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Arbeitsministerin Grimm-Benne lehnt IHK-Vorschlag zur Rente mit 70 ab

27.02.2026 20:05 Uhr Mitteldeutsche Zeitung

Halle (ots) - Sachsen-Anhalts Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) lehnt einen Vorstoß der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) für eine Rente mit 70 ab. "Eine pauschale Erhöhung des Renteneintrittsalters ist mit der Lebensrealität vieler Menschen nicht vereinbar", sagte sie der in Halle erscheinenden Mitteldeutsche Zeitung (Samstagausgabe). "Wer soll mit 70 Jahren noch als Bäcker, in der Stahlindustrie oder Pflege arbeiten können?" Grimm-Benne forderte stattdessen politische Verlässlichkeit. "Gerade die Generationen, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, dürfen nicht unnötig verunsichert werden", sagte sie dem Blatt. "Wichtiger ist eine Debatte über weitere Anreize, um freiwillig über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten."

Der hallesche IHK-Chef Sascha Gläßer hatte zuvor eine Debatte über eine längere Lebensarbeitszeit gefordert, um die deutsche Wirtschaft leistungsfähig zu halten. "Die Diskussion über eine Anhebung des Rentenalters darf nicht länger vertagt werden", sagte er der MZ. Schon heute würden in vielen Branchen Sachsen-Anhalts qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Die Lebensarbeitszeit müsse an die gestiegene Lebenserwartung angepasst werden, so Gläßer. "Eine zügige, klar kommunizierte und verbindliche schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre - beispielsweise in kleinen, verlässlichen Schritten über einen Zeitraum von 20 oder 25 Jahren - würde Unternehmen wie Beschäftigten Planungssicherheit geben und zugleich die Stabilität unseres Sozial- und Wirtschaftssystems stärken", sagte er.

Aktuell gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren, sie greift bei Arbeitnehmern ab Jahrgang 1964. Wer älter ist, kann etwas früher in Rente gehen. Derzeit erarbeitet eine Renten-Kommission Vorschläge für die Bundesregierung, wie das System der Altersvorsorge künftig solide finanziert werden kann.

Pressekontakt:

Mitteldeutsche Zeitung Jan Schumann Telefon: 0391 400669411 jan.schumann@mz.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/47409/6225771 OTS: Mitteldeutsche Zeitung


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Mitteldeutsche Zeitung
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