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Berlin (ots) - Nicht mehr zwei Studien, sondern nur noch eine soll bald reichen,
um für ein neues Medikament die Zulassung in den USA zu erhalten. Noch sind es
nur Äußerungen in der medizinischen Fachpresse, aber es scheint so, als sollten
durch die Leitung der US-Arzneibehörde FDA die Zulassungsvoraussetzungen
erheblich vereinfacht werden.
Das kommt nicht überraschend und passt zu den Versprechen der Trump-Regierung,
die Verfügbarkeit von Medizinprodukten in den USA zu erhöhen. Eine solche
Senkung der Standards führt vielleicht schneller zu neuen Wirkstoffen. Zugleich
stiege die Wahrscheinlichkeit, dass ineffektive oder auch schädliche
Therapeutika zugelassen werden. Auf derartige Kritik reagierte die FDA
ausweichend: Mehr Studien seien kein Garant für Qualität, wenn diese schlecht
gemacht seien.
Der Kurswechsel, man höre und staune, scheint sich sogar schon auf die
ungeliebten Impfstoffe auszuwirken. So wurde eine zunächst abgelehnte Prüfung
eines neuen mRNA-basierten Grippeimpfstoffs von Moderna aktuell nun doch
zugelassen. Am Ende ist es gleichgültig, ob der FDA-Direktor Martin Makary nun
mit US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. auf einer Linie liegt oder
nicht. Es gilt offensichtlich, es den US-Pharmaherstellern noch leichter als
bisher zu machen, hohe Renditen zu erzielen. Den Preis bezahlen die Patienten,
die zu Versuchskaninchen werden. Selbst schuld, wer Trump wählt? Schadenfreude
ist hier fehl am Platz. Wenn das forsche Vorangehen erst einmal zur Norm
geworden ist, könnte auch in Europa der Druck zur Deregulierung steigen.
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