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Berlin (ots) - Anlässlich der heutigen Anhörung zur Arzneimittelversorgung im
Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages betont Pharma Deutschland erneut,
dass Sparvorschläge keine Zukunftsfragen lösen. Geopolitische Realitäten und
Standortfolgen in der Debatte um Arzneimittelpreise und geplante Sparmaßnahmen
gehören mit in den Fokus. "Die Welt hat sich verändert", sagt Dorothee Brakmann,
Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. "Sparvorschläge wie die Erhöhung
des Herstellerabschlags oder Interimspreise wurden in einer Zeit entwickelt,
bevor Donald Trump mit seinem Most-Favored-Nation-Prinzip den deutschen Preis
direkt zum Referenzpreis für den US-Markt gemacht hat. Und auch bevor die Welt
durch Krisen, Pandemien und unvorhergesehene Ereignisse volatil geworden ist und
die Souveränität und Unabhängigkeit Deutschlands und der EU bei Arzneimitteln
immer mehr in den Vordergrund rückt. Wer heute noch auf diese Instrumente setzt,
riskiert, Deutschland als Innovations- und Versorgungsstandort dauerhaft
abzuhängen."
Es braucht eine ausgewogene Einordnung der Ausgabenentwicklung der Arzneimittel.
Was in der Debatte leider oft nicht adressiert wird: Der Herstelleranteil an den
Gesamtausgaben ist mit rund 12 Prozent seit vielen Jahren konstant geblieben.
Die durchschnittlichen volumengewichteten Preise sind zuletzt um 0,8 Prozent
gesunken. Patentabläufe in dieser Legislaturperiode werden rund 6 Mrd. an
Einsparungen erwirken. Herstellerabschläge haben allein im vergangenen Jahr 29
Milliarden Euro eingespart. "Die Branche trägt bereits enorme Lasten", so
Brakmann. "Wer jetzt weitere Preisschrauben dreht, treibt Unternehmen aus dem
deutschen Markt - und zwar dauerhaft."
Es ist unbestreitbar, dass das GKV-System durch den demografischen Wandel und
neue medizinische Möglichkeiten zunehmend unter Druck gerät. Dabei greift eine
reine Kostendebatte jedoch zu kurz: Neben den Ausgaben spielt auch die
wirtschaftliche Stabilität eine entscheidende Rolle, denn sie sorgt für höhere
Einnahmen der Krankenkassen. Klar ist zudem, dass das Erstattungsniveau bei
Arzneimitteln maßgeblich beeinflusst, ob Unternehmen Innovationen in Deutschland
einführen und ob sie ihr Engagement in Forschung, Entwicklung und Produktion
hierzulande ausbauen. Seit der Amtseinführung von Donald Trump hat sich dieses
Spannungsfeld im internationalen Wettbewerb um Investitionen und
Innovationsstandorte weiter verschärft.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage, wie wir sicherstellen
können, dass Innovationen und sicherere Versorgung auch künftig in Deutschland
und Europa verfügbar sind, während gleichzeitig die Finanzierbarkeit der
gesetzlichen Krankenversicherung gewahrt bleibt.
Pharma Deutschland schlägt vor, Effizienzen zu heben: Etablierte, sichere
Arzneimittel sollten aus der Verschreibungspflicht entlassen werden. Das
Einsparpotenzial beträgt über vier Milliarden Euro jährlich. Zudem bietet die
Branche echte Risikopartnerschaften an. "Der Koalitionsvertrag will Deutschland
zum Biotech-Standort Nummer eins machen. Die heute diskutierten Anträge stoßen
in die genau entgegengesetzte Richtung." betont Brakmann.
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Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de gibt es
mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
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