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München (ots) - +++ Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet: Erstes
kommerzielles Stellarator-Fusionskraftwerk ("Stellaris") soll in Bayern
entstehen - der ehemalige Kraftwerksstandort Gundremmingen gilt dafür als
besonders gut geeignet.
+++ Um den Weg zur kommerziellen Nutzung der Fusionsenergie zu beschleunigen,
soll in Garching bei München in direkter Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut
für Plasmaphysik (IPP) ein Forschungs- und Demonstrationsstellarator ("Alpha")
gebaut werden.
+++ Klare Erwartung: Ein priorisierter und beschleunigter Weg zur kommerziellen
Fusionsenergie wird signifikante Wertschöpfungsimpulse für die deutsche und
europäische Zulieferindustrie setzen und neue Arbeitsplätze im bayerischen und
europäischen Fusionsökosystem schaffen.
Proxima Fusion, Europas am schnellsten wachsendes Fusionsenergie-Unternehmen,
hat gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
(IPP) und RWE eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU)
unterzeichnet. Im MoU erklären die Partner ihre Absicht zur Zusammenarbeit auf
dem Weg über einen Fusionsdemonstrators "Alpha" zum ersten kommerziellen
Magnetfusions-Kraftwerk, an jeweils geeigneten Standorten im Freistaat Bayern.
Fusionsenergie ist eine grundlastfähige, saubere und sichere Energieform,
weitgehend unabhängig vom Zugang zu begrenzten Rohstoffen. Sie stärkt Europas
Energiesouveränität und industrielle Wettbewerbsfähigkeit und produziert, anders
als die Kernspaltung, keine langlebigen radioaktiven Abfälle.
Das MoU formuliert einen Fahrplan hin zu Europas erstem ans Netz angeschlossenen
Magnetfusionkraftwerk "Stellaris". Als Standort ist Gundremmingen in Bayern
vorgesehen. RWE baut dort gegenwärtig das stillgelegte Kernkraftwerk zurück, was
Platz für Europas erstes Fusionskraftwerk schafft. Im MoU ist vereinbart,
gemeinsam an einer entsprechenden Umnutzung der bestehenden Infrastruktur zu
arbeiten. RWE bringt ihre umfassende Betreibererfahrung und Know-how über
Genehmigungsverfahren für Kraftwerke in die Kooperation ein. Dies verschafft
deutliche Zeit- und Kostenvorteile im globalen Wettbewerb um das erste
kommerzielle Fusionskraftwerk. Der Bau des ersten Fusionskraftwerks in
Deutschland ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert und wird
durch die Hightech-Agenda Deutschland und den Aktionsplan Fusion bekräftigt.
Geschwindigkeit aufnehmen: Der Weg zum kommerziellen Fusionskraftwerk beginnt
mit "Alpha"
Im MoU verständigen sich die vier Kooperationspartner darauf, zunächst den
Demonstrationsstellerator "Alpha" zu bauen. Der Demonstrator ist als modernster
Stellarator der Welt ausgelegt und soll erstmals eine positive Energiebilanz des
Plasmas erreichen. Das bedeutet, dass das Plasma mehr Energie freisetzt, als ihm
zugeführt werden muss. Alpha ist damit ein investitionseffizienter Schritt zur
gezielten Risikoreduktion, der den Weg zur kommerziellen Nutzung deutlich
beschleunigt. Der Demonstrator ermöglicht es, entscheidende
Schlüsseltechnologien unter realistischen Bedingungen zu testen, Erkenntnisse in
kurzen Entwicklungszyklen zu gewinnen und technologische wie wirtschaftliche
Risiken systematisch zu reduzieren - ohne bereits die volle Komplexität und das
finanzielle Risiko eines kommerziellen Systems tragen zu müssen.
Das IPP übernimmt dabei die führende Rolle in der Plasmaphysik und die
wissenschaftliche Leitung von Alpha. Proxima Fusion ist für das Engineering, die
öffentlichen Ausschreibungen und den Bau des Demonstrators verantwortlich.
Partnerschaft für Finanzierung und Umsetzung
Die Kooperationspartner beginnen ihre Planungen auf Basis eines gemeinsamen
Co-Finanzierungsmodells aus privaten und öffentlichen Mitteln.
Proxima Fusion beabsichtigt, rund 20 Prozent der Gesamtkosten des Projekts über
private, internationale Investoren zu finanzieren. Auch RWE signalisiert im
Rahmen des MoU die Bereitschaft zu einer finanziellen Beteiligung. Vorbehaltlich
einer Förderung durch den Bund stellt der Freistaat Bayern eine mögliche
landesseitige Kofinanzierung von 20 Prozent (bis zu 400 Millionen Euro) in
Aussicht. Darüber hinaus bündeln alle vier Partner ihre Anstrengungen, um
maximale Erfolgsaussichten bei der Einwerbung von Bundesmitteln im Rahmen der
Hightech-Agenda Deutschland zu erzielen.
Wirtschaftsmotor Fusionsenergie: Kooperation von Proxima Fusion, Freistaat
Bayern, IPP und RWE setzt wichtige Signale für den Hochlauf der Fusionsindustrie
Damit etabliert sich ein Finanzierungs- und Umsetzungsmodell, das die
Magnetfusion als investierbare Realität verankert. Dieses Vorgehen ist
entscheidend, um private Investitionen in relevanter Größenordnung für die
Skalierung der europäischen Fusionsindustrie zu mobilisieren. Ziel ist die
Industrialisierung der Fusionsenergie in Europa und ihre Etablierung als
tragender Baustein für mehr Energieunabhängigkeit.
Der Großteil der Investitionen für den Demonstrator Alpha fließt unmittelbar in
die industrielle Lieferkette. Europas Industriekompetenz im Bereich der Fusion
wird erstmals in einem konkreten, realisierbaren Engineering-Projekt gebündelt,
das konsequent auf kommerzielle Nutzung ausgerichtet ist und den Übergang von
exzellenter Forschung zu industrieller Umsetzung markiert. Dadurch wird es
möglich, weitere Investitionen gezielt zu kanalisieren und so den Hochlauf der
Fusionsindustrie zu beschleunigen. Es wird erwartet, dass allein während der
Bauphasen von Alpha und Stellaris mehrere tausend Arbeitsplätze entstehen und
ein industrieller Auftrags- und Investitionsschub mit einer mehrjährigen
Pipeline konkreter Industrieaufträgeentlang der bayerischen und europäischen
Lieferkette ausgelöst wird - von Fertigung und Bau bis zu supraleitenden
Magneten, Leistungselektronik und Kraftwerksinfrastruktur.
Zitate:
"Dieses MoU ist ein Meilenstein, der die europäische Fusionsindustrie sichtbar
auf der globalen Bühne positioniert. Es markiert den Startpunkt eines
industriellen Ökosystems, das bestehendes und neues Know-how in Europa bündelt
und Wertschöpfung hier verankert. Damit beginnt ein langfristiger industrieller
Wachstumspfad über die kommenden Jahrzehnte, der neue Exportchancen für
Deutschland und Europa eröffnet.
Mit Alpha in Garching und Stellaris in Gundremmingen verbinden wir erstmals in
Europa exzellente Grundlagenforschung, privat finanzierte und staatlich
geförderte Hightech-Innovation sowie deren industrielle Umsetzung an einem
Standort. Bayern entwickelt sich damit vom Forschungs- zum
Fusionsindustriestandort.
Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für
Plasmaphysik arbeiten wir daran, dass das erste, wirtschaftliche
Fusionskraftwerk in Deutschland ans Netz geht - ein starkes und international
sichtbares Signal, dass Europa seine Energiezukunft selbst gestaltet.",
kommentiert Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion das mit
dem MoU gestartete, gemeinsame Projekt.
Dr. Markus Krebber, CEO RWE AG: "Das Potenzial der Fusionstechnologie für die
Energieversorgung der Zukunft ist enorm. Deutschland kann dank einer exzellenten
Forschungslandschaft und den daraus hervorgegangenen Startups wie Proxima Fusion
eine Vorreiterrolle einnehmen. Deswegen ist es gut, dass die Regierungen auf
Bundes- und Länderebene das Thema gemeinsame vorantreiben, um einen
kommerziellen Fusionsreaktor in Deutschland zu errichten. Das wollen wir bei RWE
gerne unterstützen. Unsere Rückbaustandorte bieten mit ihrer bestehenden
kerntechnischen Infrastruktur in Verbindung mit unserer Betreiber-Expertise
beste Voraussetzungen, um Deutschland im internationalen Wettbewerb Zeit- und
Kostenvorteile zu verschaffen."
Prof. Dr. Sibylle Günter, Wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts
für Plasmaphysik: "Die wissenschaftlichen Erfolge der vergangenen Jahre haben
den Weg bereitet - nun können wir sie in einer Public Private Partnership für
die konkrete Entwicklung auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerks nutzen.
Deutschland ist mit dem IPP auf dem Gebiet der Stellaratorforschung absolute
Weltspitze und mit dieser MoU haben wir die Chance, diese Führungsrolle weiter
auszubauen" .
Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident: "Wieder ein Meilenstein in der
Hightech-Geschichte Bayerns: Kernfusion ist eine völlig neue Technologie für
grundlastfähigen, CO2-freien und sauberen Strom in unbegrenzter Menge. So
könnten wir den exponentiellen Stromhunger durch Elektromobilität, KI und
Rechenzentren stillen. Bayern ist im weltweiten Wettbewerb um diese Stromquelle
der Zukunft mit voller Kraft dabei. Heute war dazu der Start einer Partnerschaft
zwischen dem Energiekonzern RWE, dem Münchner Physik-Start-up Proxima Fusion und
dem weltweit führenden Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Bayern
spielt den Fusions-Doppelpass: Wir planen einen Demo-Reaktor ,Alpha' in Garching
bei München und ein Fusionskraftwerk ,Stellaris' in Gundremmingen. Damit wird
die Technologie erforscht und die Umsetzbarkeit in der Realität getestet.
Proxima Fusion will mit privaten Investoren eine Magnetfabrik aufbauen und plant
mit bis zu 1000 Beschäftigten. Gerade findet eine der weltgrößten
Investorenkonferenzen in München statt. Der Freistaat begleitet die Forschung
zur Magnetfusion in der Hightech Agenda Bayern mit bis zu 400 Mio. Euro und auch
der Bund will sich mit der Hightech Agenda Deutschland beteiligen. All das ist
ein Kraftakt - allein ,Alpha' benötigt zwei Mrd. Euro. Mut und Wucht sind aber
notwendig für die Erforschung von Zukunftstechnologien und den Transfer von der
Wissenschaft zur wirtschaftlichen Anwendung. Nur wenn wir massiv in Technologie
investieren, erhalten wir unsere Chancen auf Wohlstand auch in der Zukunft."
Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst: ",Alpha'
ist ein Meilenstein auf dem Weg zum ersten kommerziellen Fusionskraftwerk auf
deutschem und bayerischem Boden. Wir waren Pionierstandort mit dem Garchinger
Forschungsreaktor als erste kerntechnische Anlage in Deutschland vor 70 Jahren -
und wir wollen jetzt Pionierstandort sein für den nationalen
Demonstrationsreaktor zur Kernfusion.
Auch das MoU ist Ergebnis bayerischer Pionierleistung: Wir waren das erste Land,
das Kernfusion als Schlüsselmission definiert hat. Mit dem Masterplan Kernfusion
haben wir schon 2023 den Startschuss gegeben, die Kernfusion aus der Forschung
in die Anwendung zu bringen. Was damals belächelt wurde, wird heute besiegelt.
Wir haben investiert und investieren weiter, weil wir an die Technologie glauben
und von unserem einzigartigen Ökosystem überzeugt sind. Wir können gemeinsam
einen jahrzehntelangen Traum Wirklichkeit werden lassen."
Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung
und Energie: "Bayern ist in einer hervorragenden Ausgangslage für den ersten
Magnetfusions-Demonstrator in Bayern. Wir verbinden dazu die weltweit führende
Forschungsexpertise des IPP mit den ingenieurtechnischen Fähigkeiten der Gründer
von Proxima Fusion. So münzen wir unsere Stärken in industrielle und
strategische Wettbewerbsvorteile um."
Über Proxima Fusion
Proxima Fusion wurde 2023 aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
ausgegliedert, um die erste Generation von Fusionskraftwerken mit
QI-HTS-Stellaratoren zu bauen. Proxima hat seitdem ein Weltklasse-Team von
Wissenschaftlern und Ingenieuren aus führenden Unternehmen und Institutionen
zusammengestellt, darunter das IPP, das MIT, Harvard, SpaceX, Tesla und McLaren.
Durch einen simulationsgesteuerten Ansatz in der Technik, der fortschrittliche
Computer und Hochtemperatur-Supraleiter nutzt, um auf den bahnbrechenden
Ergebnissen des W7-X-Experiments des IPP aufzubauen, führt Proxima Europa in
eine neue Ära sauberer Energie, und zwar für immer.
Pressekontakt:
Proxima Fusion
Maria Dantz
Flößergasse 2
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