Hereon hat berechnet, wie sich 48.000 Tonnen Öl der Sorte
"Ural Crude" an acht Positionen entlang der Tankerroute über einen Zeitraum von
30 Tagen ausbreiten würden. Dazu wurden Strömungs- und Winddaten des Bundesamtes
für Seeschifffahrt und Hydrographie genutzt.
Geistertanker ohne Staatszugehörigkeit und Versicherungsschutz sind eine
zusätzliche Gefahr
Die bestehenden Sanktionen - auch die der Europäischen Union - unterbinden nicht
den Export von russischem Öl mit veralteten, schlecht gewarteten und
unterversicherten Tankern. Im Falle einer Ölpest würden deutsche Steuerzahlende
auf den Kosten sitzen bleiben. Sogenannte Geistertanker fahren ohne
Flaggenzugehörigkeit, wodurch jegliche Versicherung erlischt. Einige Tanker sind
zudem ohne gültige IMO-Nummer unterwegs, was illegal ist und eine Straftat nach
internationalem Seerecht darstellt. Mitte Dezember hatte der EU-Rat mit
Unterstützung der Bundesregierung erklärt, gegen diese Tanker vorgehen zu
wollen, da sie nicht unter das Internationale Seerecht fallen und sie daher kein
Recht auf friedliche Durchfahrt haben. Seitdem ist nur einem flaggenlosen Tanker
die Einfahrt in die deutsche Ostsee verweigert worden, der Tavian. In 19 anderen
solchen Fällen konnten die Schiffe unbehelligt von deutschen Behörden passieren.
"Die Faktenlage ist erdrückend, die Bundesregierung muss endlich gegen die
Schattenflotte und ihre Geistertanker handeln", sagt Thilo Maack, Meeresbiologe
von Greenpeace.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Thilo Maack, Tel. 0171-8780841, oder
Pressesprecher Björn Jettka, Tel. 0171-8780778. Die Computersimulation der
Ölunfälle finden Sie hier: https://t1p.de/stcov Pressestelle: Tel.
040-30618-340, presse@greenpeace.de; http://www.greenpeace.de/
Pressekontakt:
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6343/6217222
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