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Heilbronn (ots) -
- Massive Wissenslücke bei NIS-2: Rund 48 % der befragten Unternehmen
unterschätzen ihre regulatorische Betroffenheit.
- Unterschätzte Gefahr: 54 % der Unternehmen gehen davon aus, dass
KI-Anwendungen die Cyber-Bedrohungslage nicht beeinflussen.
- Risikofaktor Lieferkette: Jedes zweite Unternehmen registriert Angriffe bei
Zulieferern, doch 75 % verzichten auf regelmäßige Audits ihrer Partner.
Der heute auf der Cyber Security Conference (CSC) veröffentlichte "Cyber
Security Report 2026" von Schwarz Digits offenbart ein alarmierendes Bild der
deutschen Wirtschaft. Trotz geschätzter Wirtschaftsschäden von über 202
Milliarden Euro jährlich durch Cyberangriffe zeigt die repräsentative Erhebung
unter 1.001 deutschen Unternehmen eine tiefe Diskrepanz zwischen wahrgenommener
Vorbereitung und struktureller Resilienz. Zwar stiegen Cybersicherheitsbudgets
auf 17 % des IT-Budgets. Sie blieben jedoch reaktiv und regulatorisch getrieben.
Fast jedes zweite Unternehmen unterschätzt seine regulatorische Betroffenheit
unter NIS-2 massiv. Der Report belegt: Während Angreifer sich mithilfe von KI
professionalisieren, geben sich viele Unternehmen einer gefährlichen
Sicherheits-Illusion hin.
NIS-2-Wissenslücke und staatliche Resilienz
Der Report deckt ein kritisches Informationsdefizit auf: Womöglich 48 % der
befragten Unternehmen gehen fälschlicherweise davon aus, nicht von der
NIS-2-Richtlinie betroffen zu sein. Besonders gefährlich ist die Lage für
umsatzstarke Kleinunternehmen: Obwohl sie mit 10 bis 49 Mitarbeitern eine
geringe Personalstärke aufweisen, überschreiten sie die Umsatzgrenze von 10
Millionen Euro und werden damit regulierungspflichtig. In diesem Segment wiegen
sich bis zu 92 % in trügerischer Sicherheit und schließen eine Betroffenheit
fälschlicherweise aus.
"Cybersicherheit ist im Jahr 2026 keine IT-Aufgabe mehr, sondern eine
Existenzfrage für jede Geschäftsführung", sagt Christian Müller, Co-CEO von
Schwarz Digits. "Wer NIS-2 als bürokratische Last missversteht, riskiert nicht
nur schmerzhafte Sanktionen, sondern die operative Substanz seines
Unternehmens."
Zudem wächst die Kritik an der öffentlichen Hand: 62 % der Unternehmen fühlen
sich bei der NIS-2-Einführung von den Behörden unzureichend unterstützt. Auch
die generelle digitale Handlungsfähigkeit des Staates wird abgestraft: Lediglich
21 % der Firmen fühlen sich durch politische und verwaltungstechnische Maßnahmen
ausreichend geschützt.
Besonders kritisch wird die Basis bewertet: Nur 7 % attestieren den Ländern eine
gute Aufstellung gegen Cyberangriffen - damit schneiden diese noch schlechter ab
als die Kommunen (12 %) und der Bund (15 %). Angesichts dieser Lage befürworten
79 % der Befragten staatliche Hackbacks und über die Hälfte wünschen sich
derartige Befugnisse für private Akteure - ein deutliches Zeichen für die
wachsende Frustration über bislang rein defensive Strategien.
KI als doppelschneidiges Schwert
Künstliche Intelligenz prägt die derzeitige und künftige Gefahrenlage 2026 durch
eine massive Beschleunigung und Skalierung bestehender Bedrohungen. Dennoch
stuft mit 54% mehr als die Hälfte der Unternehmen das Cyberrisiko durch die
Nutzung von KI als nicht oder überhaupt nicht vorhanden ein. Während bei großen
Unternehmen (73%) klare Regeln zum KI-Einsatz vorhanden sind, haben mindestens
23% bei KMU Nachholbedarf.
"In den nächsten zwölf Monaten werden autonome KI-Angriffe unsere heutigen
Sicherheitsansätze überrennen", warnt Dr. Alexander Schellong, Managing Director
Institutes, Accelerators & Cybersecurity bei Schwarz Digits. "Ein zentrales Ziel
wird dabei die Manipulation von KI-Entscheidungen in der realen Welt sein - der
sogenannte 'kinetische Prompt-Hack'. Wir müssen dringend die Lücke zwischen der
eingebildeten Sicherheit und der tatsächlichen Angreifbarkeit schließen."
Digitale Souveränität zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Bei der digitalen Souveränität klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit
auseinander: Während die strategische Relevanz erkannt wird, mangelt es massiv
an der operativen Umsetzung. Lediglich 19 % der Unternehmen verfügen über eine
Strategie für digitale Souveränität, wobei regulierte Industrien wie die Finanz-
und Versicherungswirtschaft hier die Vorreiterrolle einnehmen. Zwar wären 42 %
der befragten Unternehmen bereit, für souveräne Lösungen tiefer in die Tasche zu
greifen und die Hälfte sieht auch im Aufbau von europäischen Datenräumen einen
entscheidenden Schritt zur digitalen Souveränität - doch die Realität hinkt dem
Anspruch hinterher: Nur 13 % investieren gezielt in dedizierte Ressourcen, um
technologische Abhängigkeiten aktiv zu reduzieren. Der Report untermauert diese
Datenlage mittels des neu entwickelten Software Sovereignty Frameworks (EU SSF).
Das Modell bescheinigt EU-basierten Open-Source-Lösungen eine deutlich höhere
Souveränität als proprietären Plattformen aus Nicht-EU-Staaten.
"Digitale Souveränität ist zur strategischen Notwendigkeit gereift", betont Rolf
Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits. "Wer sich in einseitige Abhängigkeiten
außereuropäischer Plattformen begibt, verliert langfristig die Kontrolle über
seine Daten und seine Handlungsfähigkeit".
Risikofaktor Lieferkette: Das offene Scheunentor
Die enge Vernetzung der Wirtschaft wird zur zentralen Schwachstelle: Obwohl
bereits jedes zweite Unternehmen Angriffe auf seine Zulieferer registriert hat,
verzichten 75 % weiterhin auf regelmäßige Audits ihrer Partner. Diese mangelnde
Kontrolle ist riskant, da lediglich ein Drittel der Organisationen ihre
tatsächlichen Abhängigkeiten innerhalb der Lieferkette vollständig überblickt.
Besonders verheerend sind Angriffe über IT-Dienstleister (Managed Service
Provider) oder kompromittierte Software-Updates. Solche Vorfälle zählen zu den
schadenträchtigsten Bedrohungen: Im Ernstfall dauert es oft bis zu 30 Tage, bis
der Betrieb vollständig wiederhergestellt ist.
Den gesamten Cyber Security Report finden Sie zum Download hier
(https://schwarz-digits.de/publikationen/cyber-security-report) .
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.schwarz-digits.de .
Pressekontakt:
Schwarz Digits
Telefon +49 7132 30-490490
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OTS: Schwarz Digits
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