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Bonn/Berlin (ots) - Trotz intensiver Forschung ist Bauchspeicheldrüsenkrebs nach
wie vor eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller
Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität
die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Zum Deutschen Krebskongress
2026 stellt die Deutsche Krebshilfe nun drei großangelegte Projekte vor, die sie
im Rahmen ihres Förderschwerpunkts "Deutsche Allianz Pankreaskarzinom" fördert.
Mit einem Gesamtfördervolumen von 33,5 Millionen Euro verfolgt die Stiftung das
Ziel, die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose von Patientinnen und
Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs durch eine bislang einzigartige nationale
und internationale Forschungsallianz grundlegend zu verbessern.
Mit der "Deutschen Allianz Pankreaskarzinom" will die Deutsche Krebshilfe die
renommiertesten Forscherinnen und Forscher auf dem Feld der
Pankreaskarzinomforschung zusammenbringen. Die Allianz startet mit drei
Forschungskonsortien, die an insgesamt 23 universitären und außeruniversitären
Standorten in Deutschland sowie jeweils drei Universitäten der USA und der
Niederlande angesiedelt sind. Gemeinsam arbeiten sie daran, das Pankreaskarzinom
auf molekularer Ebene besser zu verstehen und daraus neue, personalisierte
Therapiekonzepte zu entwickeln. Moderne Technologien wie künstliche Intelligenz
sollen helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs klinisch besser zu charakterisieren.
Damit sollen Therapien in Zukunft individueller werden und deutlich bessere
Ergebnisse zeigen. Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit ist die
konsequente Einbindung von Patientenvertretenden wie aus dem Arbeitskreis der
Pankreatektomierten e.V. (ADP) und dem BRCA-Netzwerk e.V. ein wichtiges Merkmal
der Allianz.
Fortschritte allen zugänglich machen
"Die Deutsche Allianz Pankreaskarzinom haben wir auch in Andenken an unseren
ehemaligen Präsidenten, Fritz Pleitgen, auf den Weg gebracht, der am 15.
September 2022 im Alter von 84 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb", so
Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. "Mit der Deutschen Allianz
Pankreaskarzinom schaffen wir das Fundament, um die Forschung zu dieser
hochkomplexen Erkrankung strategisch, substanziell und nachhaltig
voranzubringen. Über die Förderung der einzelnen Forschungsprojekte hinaus
müssen wir aber auch vernetzende Strukturen schaffen. Nur so können wir den
Herausforderungen, die diese Tumorerkrankung mit sich bringt, begegnen und die
Heilungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten grundlegend verbessern. Wir
stellen uns dafür eine übergeordnete Forschungs- und Koordinierungsplattform
vor, in der wir alle Expertinnen und Experten in Deutschland, die sich in Klinik
oder Forschung mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs befassen, zusammenbringen. Auch
international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen in die
Allianz eingebunden werden. Für diese Struktur, für die wir in Kürze eine
separate Ausschreibung veröffentlichen, stellen wir weitere Fördergelder
bereit."
Zur Bedeutung der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom spricht Professor Dr.
Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I am
Universitätsklinikum Ulm und Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe
im Interview unter: https://ots.de/bM7OrT
Die drei von der Deutschen Krebshilfe geförderten Konsortien im Überblick
1. Die Forschenden des Konsortiums "Entschlüsselung und therapeutisches
Targeting des PDAC-Ökosystems (DEFEAT-PDAC)" wollen die größten
Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten des
Pankreaskarzinoms angehen: Die hohe molekulare Varianz zwischen verschiedenen
Patienten und die sehr dichte Tumorumgebung, die verhindert, dass Wirkstoffe
zum Tumor durchdringen können. Dafür möchten sie zunächst therapeutisch
angreifbare Schwachstellen der Tumorzellen entschlüsseln und diese für das
Immunsystem besser sichtbar machen. Ziel ist es, mit diesem Wissen
hochwirksame Immuntherapien zu entwickeln, die sowohl auf Krebszellen als
auch auf die Zellen der Tumorumgebung abzielen.
Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Saur (Translationale Tumorforschung (DKTK) an
der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, TUM Klinikum Rechts der Isar,
München)
in Kooperation mit Forschenden der Universitätskliniken Berlin, Bonn, Essen,
Freiburg, Göttingen, Kiel, München (Ludwig-Maximilians-Universität), dem
Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, dem Helmholtz Zentrum München, dem
Leibniz-Institut für Immuntherapie (LIT) Regensburg und den Universitäten Kiel,
Tübingen, Würzburg, North Carolina (USA), Pennsylvania (USA) sowie der School of
Medicine at Mount Sinai New York (USA) und dem BRCA-Netzwerk e.V.
2. Im Zentrum des Konsortiums "ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive
Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs" steht die Entwicklung einer
Wissen generierenden digitalen Versorgungsplattform. Auf dieser sollen
Patientinnen und Patienten alle relevanten Informationen zu ihrem Wohlbefinden,
und Behandelnde alle Informationen zu Tumoreigenschaften und einzelnen
Therapiefortschritten zusammentragen. So wollen die Forschenden ermitteln,
welche Betroffenen durch welche Behandlungsmaßnahmen profitieren. Dieser
umfassende Datenpool soll als Grundlage dafür dienen, diese zukünftig
maßgeschneidert auf ihre spezielle Tumorsituation zu versorgen. Die
kontinuierliche Einbindung von Betroffenen und Patientenvertretern soll dabei
sicherstellen, dass sich die im Projekt entwickelten Behandlungsmodelle stets an
den Bedarfen der Patientinnen und Patienten orientieren.
Projektleitung : Prof. Dr. Jens Siveke (Abteilung für Translationale Onkologie
Solider Tumoren (DKTK) & Brückeninstitut für Experimentelle Tumortherapie,
Universitätsklinikum Essen)
in Kooperation mit Forschenden der Universitätskliniken Dresden, Halle (Saale),
Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel, Köln, München (Technische Universität),
Tübingen, des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg, des
Forschungszentrums Jülich sowie der Universitäten Bochum, Amsterdam (NL),
Maastricht (NL) und Rotterdam (NL)
3. Die Umgebung eines Tumors der Bauchspeicheldrüse - ein sehr kompaktes
Bindegewebe mit geringer Durchblutung - verhindert häufig, dass Medikamente den
Tumor erreichen können. Im Projekt "Präzise und gezielte Bekämpfung von
Bauchspeicheldrüsenkrebs durch generatives, KI-basiertes Protein-Design
(PrepAIred)" entwickeln Forschende unter Zuhilfenahme von künstlicher
Intelligenz kleine Proteine, die diese gewebespezifischen Barrieren besser
überwinden können. Ziel ist es, neue Wirkstoffe herzustellen und so
zielgerichtete Therapien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu ermöglichen.
Projektleitung : PD Dr. Gregor Hagelüken (Institut für Strukturbiologie des
Universitätsklinikums Bonn)
in Kooperation mit Forschenden der Universität Bonn und der Universität North
Carolina (USA)
Die Ausrichter - starke Partner im Kampf gegen Krebs
125 Jahre Wissen aus erster Hand - die Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) - eine Nachfolgeorganisation des 1900
gegründeten "Comité für Krebssammelforschung" - ist die größte
wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Die
rund 8.300 Einzelmitglieder in 25 Arbeitsgemeinschaften, die 16
Landeskrebsgesellschaften und 33 Fördermitglieder sind in der Erforschung und
Behandlung von Krebserkrankungen tätig. Die DKG engagiert sich für eine
Krebsversorgung auf Basis von evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und
konsequenten Qualitätsstandards, ist Mitinitiatorin des Nationalen Krebsplans
und Partnerin der "Nationalen Dekade gegen Krebs".
http://www.krebsgesellschaft.de
Stiftung Deutsche Krebshilfe
Die Deutsche Krebshilfe wurde am 25. September 1974 von Dr. Mildred Scheel
gegründet. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, Krebserkrankungen in all
ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen. Unter dem Motto "Helfen. Forschen.
Informieren." fördert die Stiftung Deutsche Krebshilfe Projekte zur Verbesserung
der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und
psychosozialen Versorgung, einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Ihre Aufgaben
erstrecken sich darüber hinaus auf forschungs- und gesundheitspolitische
Aktivitäten. Sie ist ebenfalls Mitinitiator des Nationalen Krebsplans sowie
Partner der "Nationalen Dekade gegen Krebs". Die Deutsche Krebshilfe ist der
größte private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung - unter anderem der
Krebsforschung - in Deutschland. Sie finanziert ihre gesamten Aktivitäten
ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. Weitere
Infos: https://www.krebshilfe.de/
Pressekontakt
Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Str. 8
14057 Berlin
Clara Teich und Angelina Gromes
Tel: +49 (0)30 322 9329-60
mailto:presse@dkk2026.de
Deutsche Krebshilfe
Pressestelle
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon: 02 28/7 29 90-96
E-Mail: mailto:presse@krebshilfe.de
Internet: http://www.krebshilfe.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/116010/6219352
OTS: Deutsche Krebshilfe
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