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Berlin (ots) - Das hat sich gehalten seit dem Ende der DDR: die hohe
"Erwerbsneigung" der Frauen im Osten. Doch schon damals war die Berufstätigkeit
nicht irgendein Spleen, sondern pure Notwendigkeit. Dank sinkender Reallöhne ist
das heute bundesweit so. Das bedeutet, dass es überall ausreichend
Betreuungsplätze auch für Kleinkinder braucht. Im Osten waren sie lange - auch
das ein Relikt der DDR - flächendeckend vorhanden, auch auf dem Land.
Abwanderung und drastischer Geburtenrückgang sorgten in den 90er Jahren schon
mal für Überkapazitäten und in der Folge für Schließungen von Einrichtungen.
Später wurde wieder neu gebaut. Nachhaltig war das nicht.
Jetzt steht eine ähnliche demografische Entwicklung an. Und weil die Kommunen
zum Sparen gezwungen sind, hat die nächste Schließungswelle begonnen. Dabei wäre
das eine riesige Chance. Schließlich hat der Osten bislang beim sogenannten
Betreuungsschlüssel immer besonders schlecht abgeschnitten. Sprich: Eine
Fachkraft muss zu viele Kinder beaufsichtigen. Für ausreichend Zuwendung und
Förderung bleibt da oft zu wenig Zeit. Die Gewerkschaften fordern deshalb seit
Langem, jetzt für die dringend nötige Verbesserung der Betreuungsqualität zu
sorgen.
Diesen Appellen haben sich nun die SPD-Fachpolitiker*innen Ost angeschlossen und
von Bundesbildungsministerin Prien mehr Geld für den Erhalt der Einrichtungen
verlangt. Nur: Auf Bundesebene war und ist die SPD für die Misere der Kommunen
maßgeblich verantwortlich. Und die schwarz-rote Koalition tut wenig, um daran
etwas zu ändern, im Gegenteil: Sie streicht Gelder aus dem Kita-Qualitätsgesetz.
Schließlich werden Hunderte Milliarden für die "Verteidigung unserer Freiheit"
gebraucht.
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