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Osnabrück (ots) - Der ehemalige Heeresinspekteur Alfons Mais hat die nukleare
Aufrüstung Europas mit Deutschland in der Führungsrolle gefordert. "Europa muss
Atommacht werden, wenn man sich nicht auf ewig bei den Amerikanern
rückversichern will", sagte der General a.D. der "Neuen Osnabrücker Zeitung
(noz)". Es werde keine "EU-Atomwaffen" geben, sondern Nationalstaaten müssten
sie dem Bündnis zur Verfügung stellen. "Natürlich muss Deutschland bei dieser
Frage eine Führungsrolle im europäischen Kontext übernehmen", so Mais
Eine rein konventionelle Abschreckung werde gegen das größte Atomwaffenarsenal
der Welt nicht genügen, sagte Mais mit Blick auf Russland weiter. Nach dem
Überfall Russlands auf die Ukraine hatte er öffentlich vor den
Ausrüstungsmängeln der Bundeswehr gewarnt, die Bundeswehr stehe "mehr oder
weniger blank da", so Mais 2022. Zum vierten Jahrestag des Überfalls sieht Mais
die Bundeswehr organisatorisch besser aufgestellt.
"Wir sind heute auf jeden Fall verteidigungsbereiter und kriegstüchtiger als
2022, aber wir sind auch noch nicht am Ziel", sagte er im Interview mit "noz".
Gleichzeitig seien die Lücken bei Themen wie der Drohnenabwehr und der
Flugabwehr noch sehr groß. Es gehe in die richtige Richtung, so Mais. Doch er
stellte infrage, ob die Ausrüstung bis 2029 wirklich gelingen kann. "Da müssen
wir schneller werden, wenn wir es erreichen wollen".
Alfons Mais war seit 2020 Inspekteur des Heeres, wurde im Herbst 2025 in den
Ruhestand versetzt.
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