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Frankfurt am Main (ots) -
- Fast jeder fünfte Mittelständler sieht sich steigendem Wettbewerb aus der
Volksrepublik ausgesetzt
- Vor allem das Verarbeitende Gewerbe und der Handel spüren Konkurrenz über
günstige Preise und steigende Qualität
- Mehr als 40 Prozent der global tätigen Mittelständler rechnen mit
Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition
Der deutsche Mittelstand sorgt sich um seine internationale Konkurrenzfähigkeit.
Eine Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel im September 2025 ergab: Mehr als
40 Prozent aller im globalen Wettbewerb stehenden deutschen Mittelständler
rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition in den kommenden
drei Jahren - das sind gut doppelt so viele wie zweieinhalb Jahre zuvor. Nur 23
Prozent gehen von einer Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition aus - im März
2023 waren es noch 35 Prozent.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen ihre Zukunft pessimistisch beurteilen,
steigt stark, wenn sie direkte Wettbewerber in China haben oder wenn sie
besonders energieintensiv produzieren. Die Wahrscheinlichkeit einer
optimistischen Zukunftseinschätzung dagegen steigt deutlich, wenn Unternehmen
kontinuierlich Forschung und Entwicklung betreiben - und sich damit am
Wettbewerb um Innovationen aktiv beteiligen.
Fast jeder fünfte (19 Prozent) der insgesamt 3,9 Millionen deutschen
Mittelständler sieht sich laut der Sonderbefragung aktuell einem steigenden
Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter ausgesetzt. Dabei konkurrieren die
chinesischen Wettbewerber nicht nur mit günstigen Preisen, sondern auch mit
einer steigenden Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Besonders stark
betroffen von dem Wettbewerb aus Fernost ist das Verarbeitende Gewerbe. 28
Prozent der Unternehmen spüren hier einen wachsenden Druck durch
Qualitätsprodukte aus China, 34 Prozent durch günstige Preise. Auch der Groß-
und Einzelhandel nimmt die Konkurrenz sehr deutlich wahr.
Insgesamt sagen 13 Prozent aller Mittelständler, dass die Konkurrenz aus China
zukünftig eine der zentralen Herausforderungen für ihr Unternehmen sein wird -
aber 29 Prozent der Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und 24 Prozent
jener aus dem Handel. Allerdings profitieren auch viele Mittelständler vom
Handel mit China. Rund 19 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen nutzen
chinesische Importe, um Kosten einzusparen oder ihr eigenes Angebot zu
verbessern.
Als besonders hohes Risiko für ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit betrachten im
globalen Wettbewerb stehende Unternehmen zu viel Bürokratie in Deutschland. 65
Prozent halten Bürokratie für problematisch, das sind noch einmal deutlich mehr
als 2023 mit 48 Prozent. Hohe Steuern und Abgaben empfinden 60 Prozent der
Mittelständler als gravierende Belastung für ihre Konkurrenzfähigkeit - 2023
waren es 34 Prozent. Die hohen Energiekosten geben 41 Prozent der international
tätigen Unternehmen als Risiko an, 2023 waren es 21 Prozent. Speziell im
Verarbeitenden Gewerbe wird auch die Rohstoffknappheit als Bürde wahrgenommen:
38 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen machen sich deswegen
Sorgen, 2023 waren es erst 23 Prozent.
"Der deutsche Mittelstand fühlt sich von chinesischen Konkurrenten zunehmend
unter Druck gesetzt. Um die Unternehmen vor Benachteiligungen im Wettbewerb zu
schützen, müssen auf EU-Ebene angemessene handels- und industriepolitische
Antworten gefunden werden", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
"Mindestens genauso wichtig ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der
deutschen Unternehmen. Der Abbau von Bürokratie, ein international
wettbewerbsfähiges Steuersystem und niedrigere Energiepreise haben für die
Unternehmen eine hohe Priorität. Forschung und Entwicklung sollten von den
Unternehmen und der Politik noch stärker gefördert werden, denn innovative
Unternehmen haben größere Chancen, im Wettbewerb zu bestehen."
Die Studie ist zu finden unter Fokus Volkswirtschaft | KfW (https://www.kfw.de/%
C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirts
chaft/)
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen
Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand (https
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