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Die gesamte Studie steht hier zur Verfügung DOWNLOAD
https://wiiw.ac.at/economic-implications-for-europe-of-a-potential-reinteg
ration-of-iran-into-the-world-economy-dlp-7526.pdf
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Wien (ots) - EU-Wohlstandsgewinne von bis zu 0,7% des BIP; Deutschlands
BIP-Zuwachs rund 0,3%; dämpfende Effekte auf Inflation; Iran könnte
mittelfristig mit Türkei oder Südkorea gleichziehen
Ein grundlegender politischer Wandel im Iran und eine anschließende
Wiedereingliederung des Landes in die Weltwirtschaft könnten erhebliche
wirtschaftliche Vorteile für Österreich und Europa bringen. Das zeigt eine neue
Studie eines internationalen Teams von Ökonomen rund um Mahdi Ghodsi, den
Iran-Experten des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche
(wiiw), und WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr im Auftrag der deutschen Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
"Der Iran lebt seit der Islamischen Revolution von 1979 unter einem der
strengsten Sanktionsregime der Welt und ist vom Westen weitgehend isoliert.
Entsprechend groß wäre das wirtschaftliche Potenzial einer Öffnung des Landes
unter einer neuen Regierung", sagt Mahdi Ghodsi. "Mehr Handel, niedrigere
Energiepreise und eine effizientere internationale Arbeitsteilung brächten für
Europa deutliche Wohlstandsgewinne. Der Iran ist ein Land mit rund 93 Millionen
Einwohnern, dessen Wirtschaft momentan am Boden liegt und enormes
Entwicklungspotenzial hat", so Ghodsi.
Allein die Aufhebung der EU-Sanktionen könnte das reale Bruttoinlandsprodukt
(BIP) des Iran langfristig um mehr als 80% steigen lassen. Gleichzeitig könnte
die Wirtschaftsleistung in der EU und in Österreich dadurch um 0,3% bzw. 0,5%
wachsen. Das entspricht einem zusätzlichen Jahreseinkommen von fast 2,51 Mrd.
Euro für Österreich und mehr als 54 Mrd. Euro für die EU.
Österreich würde überdurchschnittlich profitieren
Österreich profitiert in den Modellrechnungen überdurchschnittlich stark. Mit
einem prognostizierten BIP-Zuwachs von 0,5% läge der Effekt einer Reintegration
des Iran in die Weltwirtschaft für Österreich deutlich höher als für Deutschland
(0,3%) oder die EU als Ganzes. Das ist auf die österreichische
Wirtschaftsstruktur und entsprechende Exportchancen für österreichische
Unternehmen zurückzuführen.
"Österreich ist traditionell stark im Anlagen- und Maschinenbau, in der
Bauwirtschaft, bei Verkehrsinfrastruktur oder in der Wasseraufbereitung und
Umwelttechnik. Das sind alles Bereiche, in denen der Iran einen enormen
Aufholbedarf hat. Zudem zählte Österreich schon bisher zu den größten
Exporteuren von Medikamenten und Medizintechnik in den Iran", erläutert Ghodsi.
Wohlstandsniveau der Türkei oder Südkoreas möglich
Für den Iran wären die positiven Effekte dann besonders groß, wenn die Aufhebung
der Sanktionen mit einem wirtschaftlichen Wiederaufbau und
Produktivitätssteigerungen einherginge. Letztere ließen sich vor allem durch
weniger Korruption und bessere staatliche Institutionen sowie mehr
Rechtssicherheit erzielen.
In Szenarien, in denen sich der Iran bei der Arbeitsproduktivität an Länder wie
die Türkei oder Südkorea annähert, könnte das iranische BIP um 240% bis 390%
steigen und damit mittelfristig auch das Entwicklungsniveau der Türkei oder
sogar Südkoreas erreichen. Auch die Wohlstandsgewinne für Europa wären in diesem
Fall noch deutlich höher und betrügen für die EU bis zu 0,7% des BIP.
Dämpfende Effekte auf die Inflation
Eine Rückkehr des rohstoffreichen Iran auf die globalen Energiemärkte könnte
zudem die Öl- und Gaspreise senken, die Volatilität auf den Energiemärkten
verringern und den Inflationsdruck in Europa dämpfen. Zudem dürften stabilere
politische Verhältnisse in der Region die Sicherheit wichtiger Seehandelsrouten
verbessern und den Migrationsdruck auf Europa reduzieren.
Die Studie betont ausdrücklich, dass ihre Ergebnisse an einen grundlegenden
politischen Wandel im Iran geknüpft sind. Eine Lockerung der Sanktionen unter
dem derzeitigen Regime wird nicht befürwortet. Dasselbe gilt für einen Wandel,
der nicht mit tiefgreifenden und glaubwürdigen Reformen einhergeht.
"Moralische Klarheit und wirtschaftliche Vorsorge schließen sich nicht aus", so
Gabriel Felbermayr. "Gerade deshalb ist es wichtig, mögliche Szenarien nüchtern
zu analysieren und Europa auf die wirtschaftlichen Folgen politischer
Veränderungen vorzubereiten."
Mögliche Auswirkungen des Iran-Krieges
Wie in der bereits vor dem aktuellen Angriff Israels und der USA auf den Iran
fertiggestellten Studie antizipiert, weitet die Islamische Republik den Konflikt
auf die gesamte Region aus, indem sie US-Stützpunkte in den arabischen Staaten
am Persischen Golf ins Visier nimmt.
"Die wirtschaftlichen und geopolitischen Kosten dieses Krieges dürften rasch
steigen. Die technologische Überlegenheit der USA und Israels wird den
militärischen Ausgang des Krieges maßgeblich prägen", sagt Mahdi Ghodsi.
"Zugleich haben die großen arabischen Ölproduzenten angekündigt, ihre Förderung
auszuweiten, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Die Verschiffung
von Erdöl durch die Straße von Hormus bleibt jedoch erheblichen Risiken
ausgesetzt, auch wenn die derzeitige Blockade durch den Iran beendet werden
sollte", so Ghodsi.
"Es steht zu befürchten, dass sich der Konflikt auf die ganze Region ausweitet
und es zu einer langanhaltenden Destabilisierung kommt, mit massiven negativen
Konsequenzen für die Weltwirtschaft."
Die gesamte Studie steht hier zur Verfügung DOWNLOAD (https://wiiw.ac.at/economi
c-implications-for-europe-of-a-potential-reintegration-of-iran-into-the-world-ec
onomy-dlp-7526.pdf)
Pressekontakt:
Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw)
Mag. Andreas Knapp
Telefon: +43 680 1342 785
E-Mail: mailto:knapp@wiiw.ac.at
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/148268/6226394
OTS: Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wii
w)
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