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Wiesbaden (ots) - Hunderttausende Vogelpaare suchen im Frühjahr einen Nistplatz.
Dohlen wählen dabei gerne Schornsteine zum Brüten - und verstopfen den Abzug mit
Nistmaterial. Das ist eine tödliche Gefahr für die Hausbewohner, warnt das
Infocenter der R+V Versicherung.
Die Suche nach einem Nistplatz beginnt bei den Dohlen in der Regel nach dem
Frost, also noch während der Heizperiode. Schornsteine von Kaminöfen oder
Gasthermen sind ein attraktiver Zufluchtsort für sie - gut geschützt und hoch
oben. Doch das kann für die Hausbewohner schlimme Folgen haben. "Wenn die Vögel
den Abzug mit Zweigen, Moos, Papier und Plastiktüten verstopfen, können Abgase
nicht mehr richtig abziehen. Die sammeln sich dann im Wohnraum, ohne dass man es
merkt", sagt Torge Brüning, Brandschutzexperte bei der R+V Versicherung.
"Kohlenmonoxid etwa ist geruchlos, aber hochgiftig. Schon geringe Mengen können
tödlich sein."
Deshalb sollten Hausbesitzer im Frühjahr besonders aufmerksam sein. Erste
Anzeichen für einen möglichen Nestbau: Die Dohlen sitzen auf dem Dach oder
kreisen über dem Haus. Zudem sind meist mehrere Häuser in einer Gegend betroffen
- die schwarz-grauen Vögel nisten gerne in der Nähe zu Artgenossen.
Vorsichtsmaßnahmen ergreifen
Grundsätzlich sollte der Schornsteinfeger einmal im Jahr den Abzug auf
Nistmaterial prüfen, am besten vor der Heizsaison. Wer den Rabenvögeln gar nicht
erst den Zugang zu seinem Schornstein ermöglichen möchte, kann ihn mit einem
Dohlengitter abdecken. Eine zusätzliche Absicherung ist ein CO-Melder im
Wohnraum. "Dieser funktioniert ähnlich wie ein Rauchmelder. Er reagiert auch auf
geruchslose Gase und warnt so rechtzeitig vor Kohlenmonoxid", sagt R+V-Experte
Brüning.
Weitere Tipps des R+V-Infocenters:
- CO-Melder sollten auf Kopfhöhe platziert sein, nicht direkt an der Decke oder
in der Nähe von Zugluft. Auch regelmäßiges Testen ist wichtig.
- Nester niemals während der Brutzeit entfernen, sondern den Schornsteinfeger
oder die örtliche Naturschutzbehörde informieren.
- Wer Dohlen eine Brutmöglichkeit anbieten möchte, kann spezielle Nistkästen
anbringen. Am besten vorher erkundigen, wo das sinnvoll ist.
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