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Berlin (ots) - Heute ist ein guter Tag für alle Beschäftigten in Deutschland.
Denn bundesweit streiken Bus- und Bahnfahrer*innen im öffentlichen Nahverkehr.
Die Gewerkschaft Verdi fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen und in
einigen Bundesländern auch höhere Löhne. Die Streiks machen sichtbar, was die
Fahrenden leisten. Sie halten den Laden mit am Laufen, indem sie den Sohn in die
Schule und die Mutter ins Büro bringen. Wir sollten uns alle mit ihnen
solidarisieren.
Wer denkt, die Beschäftigten streikten nur für sich, der irrt. Ein
ausfinanzierter Nahverkehr würde bedeuten, dass wir uns im Sommer nicht in
überfüllten Bussen mit schwitzenden Menschen drängen müssen. Oder dass wir
unseren Arzttermin nicht verpassen, weil es Schäden an den Schienen gibt.
Darüber hinaus ist ein ausfinanzierter Nahverkehr grundlegend, damit
Verkehrswende und Klimaschutz gelingen können. Letzteres ignoriert die
Bundesregierung nur allzu gerne. Statt die Länder in diesen Bereichen zu
unterstützen, geht sie lieber mit Wirtschaftsbossen und Lobbyisten der fossilen
Industrie kuscheln. Greenpeace berichtet, dass das Angebot im öffentlichen
Nahverkehr pro Jahr um mindestens 4,5 Prozent wachsen müsste, damit die
Klimaziele im Verkehr erreicht werden. Doch die Bundesregierung erhöht die
Mittel für den Bereich bisher nicht wie geplant. Die Streiks richten sich damit
auch gegen eine Politik, die sich weigert, in öffentliche Infrastrukturen zu
investieren. Eine Politik, die schlechte Arbeitsbedingungen ignoriert und damit
die Zukunft aufs Spiel setzt.
Erst kürzlich zeigte eine Studie von Klima-Allianz und Verdi, dass die
Belastungen im Fahrdienst zu hoch sind - und sich deutlich von anderen Branchen
unterscheiden. Vor allem unbezahlte Wegezeiten zwischen Einsatzorten, überlange
Schichten, Wochenenddienste und ein täglich wechselnder Arbeitsbeginn gehören
dazu. Dass hier Arbeitskräfte fehlen, kann also nicht verwundern. Es ist mehr
als berechtigt, dass die Beschäftigten nach Entlastung rufen. Diese ist
notwendig, um den Personalmangel zu bekämpfen - und damit Klimaschutz und
Gemeinwohl zu stärken.
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