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Hannover (ots) - "Wir bauen Zukunft!" Unter dieser Prämisse hat das KRH Klinikum
Hannover 2023 seine Medizin Strategie 2030 gestartet - etliche Projekte auf dem
Weg zu einer modernen und wirtschaftlichen Parientenversorgung sind bereits
erfolgreich gestartet. Immense Herausforderungen für Deutschlands Krankenhäuser:
Investitionsstau, Fachkräftemangel, zunehmender Trend zu ambulanten Behandlungen
und steigende Ansprüche an die Behandlungs- und Pflegequalität dazu knappe
Klinikkassen, Einsparpläne von Bund und Kassen, überfüllte Notaufnahmen:
Kliniken müssen neu denken, und das Klinikum Region Hannover justiert sich
bereits seit Jahren neu für die Zukunft. 2023 hat der Krankenhausverbund seine
Medizinstrategie 2030 gestartet - mit weitreichenden Modernisierungen,
Zusammenlegungen und Neubauten an neun Standorten. Und dass die Umsetzung der
Projekte auf einem sehr guten Weg ist, haben die KRH Geschäftsführer Dr.
Matthias Bracht (Medizin) und Barbara Schulte (Finanzen und Infrastruktur),
sowie Regionspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender Steffen Krach kürzlich im
Rahmen eines Hintergrundgesprächs für Medienvertreterinnen und -vertreter
bestätigt. Außerdem haben sie einen Überblick über die aktuell laufenden
Bauprojekte gegeben.
Insgesamt investieren Klinikum, Region und das Land Niedersachsen in einem hohen
dreistelligen Millionenbereich, um die neun Standorte zu modernisieren, neue
Schwerpunkte zu setzen und teilweise baulich zu ersetzen. "Wir konnten jetzt
auch endlich mit den Baumaßnahmen in Gehrden beginnen", sagt Regionspräsident
Steffen Krach (SPD) und bezieht sich dabei auf den kürzlich durchgeführten
symbolischen Spatenstich. Eine Klage von Anliegern hatten diesen Start
verzögert. Auch das Go für den Klinikneubau in Großburgwedel habe der
Planungsausschuss gegeben, so Krach. In Lehrte seien zudem die Nachnutzung der
Klinik als Gesundheitscampus sowie die 25 Millionen Euro dafür gesichert. Der
Regionspräsident betonte zudem den vorausschauend frühen Start der Umsetzung
vieler Vorhaben. "In der schwierigen Lage und der Finanznot der meisten Kliniken
habe wir das Problem bereits vor zweieinhalb Jahren vergleichsweise früh
angepackt." Die Bettenzahl insgesamt werde mit der Medizinstrategie von 2.400
auf 1.750 reduziert, "aber die Konzentration schafft Spielräume", betont der
Medizinische Geschäftsführer des KRH Matthias Bracht.
Auch gesetzliche Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene sowie die
Krankenhausfinanzierung zielen auf eine stärkere Spezialisierung der angebotenen
Leistungen in größeren Kliniken ab - bei gleichzeitiger Sicherstellung einer
flächendeckenden Versorgung. Das KRH ist einer der ersten kommunalen
Klinikverbünde, der mit strategischer Neuausrichtung reagiert; damit wird das
Unternehmen perspektivisch zu einem der modernsten Klinikkonzerne Deutschlands.
"Die Medizinstrategie 2030 bietet Menschen in der Region Hannover auch in
Zukunft hochmoderne Gesundheitsversorgung aus kommunaler Hand", betont KRH
Geschäftsführerin für Finanzen und Infrastruktur Barbara Schulte. Dazu werde ein
breit gefächertes, abgestuftes Versorgungsangebot in Grund- und Regelversorgung,
Schwerpunktversorgung und Maximalversorgung benötigt - bei sinnvoller Ergänzung
durch neue Versorgungsformen, die die Lücke zwischen ambulantem und stationärem
Bereich schließen helfen.
"Dafür ist heute nicht mehr die gesamte Breite der Medizin an jedem
Krankenhausstandort nötig", betont Mediziner Bracht. Qualität und
Versorgungsmöglichkeiten im KRH Netzwerk können durch Konzentration von
Ressourcen für bestimmte Leistungen an einzelnen Standorten und Bildung von
Behandlungsschwerpunkten gewährleistet werden.
Die Pläne führen zudem zu stärkerer Versorgungssicherheit in der
Notfallversorgung: "Denn nur entsprechende Zentren können sehr komplexe Notfälle
versorgungs- und qualitätsgesichert erbringen - wie etwa Herzkatheter bei akutem
Herzinfarkt oder Entfernung von Blutgerinnseln bei akutem Schlaganfall", so Dr.
Bracht.
So sehen die aktuellen Bauvorhaben im Einzelnen aus:
Neubau Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) in Lehrte
Das Konzept sieht eine Kombination aus ambulanten und stationären Leistungen
vor, ergänzt durch Angebote von Partnern. Auf gut 3.100 Quadratmetern sollen ab
Sommer 2026 Praxen für Allgemeinmedizin, Urologie sowie Radiologie untergebracht
werden. Zudem wird es zehn stationäre Betten geben, drei ambulante OPs, eine
Physiotherapie sowie 26 Dialyse-Plätze.
Klinikum Robert Koch Gehrden
Das Klinikum in Gerden wird umfassend modernisiert. Ein Ersatzneubau soll zudem
den alten Teil der Klinik mit einer Kapazität von 250 Betten ersetzen. Die
Arbeiten haben begonnen, nach Fertigstellung beider Bauabschnitte werden in
Gehrden 349 Betten zur Verfügung stehen. Der Standort wird zudem als
Schwerpunktversorger gestärkt. Dafür zieht die Neurologie von Laatzen nach
Gehrden, zudem wird das palliativmedizinische Angebot ausgeweitet. Die
medizinischen Funktionen in Gehrden fokussieren sich künftig auf
interdisziplinäre Endoskopie und Elektivaufnahme, acht Pflegestationen mit
Intermediate Care sowie einem zentralen OP-Bereich, auf die Geburtshilfe, das
Labor und Herzkathetermessplätze. Die Kosten von 255,55 Millionen Euro tragen
Land, Region sowie KRH.
Pharmazie der Zukunft
Am Siloah entsteht eine der größten Krankenhausapotheken in Niedersachsen, die
künftig 4.000 Planbetten versorgen wird - Gesamtkosten 35,75 Millionen Euro. Die
Fläche beträgt rund 4.500 Quadratmeter, das Erdgeschoss wird als Lager,
Warenannahme und -ausgabe und für das vollautomatisiertes Verteilsystem genutzt,
im ersten Stock sitzen Unit Dose, Verwaltung sowie das Labor für sterile
Arzneimittelherstellung. Im Juni 2026 soll die Zentralapotheke ihren Betrieb am
neuen Standort aufnehmen.
Neubau Klinikum Großburgwedel
Auf der grünen Wiese entsteht ein Klinikneubau, der die Standorte Lehrte und
Großburgwedel zusammenführt. Der Neubau mit insgesamt 285 Betten soll sich zum
Schwerpunktkrankenhaus entwickeln. Dazu gehören sechs Normalstationen für acht
Fachbereiche, darunter Geriatrie und Wochenbett. Des Weiteren werden ein
zentraler OP-Bereich, Interventionszentrum, Notaufnahme sowie eine
interdisziplinäre Kurzaufnahmestation etabliert. Baubeginn soll Sommer 2026
sein, die Bauzeit wird auf sechs bis acht Jahre geschätzt, die erwarteten
Gesamtkosten auf rund 250 Millionen Euro.
Psychiatrie Wunstorf
Hier soll es zügig vorangehen, der veraltete Standort soll in Modulbauweise
ersetzt werden. Die neue Psychiatrie für Erwachsene mit sechs Stationen kann
daher bereits 2027 starten. Die Kosten betragen rund 87,5 Millionen Euro.
Klinikum Agnes Karll Laatzen
Der Standort Laatzen wird als Grund- und Regelversorger fortgesetzt und um
ambulante Angebote sowie Nachsorgemöglichkeiten ergänzt. Im Fokus steht der
Umbau der zentralen Notaufnahme. Die Bauarbeiten für das 6,7 Millionen Projekt
haben bereits begonnen und sollen Mitte 2027 abgeschlossen sein. "Die Umsetzung
ist allerdings herausfordernd, da die Notaufnahme im Betrieb umgebaut werden
muss, damit keine Versorgungslücken entstehen", so Geschäftsführerin Schulte.
Klinikum Mitte
Die KRH Standorte Nordstadt und Siloah werden am Standort Siloah zu einem
Maximalversorger, dem Klinikum Mitte zusammengeführt. Insgesamt wird es 830
Betten geben und Fachdisziplinen wie Urologie, Gefäßchirurgie, Geriatrie,
Gynäkologie, Nephrologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Onkologie, Pneumologie
Unfallchirurgie/Orthopädie, Neuroradiologie und - chirurgie, Palliativmedizin,
HNO, Augenheilkunde und Neurologie werden am Standort Siloah angeboten. "Hier
stehen wir mit der Planung noch ganz am Anfang", betont Schulte. Sie rechnet mit
einer Bauzeit von gut acht Jahren, die Gesamtkosten sind noch nicht ermittelt.
Klinikum Wunstorf - Kinder und Jugendpsychiatrie
"Es gibt auch schon Bauprojekte, die abgeschlossen sind", sagt Schulte. Das gilt
für den Neubau (16,67 Millionen Euro) der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die im
Frühjahr 2024 ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Einrichtung fokussiert sich auf
Tagesklinik, Krisenstation sowie teilstationäre Betreuung.
Pressekontakt:
i.V. Matthias Pusch
Geschäftsbereichsleiter und Pressesprecher
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