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Berlin (ots) - Gasfahrzeuge spielen weiterhin eine wichtige Rolle für die
Treibhausgasminderung im Verkehrssektor - insbesondere beim Straßengüterverkehr.
Neue Zahlen zeigen: Im vergangenen Jahr wurde an den deutschen Tank-stellen fast
zu 100 Prozent Bio-LNG, also verflüssigtes Biomethan, getankt. Damit sind die
Fahrzeuge nahezu klimaneutral unterwegs.
Der Einsatz von Bio-LNG hat sich im Schwerlastverkehr fest etabliert und zeigt,
dass erneuerbare Kraftstoffe bereits heute in der Breite verfügbar sind. Im Jahr
2025 wurden an deutschen LNG-Tankstellen insgesamt 166.513 Tonnen LNG verkauft
(2024: 176.814 Tonnen). Davon waren 98,5 Prozent Biomethan. Das Umweltbundesamt
beziffert die Treibhausgasminderung im Verkehrssektor durch den Einsatz von
Biomethan im Jahr 2024 auf rund zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Diese Entwicklung wird durch eine leistungsfähige Infrastruktur getragen.
Mittlerweile stehen in Deutschland über 199 LNG-Tankstellen zur Verfügung, die
den Einsatz von LNG und Bio-LNG im nationalen und grenzüberschreitenden
Schwerlastverkehr ermöglichen. Damit ist eine zentrale Voraussetzung für eine
klimafreundliche Logistik bereits geschaffen - nun kommt es darauf an, diese
Infrastruktur konsequent zu nutzen und weiterzuentwickeln.
"Bio-LNG zeigt, dass wir im Verkehrssektor nicht auf Lösungen von morgen warten
müssen, um Emissionen wirksam zu senken", sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand des
Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. "Der Kraftstoff ist verfügbar, die
Fahrzeuge sind auf der Straße und die Tankstelleninfrastruktur steht. Was fehlt,
sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, die diesen klimafreundlichen
Kraftstoff dauerhaft absichern und seinen weiteren Hochlauf ermöglichen."
Trotz des hohen Anteils von Bio-LNG stagniert der Gesamtabsatz von LNG an
deutschen Tankstellen in den letzten vier Jahren. Um das vorhandene
Klimaschutzpotenzial konsequent zu nutzen, braucht es mehr politischen Willen.
Aktuell erschweren eine geringe Planungssicherheit, eine lang verschleppte
Reform des THG-Quotenregimes sowie eine fehlende Berücksichtigung von Bio-LNG
bei der Lkw-Maut Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur.
Im Zuge der Umsetzung der Renewable Energy Directive III (RED III) muss auch die
Weiterentwicklung der THG-Quote technologieoffen ausgestaltet werden. Nur wenn
erneuerbare gasförmige Kraftstoffe wie Bio-LNG verlässlich und ambitioniert
angerechnet werden, können ihre bereits heute realisierten Emissionsminderungen
im Schwerlastverkehr zur Geltung kommen und Investitionen dauerhaft abgesichert
werden.
Auch über den Straßengüterverkehr hinaus bietet LNG ein erhebliches Potenzial
zur Senkung der Treibhausgasemissionen. In der Schifffahrt können LNG-basierte
Kraftstoffe im Vergleich zu konventionellen Schiffskraftstoffen sowohl CO2- als
auch Luftschadstoffemissionen deutlich reduzieren. Damit leistet LNG bereits
heute einen wichtigen Beitrag zur Defossilisierung der maritimen Wirtschaft,
insbesondere im Küsten- und Binnenschiffsverkehr sowie bei internationalen
Transporten. Um dieses Potenzial weiter zu heben, sollte LNG und perspektivisch
Bio-LNG stärker in maritime Klimaschutzstrategien und regulatorische Rahmenwerke
eingebunden werden.
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