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Frankfurt (ots) - Die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor ist ein
Paukenschlag. Nicht, weil damit bereits seine Schuld bewiesen wäre, sondern weil
damit ein stillschweigendes Privileg endet, das viel zu lange Bestand hatte:
dass die Herkunft davor schützt, zur Verantwortung gezogen zu werden. Nun wurde
ein Mitglied der königlichen Familie festgenommen. Was lange kaum vorstellbar
war, ist jetzt tatsächlich eingetreten. Die britische Monarchie stand lange für
Distanz, Diskretion und einen stillschweigenden Sonderstatus. Wer im inneren
Zirkel stand, fiel bei Fehltritten weich. Skandale wurden ausgesessen, Probleme
verwaltet, nicht aufgearbeitet. Diese Zeiten sind jetzt eindeutig vorbei. Das
hat auch damit zu tun, dass sich die britische Gesellschaft verändert hat. Sie
ist misstrauischer geworden gegenüber Eliten und sensibler für Machtmissbrauch.
Privilegien werden nicht mehr akzeptiert.
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