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Düsseldorf/Bonn (ots) - In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Inga Kühn
mit der Vorsitzenden des EU-Sicherheitsausschusses Marie-Agnes Strack-Zimmermann
über Europa, den Fall Epstein und den Reformbedarf bei den Vereinten Nationen.
Auf die Frage, ob sie lieber mit Donald Trump, Xi Jinping oder Wladimir Putin an
einem Tisch Klartext reden würde, entgegnet Strack-Zimmermann, sie würde alle
drei an den Tisch holen "in der Hoffnung, dass sie sich gegenseitig
zerfleischen". Übrigbleiben würde ihrer Einschätzung nach der chinesische
Präsident Xi Jinping. China werde im Westen unterschätzt. Dort zähle nicht der
schnelle Erfolg, sondern das langfristige Ziel, so Strack-Zimmermann.
Mit Blick auf US-Präsident Donald Trump warnt Strack-Zimmermann vor einer
"Untergrabung der Demokratie" in den Vereinigten Staaten in den vergangenen
Monaten. Zugleich betont sie, zwischen dem Weißen Haus und den Vereinigten
Staaten müsse unterschieden werden. Die transatlantische Partnerschaft bleibe
wichtig.
Gleichzeitig sieht sie Europa in einer strategisch starken Position: "Wir haben
eine Riesenchance und wir wären bescheuert, wenn wir sie jetzt nicht ergreifen."
Europas Stärke seien die 27 Staaten, so die EU-Abgeordnete. Europa dürfe sich
nicht auseinanderdividieren lassen - genau das sei das Ziel autoritärer Akteure.
Geschlossenheit sei der entscheidende Machtfaktor. "Wir leben in einem starken
Europa. Wir haben Geld, wir haben die Menschen, vor allen Dingen haben wir das
Know-how. Wir müssen es nur auf die Straße bringen." Das gelinge nur, wenn
Europa Regeln reduziere und den Handel öffne.
Ausführlich äußert sich die FDP-Politikerin auch zum internationalen Skandal um
den verstorbenen US-Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Es gehe nicht nur um einzelne Namen, sondern um "ein Gruselkabinett von Lug,
Trug, Missbrauch" sowie um mögliche mafiöse Strukturen. Es sei "naiv", zu
glauben, Europa oder Deutschland seien von solchen Netzwerken ausgeschlossen.
Hinweise auf internationale Verflechtungen wie auch die Berichte über zahlreiche
Kontoverbindungen bei der Deutschen Bank müssten sorgfältig geprüft werden. "Da
geht es auch um Erpressbarkeit." Zugleich fordert sie einen Perspektivwechsel:
"Ich wünschte mir, dass wir auch mehr über die Opfer sprechen und nicht immer
nur über die Täter."
Reformbedarf sieht Strack-Zimmermann zudem bei den Vereinten Nationen: "Der
Rahmen ist altbacken, die Idee ist richtig". Aus ihrer Sicht sei die Zeit
gekommen, die UN zu reformieren. "Aber die Idee als solche ist wichtiger denn
je." Souveränität und Völkerrecht müssten verteidigt werden - dafür brauche es
moderne Strukturen.
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