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Berlin (ots) - Ein aktuelles Gutachten der Prognos AG im Auftrag der
Branchenvertretung RTG (Repräsentanz Transparente Gebäudehülle) zeigt:
Steuerliche Vorteile für selbstgenutztes Wohneigentum können ein wirkungsvolles
Element einer integrierten Wohnungs- und Baupolitik sein. Sie verbinden
wohnungs- und wirtschaftspolitische Ziele und tragen zur Stabilisierung der
Konjunktur und der heimischen Bauwirtschaft bei. Besonders interessant: Die
zusätzliche Bauaktivität führt zu staatlichen Einnahmen, sodass die Förderung
die öffentlichen Haushalte praktisch nicht belastet, teilweise sogar ein Plus
erwirtschaftet.
Vor dem Hintergrund der nach wie vor zu geringen Bautätigkeit, gestiegener
Baukosten und -zinsen und einer angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt, hat
Prognos konkrete steuerliche Förderinstrumente untersucht, die sich bereits im
Koalitionsvertrag und in Parteibeschlüssen finden. Berechnet wurden die
fiskalischen Effekte, der zusätzlicher Wohnraum und Eigentum, ausgelöste
Investitionen und Arbeitsmarkteffekte. Die untersuchten steuerlichen Anreize im
Einzelnen:
- Steuerermäßigung in Höhe von 7,5% der Kosten für Neubau- oder Bestandserwerb
von selbstgenutztem Wohnraum, verteilt über 8 Jahre, plus Kinderbonus
- Steuerermäßigung in Höhe von jährlich 40% der Darlehenszinsen (Kauf/Bau von
selbstgenutztem Wohnraum), Laufzeit 5 Jahre, plus Kinderbonus
- Sonderausgabenabzug in Höhe von 5% der Baukosten über 4 Jahre (analog
Sonder-AfA) für Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum nach EH55Plus-Standard
Die Ergebnisse zeigen: Alle drei Maßnahmen setzen spürbare Investitionsimpulse -
bei zugleich beachtlichen Rückflüssen an den Staat. Je nach Ausgestaltung lösen
die Instrumente jährlich zusätzliche Investitionen zwischen rund 6 und 40
Milliarden Euro aus. Damit verbunden sind Produktionsimpulse von bis zu 76
Milliarden Euro pro Jahr sowie die Sicherung beziehungsweise Schaffung von bis
zu 324.000 Vollzeitäquivalenten jährlich.
Auch wohnungspolitisch sind die Effekte substanziell: Bis zu 240.000 zusätzliche
Wohneinheiten können geschaffen werden, bis zu 720.000 Haushalte erhalten
zusätzlich Zugang zu Wohneigentum.
Gerade Familien profitieren von den vorgeschlagenen Modellen durch gezielte
Kinderboni und gestaffelte Förderobergrenzen.
Die fiskalischen Effekte zeigen deutliche Rückflüsse an den Staat: Zwar
entstehen durch die steuerlichen Anreize zunächst Steuermindereinnahmen.
Gleichzeitig generieren die angestoßenen Investitionen erhebliche zusätzliche
Einnahmen aus Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Unternehmensbesteuerung sowie
Minderausgaben in der Sozialversicherung. Praktisch kostenneutral ist die
Steuerermäßigung in Höhe von 7,5% der Kosten für Neubau- oder Bestandserwerb:
Bei ausreichender Inanspruchnahme kostet sie über die Laufzeit 72,6 Milliarden
Euro bei Einnahmen von 71,8 Milliarden Euro. In den Jahren 2027 bis 2030
verzeichnen die öffentlichen Haushalte sogar ein Plus von 35 Milliarden Euro.
Besonders effizient zeigt sich die dritte untersuchte Maßnahmen, der
Sonderausgabenabzug in Höhe von 5% der Baukosten über 4 Jahre: Über die
komplette Laufzeit stehen staatlichen Kosten von 8 Milliarden Euro staatliche
Einnahmen in Höhe von 14 Milliarden Euro gegenüber. Bis 2030 schlägt ein Plus
von 9 Milliarden Euro zu Buche.
Die Studie betont zugleich: Entscheidend für den Erfolg steuerlicher
Förderinstrumente sind verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen.
Förderprogramme sollten haushaltspolitisch abgesichert, konsistent ausgestaltet
und eng mit regulatorischen Entwicklungen - etwa im Gebäudeenergiegesetz oder im
Rahmen der EU-Gebäuderichtlinie - verzahnt werden.
Zur Studie: Hintergrund | Repräsentanz Transparente Gebäudehülle
(https://transparente-gebaeudehuelle.de/Hintergrund)
Die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle ist das gemeinsame Hauptstadtbüro des
Bundesverbands Flachglas, der Industrievereinigung
Rollladen-Sonnenschutz-Automation und des Verbands Fenster + Fassade zusammen
mit den Unternehmen Hunter Douglas, Roma, Somfy, Velux, Veka und Warema sowie
den Kooperationspartnern Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz und EPPA
Deutschland. Sie ist Impulsgeber und Dialogpartner für alle Politikakteure und
Stakeholder, die die bau- und energiepolitischen Rahmenbedingungen gestalten.
Pressekontakt:
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Thomas Drinkuth, Leiter der Repräsentanz
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OTS: Repräsentanz Transparente Gebäudehülle GbR
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