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Köln (ots) - Bessere Einkommen im Kakaoanbau - das ist Ziel eines neu
entwickelten Living Income-Programms von Fairtrade. Es soll dazu beitragen, die
Einkommenslücke von Kakaobäuerinnen und -bauern zu einem existenzsichernden
Einkommen systematisch zu schließen. Erster Partner aus Deutschland ist Lidl:
Der Discounter stellt sein gesamtes Eigenmarken-Tafelschokoladensortiment in
Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Österreich auf das
Programm um - verbindlich und unabhängig von Weltmarktpreisen. Das Engagement
ist auf mindestens fünf Jahre angelegt und schafft damit Planungssicherheit für
Kooperativen in den Anbauregionen Westafrikas. Davon werden bis zu zehn
Kooperativen profitieren.
"Mit diesem Engagement zeigt Lidl, wie Unternehmen konkret zur Schließung der
Einkommenslücke beitragen können. Das Living Income-Programm investiert in die
Zukunftsfähigkeit der Kooperativen. Das ist das Engagement, das wir im
Kakao-Sektor brauchen", sagt Claudia Brück, Vorständin für Kommunikation und
Politik bei Fairtrade Deutschland.
Living Income-Programm für Kakao: Langfristiges Engagement für bessere Einkommen
und Investition
Mit dem neuen Living Income-Programm für Kakao verpflichten sich Handelspartner
zur Zahlung des Fairtrade-Mindestpreises und der -Prämie, einem ergänzenden
Beitrag zur Schließung der Einkommenslücke zum existenzsichernden Einkommen und
zusätzlich einem Investitionsbeitrag zur Steigerung der Produktivität und
weitere Aktivitäten der Kooperative. Ein existenzsicherndes Einkommen umfasst
dabei mehr als die Deckung der Produktionskosten. Es bedeutet, dass Familien
ihre Ausgaben für Ernährung, Wohnen und Gesundheit tragen können, in Bildung
investieren, Rücklagen bilden und ihren Betrieb weiterentwickeln können.
Fairtrade: Pionierrolle für ganzheitlichen Einsatz für existenzsichernde
Einkommen
Fairtrade nimmt im Bereich Living Income eine Pionierrolle ein. Als erstes
Zertifizierungssystem weltweit hat Fairtrade verbindliche Mindestpreise
eingeführt und bindet Produzent*innen systematisch in Governance-Prozesse ein.
Aufbauend auf dieser Erfahrung berechnet und veröffentlicht Fairtrade regelmäßig
bindende Referenzwerte für existenzsichernde Einkommen. Neue Living Income
Referenzpreise werden auf Basis von regionalen Lebenshaltungskosten,
Haushaltsgröße, nachhaltigen Erträgen und verfügbaren Anbauflächen berechnet und
im April diesen Jahres veröffentlicht.
Während viele Akteure existenzsichernde Einkommen als Ziel formulieren, stellt
Fairtrade konkrete Instrumente zur Umsetzung bereit - und entwickelt diese mit
dem Living Income-Programm für Kakao (https://www.fairtrade.net/de-de/fuer-unter
nehmen/Mehr-Erfolg-mit-Fairtrade/unser-living-income-programm-fuer-kakao.html)
konsequent weiter.
Vom Pilotprojekt zur Sortimentsumstellung
Lidl ist der erste Partner aus Deutschland, der das Programm gemeinsam mit
Fairtrade umsetzen wird. Bereits seit 20 Jahren arbeitet der Discounter mit
Fairtrade zusammen und geht nun den nächsten Schritt in der Kooperation: "Echte
Veränderung entsteht erst durch Skalierung. Jetzt geht es darum, neue Maßstäbe
zu setzen und Wirkung zu vervielfachen: Wir machen fair nun zum Standard",
erklärt Stefan Haensel, Head of Quality & Sustainability, Senior Vice President
bei Lidl International. Die Investitionen in Living Income gelten ab August 2026
für das vollständige Tafelschokoladensortiment der Lidl-Eigenmarken in
Festlistung. Das neue Verpackungsdesign, auf denen das Engagement auch für
Verbraucher*innen sichtbar wird, soll 2027 eingeführt werden.
Warum strukturelle Lösungen gefragt sind
Rund zwei Drittel des weltweiten Kakaos stammen aus Westafrika. Gleichzeitig
leben viele Kakaobäuerinnen und -bauern in Ghana und Côte d'Ivoire weiterhin
unter prekären Bedingungen. Niedrige Einkommen verstärken soziale Ungleichheit,
erschweren Investitionen in nachhaltige Anbaumethoden, begünstigen
ausbeuterische Kinderarbeit und erhöhen den Druck auf Wälder. Selbst hohe
Weltmarktpreise führen nicht automatisch zu stabilen, existenzsichernden
Einkommen.
Für Fairtrade ist die Umstellung von Lidl auf das Fairtrade-Programm für
existenzsichernde Einkommen ein wichtiges Signal an die Branche. Globale
Lieferketten stehen unter wachsendem Druck durch Klimawandel, ökologische
Belastungsgrenzen und regulatorische Anforderungen. "Wenn die Einkommen der
Produzent*innen zu niedrig bleiben, gefährdet das nicht nur Menschenrechte,
sondern auch die langfristige Verfügbarkeit von Kakao. Mit unserem Programm
liefern wir die Instrumente für strukturelle Veränderung - jetzt braucht es
entschlossene Partner zur Umsetzung", so Claudia Brück.
Pressekontakt:
Fairtrade Deutschland e.V.
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Leitung Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Brück +49 221 942040-31
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OTS: Fairtrade Deutschland e.V.
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