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Osnabrück (ots) - Osnabrück. Die von der Rentenkommission anvisierte Anhebung
des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre wäre nach Einschätzung von Ökonom Michael
Hüther bei einer stagnierenden Lebenserwartung nicht notwendig. Der Direktor des
Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) plädierte im Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (noz, Samstagsausgabe) für eine "Bindung des
Rentenzugangsalters an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung" und
ergänzte: "Steigt diese nicht, bleibt es bei den 67 Jahren. Steigt die
Lebenserwartung, müssten alle, die können, etwas länger arbeiten. Das Verhältnis
von Arbeitsperiode zu Rentenperiode kann mit 3 zu 1 in der Balance gehalten
werden."
Den Vorschlag des Ökonomen und Beraters von Finanzminister Lars Klingbeil, Jens
Südekum, das Renteneintrittsalter an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln,
nannte Hüther "den völlig falschen Ansatz". Bislang sei die Beitragsleistung
ausschlaggebend. "Wenn die Renten nun auch von Qualifikation oder Laufzeit
abhängig gemacht werden, würde die Rentenversicherung individualisiert. Das ist
ein Systembruch, der nicht hilft", sagte der IW-Direktor zu noz.
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