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Braunschweig (ots) - Forschende der Abteilung Pflanzenviren am Leibniz-Institut
DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, des italienischen
Nationalen Forschungsrats (CNR) und von BASF-Nunhems Italy haben kürzlich die
Ergebnisse ihrer Untersuchungen von resistenzbrechenden Stämmen des Tomato
spotted wilt virus (TSWV) in Tomaten- und Paprikafeldern veröffentlicht. Die
Ergebnisse, die erstmals das Auftreten sogenannter doppelter resistenzbrechender
Stämme (D-RB) des TSWV unter landwirtschaftlichen Bedingungen nachweisen, wurden
in der international renommierten Fachzeitschrift Virology publiziert.
Ein neues Szenario in der Landwirtschaft
Die Studie weist auf ein neues Risiko im Umgang mit dem Tomato spotted wilt
virus hin. Es ist eines der gefährlichsten Pflanzenviren überhaupt, da es
weltweit eine Vielzahl von Zier- und Gemüsepflanzen befällt, darunter Tomate und
Paprika. Bei einer Infektion sinkt der Ertrag der Pflanzen. Infektionen ganzer
Felder können zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Traditionell
gilt eine Kombination aus dem Anbau resistenter Sorten und der Bekämpfung der
Virus-übertragenden Insekten als effektivste Strategie gegen TSWV. Die aktuelle
Studie zeigt jedoch ein neues Szenario im Feld auf. "Da die Resistenz gegen TSWV
bei Tomate und Paprika auf unterschiedlichen Genen beruht, galt eine wechselnde
Fruchtfolge beider Kulturen lange als sichere und nachhaltige Methode, um das
Risiko von Resistenzdurchbrüchen zu minimieren. Unsere Forschung zeigt nun, dass
TSWV-Stämme existieren, die in der Lage sind, die Resistenz beider Pflanzenarten
zu überwinden", erläutert Dr. Paolo Margaria, Leiter der Arbeitsgruppe Discovery
and Diversity in der Abteilung Pflanzenviren an der DSMZ.
Auswirkungen auf die Praxis und Strategien im Krankheitsmanagement
Die neuen Forschungsergebnisse zeigen, dass bestimmte agronomische Praktiken -
wie der Wechselanbau resistenter Sorten oder der gleichzeitige Anbau resistenter
Tomaten- und Paprikasorten in unmittelbarer Nähe - unbeabsichtigt die Selektion
und Verbreitung aggressiverer Virusvarianten begünstigen könnten.
Dieses Szenario wurde bereits in Italien beobachtet und könnte auch auf andere
Regionen weltweit zutreffen. "Unsere Ergebnisse eröffnen neue Erkenntnisse für
Produktionssysteme, in denen Tomaten und Paprika räumlich nah angebaut werden,
und machen eine Neubewertung derzeitiger landwirtschaftlicher Praktiken und
Strategien im Krankheitsmanagement notwendig. Besonders empfehlen wir ein
systematisches Screening nach D-RB-Stämmen des TSWV überall dort, wo beide
Kulturen in unmittelbarer Nähe wachsen. Überwachung und angepasste
Managementansätze sind entscheidend, um Risiko, Ausbreitung und Auswirkungen
dieser neuen Virusvarianten zu reduzieren und die Erträge zu sichern", fasst
Paolo Margaria zusammen. Von besonderem Interesse im Rahmen der Studie war die
genaue molekulare Charakterisierung der Genomsequenzen der D-RB-Stämme, die eine
Aminosäurerest-Variation im Bewegungsprotein zeigt. Diese ermöglicht es dem
Virus, die Resistenz zu durchbrechen, und wurde bislang in Italien nicht
nachgewiesen. Insgesamt liefern die Forschungsergebnisse eine wertvolle
Grundlage für das weitere Verständnis von Resistenzmechanismen und pflanzlichen
Abwehrreaktionen bei wichtigen Nutzpflanzenarten.
Originalpublikation
Forgia, M.a, Margaria, P.a, Mammella, M., & Ciuffo, M. (2026). Characterization
of Italian resistance-breaking isolates of tomato spotted wilt virus reveals
double resistance-breaking strains in tomato and pepper and new insights into
the occurrence of the recently reported D122G substitution in the NSm protein.
Virology , 110820. aequal contribution -
https://doi.org/10.1016/j.virol.2026.110820
Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen
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(Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen, Pflanzenviren,
genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische Zellkulturen). An der
DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und
archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren
umfangreichen wissenschaftlichen Services und biologischen Ressourcen seit 1969
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