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Köln (ots) - Nach den völkerrechtswidrigen militärischen Angriffen auf den Iran
am Samstag, weiten sich die Luftangriffe seit gestern auch auf den Libanon aus.
Mitarbeitende der Hilfsorganisation Islamic Relief im Land berichten von
Massenpanik und Vertreibung. Familien suchen Zuflucht in Schulen, um den
tödlichen Luftangriffen und Zwangsevakuierungen zu entkommen. Angesichts der
Eskalation der Krise im gesamten Nahen Osten wird befürchtet, dass bis zu einer
Million Menschen im Libanon vertrieben werden könnten - was zu einer schweren
humanitären Krise führen würde, warnt Islamic Relief Deutschland. Die
Luftangriffe seien schlimmer als 2024, berichtet Landesdirektor Akram Sadeq vor
Ort.
Die Lage im Libanon spitzt sich dramatisch zu. Gestern wurden bei Luftangriffen
auf Beirut (einschließlich der südlichen Vororte), das Bekaa-Tal, Tyros,
Nabatieh und zahlreiche Dörfer im Süden mindestens 31 Menschen getötet und 149
weitere verletzt.
Hunderttausende Zivilisten haben keinen sicheren Ort, an den sie sich begeben
können, da das israelische Militär die Bevölkerung aufgefordert hat, weite Teile
des Südlibanon zu verlassen. Tausende von Familien sind dadurch gezwungen, nach
Norden in Richtung Beirut zu fliehen, wo schwere Luftangriffe dutzende Menschen
getötet und verletzt haben.
Die Straßen sind überfüllt mit flüchtenden Familien, die alles, was sie können,
in Autos und Lastwagen gepackt haben. Einige Familien berichten, dass sie für
eine Strecke von nur 48 Kilometer sechs oder sieben Stunden gebraucht haben. Die
libanesische Regierung hat Hunderte von Schulen in Beirut, im Libanongebirge und
anderen Teilen des Nordens als Notunterkünfte für vertriebene Familien
ausgewiesen. Teams von Islamic Relief vor Ort planen, Hilfe in Form von
Lebensmitteln, Wasser, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln zu leisten.
Akram Sadeq, Landesdirektor von Islamic Relief im Libanon, sagt, die
Luftangriffe seien noch schlimmer als während des Krieges von 2024, der im
ganzen Land massive Zerstörungen und zivile Opfer verursacht habe:
"Die Luftangriffe begannen mitten in der Nacht und weckten Familien, die nach
einem Tag des Fastens im heiligen Monat Ramadan schliefen. Die heutigen Angriffe
sind noch stärker und umfangreicher als die, die wir 2024 erlebt haben."
"Es wird erwartet, dass bis zu eine Million Menschen aus ihren Häusern fliehen
werden, und der Zustrom von Menschen aus dem Süden des Libanon in den Norden ist
massiv. Die Lage ist sehr angespannt. Die Menschen fliehen aus dem Süden wegen
der israelischen Luftangriffe und der Evakuierungsbefehle, aber was sie noch
mehr fürchten, ist die Möglichkeit einer Bodeninvasion."
"Die libanesische Regierung verfügt nicht über die Ressourcen, um eine derart
massive Vertreibung alleine zu bewältigen. Islamic Relief arbeitet mit der
Regierung und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass
vertriebene Familien mit Lebensmitteln und Hilfsgütern versorgt werden."
Teams von Islamic Relief stehen im Irak, Jordanien, Syrien und Jemen bereit, um
Hilfe zu leisten
Durch die anhaltende Eskalation der Angriffe im Nahen Osten stehen die Teams von
Islamic Relief in der gesamten Region bereit, um auf die wachsenden humanitären
Bedürfnisse zu reagieren - darunter im Jemen, im Irak, in der Türkei, in
Jordanien, in Syrien, in den besetzten palästinensischen Gebieten sowie im
Libanon.
Als humanitäre Hilfsorganisation ist Islamic Relief Deutschland zutiefst
besorgt, dass eine weitere Destabilisierung der Region Millionen von Zivilisten
in der gesamten Region beeinträchtigen und vertreiben könnte. Sie fordert alle
Parteien auf, eine diplomatische Lösung anzustreben, ihre Verpflichtungen gemäß
dem humanitären Völkerrecht einzuhalten, das Leben der Zivilbevölkerung zu
schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Organisationen weiterhin sicher
arbeiten können.
Islamic Relief als globales Hilfsnetzwerk ist seit 2006 im Libanon tätig und
unterstützt auch in der aktuellen Krise Menschen in Not. Islamic Relief Libanon
hat bisher vertriebene Familien und lokale Aufnahmegemeinschaften in Nabatieh,
Tyros und Bekaa unterstützt, die nun wieder flüchten müssen.
Pressekontakt:
Sara Ahmed Martinez, Pressereferentin
Telefon: 01512 205 05 77
E-Mail: mailto:presse@islamicrelief.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/50131/6228104
OTS: Islamic Relief Deutschland e.V.
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