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Offenbach am Main (ots) -
- Mit diesen Mitteln der EU und des Landes Hessen wurden 330 Projekte
unterstützt
- Maßnahmen wirken Fachkräftemangel entgegen
- Erfolgsgeschichte: Seit mehr als 30 Jahren ermöglicht die WIBank EU-geförderte
Maßnahmen in Hessen
Trotz einer steigenden Arbeitslosenquote in Hessen stellt der Fachkräftemangel
die Wirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Daher zielen die
europäische und hessische Arbeitsmarktpolitik darauf ab, Bildung und
Beschäftigung zu fördern, die Integration benachteiligter Menschen in den
Arbeitsmarkt zu verbessern und dadurch dem Fehlen von Fachkräften
entgegenzuwirken. Die WIBank bündelt diese Ziele in ihrem Geschäftsfeld "bilden
& beschäftigen" und weist hier 2025 ein Neugeschäftsvolumen von 113,7 Mio. Euro
aus. Die Höhe der neu bewilligten Mittel liegt 2025 rund 87 Prozent über dem
Vorjahresniveau von 60,7 Mio. Euro. Grund hierfür ist, dass 2025 - im Gegensatz
zu 2024 - in nahezu allen Förderprogrammen neue Bewilligungsrunden stattfanden.
Mit den Geldern, die größtenteils von der Europäischen Union im Rahmen des
Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) (https://www.esf-hessen.de/esf-hessen/) und
vom Land Hessen bereitgestellt werden, konnte die WIBank 2025 rund 330 Projekte
in Hessen unterstützen. Damit leisten sowohl die EU als auch das Land Hessen
einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.
"Hinter jedem ESF+-Projekt stehen Menschen, die neue Wege gehen,
Herausforderungen annehmen und ihre berufliche Zukunft gestalten wollen. Dass
wir im Auftrag der EU und des Landes Hessen 2025 rund 330 dieser Projekte
unterstützen konnten, zeigt eindrucksvoll, wie unmittelbar europäische Politik
bei den Menschen in Hessen ankommt und macht deutlich, wie soziale Teilhabe und
Chancengerechtigkeit in Hessen erfolgreich umgesetzt werden. Das Ziel, Menschen
neue Perspektiven zu eröffnen und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern,
unterstützen wir als WIBank seit mehr als drei Jahrzehnten mit größter
Überzeugung", sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung .
Im Rahmen der aktuell elf bestehenden ESF+-Programme in Hessen wurden die
meisten Projekte 2025 in den Programmen Berufsqualifizierende Sprachförderung
Plus (88), Praxis und Schule (50), Qualifizierung und Beschäftigung junger
Menschen (48) und Impulse der Arbeitsmarktpolitik (46) gefördert. Diese
beispielhaften Angebote sollen unter anderem die Ausbildungs- und
Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Migrationsgeschichte verbessern, berufliche
Qualifizierungsangebote für Erwerbslose entwickeln und Jugendliche in
herausfordernden Umständen beim Erwerb des Hauptschulabschlusses unterstützen
und ihnen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern.
Partnerschaftliches Förderinstrument mit eigenen Schwerpunkten
Die Umsetzung des ESF+ erfolgt dezentral in den Mitgliedstaaten und Regionen. Es
ist ein partnerschaftlich zwischen EU-Kommission und Mitgliedstaat
ausgestaltetes Förderinstrument mit klaren politischen Zielen und mehrjähriger
Budgetsicherheit. Die Bundesländer und der Bund setzen jeweils eigene
Schwerpunkte in ihrer ESF+-Förderung. In Hessen liegt der Fokus auf dem
gleichberechtigten Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung sowie auf
aktive Inklusion und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit . Für die
ESF+-Umsetzung in Hessen stehen in der Förderperiode 2021-2027 169 Mio. Euro aus
dem EU-Haushalt zur Verfügung. Diese Mittel werden kofinanziert durch 254 Mio.
Euro aus nationalen Quellen, wodurch sich ein Gesamtbetrag von rund 423 Mio.
Euro ergibt.
Für den ESF+ Hessen ist federführend die Verwaltungsbehörde im Hessischen
Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales (HMSI) zuständig, wobei
das HMSI, das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, das
Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Hessische Ministerium
für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ihre eigenen
Programme verantworten.
Die WIBank bzw. ihre Rechtsvorgänger übernehmen bereits seit 1993 im Auftrag des
Landes die Begleitung und Umsetzung ESF-finanzierter Maßnahmen in Hessen.
Neben dem ESF+ gibt es in Hessen auch Förderungen durch den Europäischen Fonds
für regionale Entwicklung (EFRE)
(https://wirtschaft.hessen.de/Wirtschaft/EFRE-Europaeischer-Strukturfonds) und
durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen
Raums (ELER) (https://umwelt.hessen.de/Laendliche-Raeume/ELER-Foerderung) . Auch
hier unterstützt die WIBank das Land bei der Umsetzung.
Beispiele
Berufsqualifizierende Sprachförderung (BQS+)
Im Projekt "BQS+ - Berufsqualifizierende Sprachförderung Plus für Qualifizierung
zur Betreuungskraft" des Lernmobil Viernheim e.V. werden zehn Teilnehmende fit
gemacht für eine Tätigkeit als Betreuungskraft, z.B. in Pflegeheimen. Dabei
sollen Menschen mit Migrationshintergrund durch eine enge Verzahnung von
fachlicher Qualifizierung und berufsbezogener Sprachförderung auf den Einstieg
in den Arbeitsmarkt im Betreuungs- und Pflegebereich vorbereitet werden.
Die Sprachförderung erfolgt praxisnah und orientiert sich an den konkreten
Anforderungen des Berufsalltags. Im Mittelpunkt stehen: die Kommunikation mit
pflegebedürftigen Menschen und Angehörigen, die Zusammenarbeit im Pflegeteam,
das Verstehen und Anwenden von Fachsprache sowie die Dokumentation im
Arbeitsalltag.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Teamteaching, bei dem Fach- und
Sprachunterricht eng miteinander verzahnt werden. Ergänzend sammeln die
Teilnehmenden praktische Erfahrungen in Pflegeeinrichtungen und reflektieren
ihre Praxiserfahrungen gemeinsam mit den Lehrkräften. Mit diesem Angebot
reagiert das Lernmobil auf den steigenden Bedarf an qualifiziertem
Betreuungspersonal und unterstützt gleichzeitig die berufliche Integration von
Zugewanderten.
Das Projekt wird gefördert von der EU und aus Mitteln des Landes Hessen.
Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen (QuB)
Das Projekt Lohn und Brot des AWO Kreisverbands Fulda besteht seit 1999 und ist
ein niedrigschwelliges Beschäftigungsprojekt für junge Erwachsene bis zu 27
Jahren. Ziel der Maßnahme ist es, die berufliche sowie gesellschaftliche
Integration der Teilnehmenden vorzubereiten. Es handelt sich dabei um einen
Personenkreis, der den Anforderungen des Berufslebens derzeit nicht gewachsen
ist und für den aktuell keine Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt
erschlossen werden können. Im Laufe der Maßnahme können vorhandene Kompetenzen
aktualisiert und/oder zusätzliche Qualifikationen erworben werden, die eine
Integration, bzw. Reintegration, in den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen.
Durch individuelle Begleitung, sozialpädagogische Hilfe und praktische
berufliche Orientierung werden die Jugendlichen/jungen Erwachsenen stabilisiert
und zur Entwicklung von realistischen Lebens-, sowie Arbeitsperspektiven
befähigt. Entsprechend ihrer jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten werden sie
im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bewältigung ihrer alltäglichen
Herausforderungen unterstützt und beim Übergang in Schule, Ausbildung und Arbeit
begleitet.
Das Projekt bietet in der praktischen Begleitung verschiedene Arbeitsbereiche
an. Im geschützten pädagogischen Rahmen gewöhnen sie sich an einen geregelten
Tagesablauf und werden an praktische Arbeiten herangeführt. Gleichzeitig können
die individuelle Lebenssituation sowie bisherige Lebens- und Lernerfahrungen im
Arbeitsprozess berücksichtigt werden. So rücken vorhandene Stärken und
Fähigkeiten in den Fokus, das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl werden
gestärkt, Problemlösungsstrategien entwickelt und persönliche Ziele formuliert.
Das Projekt wird gefördert von der EU und aus Mitteln des Landes Hessen sowie
von der Stadt Fulda und vom Landkreis Fulda.
Impulse der Arbeitsmarktpolitik (IdeA)
Jobheld:innen ist ein dreijähriges Projekt zur nachhaltigen Begleitung und
Stärkung von jungen Menschen beim Einstieg in Gesundheitsberufe, das von der in
Kassel ansässigen digiFORT gGmbH angeboten wird. Es richtet sich an Menschen mit
oder ohne Hauptschulabschluss und wird gemeinsam mit regionalen Bildungsträgern,
Kooperationspartner:innen und Arbeitgebenden in Nordhessen umgesetzt. Das Ziel
von Jobheld:innen ist es, Menschen nicht nur für Gesundheitsberufe zu
qualifizieren, sondern ihnen Perspektiven zu eröffnen und sie zu echten
Jobheld:innen zu machen. Davon profitieren die Teilnehmenden ebenso wie die
Region Nordhessen: durch stabile Ausbildungswege, erfolgreiche Abschlüsse und
eine langfristige Sicherung von Fachkräften im Gesundheitswesen.
Im Mittelpunkt steht ein individueller und verlässlicher Begleitprozess: von der
ersten Orientierung über Qualifizierung und Praxisphasen bis hinein in
Ausbildung und Beschäftigung im Gesundheitswesen.
Das Projekt wird gefördert von der EU und aus Mitteln des Landes Hessen.
Praxis und Schule (PUSCH)
Praxis und Schule ergänzen sich - das zeigt die Kombination von betrieblicher
Praxis und Schulunterricht an der Ludwig-Börne-Schule in Frankfurt. Lernen im
Betrieb und Berufsorientierung durch Praktika sind neben Schulunterricht ein
zentraler Bestandteil der dortigen PUSCH-Klassen der Jahrgangsstufe 9 und werden
durch sozialpädagogische Fachkräfte des Evangelischen Vereins für
Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. begleitet. Mit dem Förderprogramm
PUSCH (Praxis und Schule) werden Schülerinnen und Schüler gezielt auf die
Erreichung des Hauptschulabschlusses vorbereitet und gleichzeitig in ihren
Ausbildungs- und Berufskompetenzen gefördert.
Erfahrene Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen des Evangelischen Vereins für
Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e. V. bereiten die Schülerinnen und
Schüler auf die Praktika vor und betreuen sie währenddessen - wöchentliche
Reflexionsstunden bieten den Jugendlichen die Gelegenheit, ihre praktischen
Erfahrungen zu besprechen und sie in ihrer Berufsorientierung, ihrem
Selbstwertgefühl und der Entwicklung ihrer persönlichen Stärken zu unterstützen.
Diese enge Zusammenarbeit zwischen den PUSCH-Coaches, den Lehrkräften und den
Praktikumsbetrieben erweist sich erfahrungsgemäß als sehr erfolgreich, sei es
beim Erreichen des Hauptschulabschlusses, beim direkten Übergang aus dem
Praktikum in eine Ausbildung oder bei der anschließenden Aufnahme
weiterführender schulischer oder beruflicher Bildungsangebote
Das Projekt wird gefördert von der EU und aus Mitteln des Landes Hessen.
Pressekontakt:
Claudia Ungeheuer
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0)69 9132-3716
E-Mail: mailto:claudia.ungeheuer@wibank.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/103206/6227564
OTS: Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen
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