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Berlin (ots) - Deutschland tritt auf der Stelle in Sachen Lohnungleichheit
zwischen Frauen und Männern - das ist aus Sicht des SoVD schlichtweg skandalös.
Die Lohnlücke hat sich im vergangenen Jahr nicht weiter geschlossen, weiterhin
verdienten Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
Das bedeutet: Frauen arbeiten somit bis zum 27. Februar 2026 - dem Equal Pay Day
- faktisch 58 Tage ohne Bezahlung. Diese Ungerechtigkeit muss beendet werden.
Darauf wird heute bei einer Vielzahl von SoVD-Aktionen in ganz Deutschland
hingewiesen. Das größte Event hat dabei bereits heute früh mitten im
Berufsverkehr auf dem Berliner Hauptbahnhof stattgefunden. Unterstützt wurde die
SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier von Vertreter*innen der
politischen Parteien, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft, wie der
stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack, der
Antidiskriminierungsbeauftragten der Bundesregierung Ferda Ataman und der
stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Frauenrates Anja Weusthoff.
Michaela Engelmeier sieht nach wie vor dringenden Handlungsbedarf, insbesondere
bei den bestehenden Regelungen bezüglich der Entgelttransparenz in Betrieben und
der Ahndung von Verstößen: "Wir brauchen endlich mehr Transparenz bei Gehältern,
um Diskriminierung zu erkennen und abzubauen. Dazu muss aber die
EU-Entgelttransparenzrichtlinie auch konsequent umgesetzt werden."
Jutta König, SoVD-Bundesfrauensprecherin, ergänzt: "Solange Frauen den Großteil
der Sorgearbeit übernehmen und dafür beruflich zurückstecken, bleibt echte
Gleichstellung unerreicht. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es Frauen und
Männern gleichermaßen ermöglichen, Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich zu
teilen. Erst wenn beides gleich viel wert ist - Zeit, Geld und Anerkennung -
schließen wir die Lohnlücke nachhaltig."
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack bemängelt: "Die Entgeltlücke
zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland 16 Prozent. Eine wesentliche
Ursache sind die systematisch niedrigeren Bruttostundenlöhne von
Teilzeitbeschäftigten. Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen benachteiligt
werden, weil sie ihre Arbeitszeit reduzieren, um den Großteil der Sorgearbeit zu
übernehmen - Arbeit, ohne die keine Volkswirtschaft funktionieren kann. Wir
brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie Erwerbs- und Sorgearbeit
zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt werden kann. Nur mit mehr
Gleichstellung und Gerechtigkeit kann unser Land vorankommen."
Pressekontakt:
SoVD
Sozialverband Deutschland e. V.
Peter-Michael Zernechel
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