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Hamburg (ots) - Fast die Hälfte der Deutschen (46 %) ist der Ansicht, dass für
die Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland schon genug getan wurde
- ein Zuwachs um elf Prozentpunkte gegenüber 2019. Allerdings sind nahezu ebenso
viele Menschen im Land (45 %) gegenteiliger Ansicht. Das geht aus einer
aktuellen Ipsos-Studie hervor, die anlässlich des Weltfrauentags 2026 in 29
Ländern unter mehr als 23.000 Personen durchgeführt wurde. Unter den männlichen
Befragten hält sogar eine Mehrheit von 55 Prozent den bisherigen Einsatz für die
Gleichstellung für ausreichend, bei den Frauen sind es lediglich 36 Prozent. In
dieser wie auch in anderen Fragen zum Geschlechterverhältnis gehen die
Einschätzungen deutlich auseinander.
Mehr Frauen in Führung gefordert - knapp ein Drittel sieht Männer benachteiligt
Jede zweite Person in Deutschland (52 %) ist überzeugt, dass es hierzulande
besser liefe, wenn mehr Frauen verantwortungsvolle Positionen in Regierung und
Unternehmen innehätten. Dem stimmen 58 Prozent der Frauen und 47 Prozent der
Männer zu. Ähnlich fällt das Urteil bei der Frage nach weiblicher Führung in
Politik und Wirtschaft aus: 51 Prozent der Deutschen sind der Meinung, es könne
keine echte Gleichstellung geben, solange hier nicht mehr Frauen vertreten sind
- eine Ansicht, die 60 Prozent der Frauen, aber nur 43 Prozent der Männer
vertreten. Zugleich glaubt knapp ein Drittel der Bevölkerung (30 %), die
Förderung von Frauen sei inzwischen so weit fortgeschritten, dass Männer nun
diskriminiert würden. Unter den Männern äußern dies 37 Prozent, unter den Frauen
22 Prozent.
Für 62 Prozent der Bundesbürger ist die Gleichstellung von Frauen und Männern
persönlich wichtig. Das sagen 70 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer.
Nur 13 Prozent halten sie bereits für erreicht.
Arbeitsteilung im Privaten - Diskrepanzen zu gesellschaftlichen Erwartungen
In Deutschland findet die Vorstellung einer fairen Arbeitsteilung breite
Zustimmung. Rund drei Viertel sehen beide Geschlechter in der Pflicht, wenn es
um Aufgaben wie die Kindererziehung (73 %), das Geldverdienen (75 %) oder
Haushaltsarbeiten wie Kochen oder Putzen (77 %) geht.
Diese Überzeugung für das eigene Leben weicht jedoch deutlich von der
Einschätzung der gesellschaftlichen Realität ab. So sind nur 15 Prozent der
Bundesbürger der persönlichen Überzeugung, dass Frauen vorwiegend für die
Kindererziehung verantwortlich sein sollten. Zugleich meinen 44 Prozent, dass
diese in Deutschland tatsächlich überwiegend Frauensache ist. Ähnlich groß ist
die Lücke bei der Hausarbeit (persönliche Überzeugung: 10 %, gesellschaftliche
Erwartung: 44 %).
Beim Einkommen sehen 75 Prozent der Deutschen die Verantwortung bei beiden
Geschlechtern. Mit Blick auf die Gesellschaft fällt das Urteil jedoch anders
aus: Nur 42 Prozent glauben, dass in diesem Bereich von Frauen und Männern
gleich viel erwartet wird. Fast die Hälfte (46 %) vermutet, dass in Deutschland
eher die Männer für das Geldverdienen verantwortlich gemacht werden.
Frauen profitieren, wenn Männer Rollenklischees aufgeben
Profitieren Frauen, wenn Männer sich an traditionelle männliche Rollenbilder
halten? Nur jeder Zehnte in Deutschland (10 %) glaubt das - der niedrigste Wert
unter allen 29 untersuchten Ländern. Am häufigsten vertreten ist die Ansicht,
dass Frauen am meisten profitieren, wenn Männer sich nicht an traditionelle
männliche Rollen halten (36 %). Halten sich hingegen Frauen an traditionelle
weibliche Rollen, meint knapp ein Viertel der Deutschen (24 %), dass davon vor
allem Männer profitieren.
Rolle rückwärts im Wertesystem: ein globaler Blick auf die Männer der Gen Z
Über alle 29 Länder hinweg vertreten Männer der Generation Z unter allen
befragten Personengruppen die traditionellsten Auffassungen zur
Rollenverteilung. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend im Vergleich zu
Männern der Boomer-Generation.
- 61 Prozent der Gen-Z-Männer finden, dass in Sachen Gleichstellung im eigenen
Land schon genug getan wurde. Bei den männlichen Babyboomern sind es 49
Prozent.
- Die Gleichstellung von Frauen wurde so weit gefördert, dass nun Männer
diskriminiert werden - dieser Ansicht stimmen 57 Prozent der Gen-Z-Männer zu,
aber nur 42 Prozent der männlichen Boomer zu.
- Dass Männern zu viel abverlangt wird, um die Gleichstellung von Frauen zu
unterstützen, meinen 59 Prozent der Gen-Z- und 45 Prozent der Boomer-Männer.
- Fast jeder dritte Gen-Z-Mann (31 %) ist der Meinung, eine Ehefrau sollte ihrem
Ehemann immer gehorchen (Gen-Z-Frauen: 18 %). Bei den männlichen Babyboomern
sind es nur 13 Prozent (Boomer-Frauen: 6 %).
- Sorgt es für Probleme, wenn eine Ehefrau mehr verdient als ihr Mann? 29
Prozent der Gen-Z-Männer sagen Ja - bei den Boomer-Männern sind es 18 Prozent.
- Ein Viertel der Gen-Z-Männer (24 %) lehnt zu unabhängig oder selbstständig
auftretende Frauen ab - zugleich finden 41 Prozent Frauen mit erfolgreicher
Karriere attraktiver. Bei Boomer-Männern liegen beide Werte deutlich niedriger
(12 % bzw. 27 %).
- Jeder fünfte Gen-Z-Mann (21 %) glaubt, dass Männer, die sich an der
Kinderbetreuung beteiligen, als weniger maskulin gelten - unter Boomer-Männern
teilen diese Ansicht nur 8 Prozent. Gleichzeitig finden 58 Prozent der
Gen-Z-Frauen Männer attraktiver, die Betreuungsaufgaben übernehmen.
Methode
Dies sind die Ergebnisse der Studie International Women's Day 2026 , die von
Ipsos auf der Online-Plattform Global Advisor in 29 Ländern durchgeführt wurde.
Für die Online-Umfrage wurden zwischen dem 24. Dezember 2025 und dem 9. Januar
2026 insgesamt 23.268 Personen befragt. In Deutschland waren die Befragten
zwischen 16 und 74 Jahre alt, die Stichprobe umfasste rund 1.000 Personen.
Zu den 29 befragten Ländern gehören neben Deutschland: Argentinien, Australien,
Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien,
Irland, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru,
Polen, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Türkei,
Ungarn, USA.
In 16 der 29 befragten Länder ist die Internetdurchdringung ausreichend hoch, um
die Stichproben als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der untersuchten
Altersgruppen anzusehen - darunter auch Deutschland. Die Daten wurden so
gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Landes das demografische
Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den jüngsten Volkszählungsdaten
bestmöglich widerspiegelt.
Über Ipsos
Ipsos ist eines der größten Markt- und Sozialforschungsunternehmen der Welt mit
etwa 20.000 Mitarbeitenden und starker Präsenz in 90 Ländern. 1975 in Paris
gegründet, wird die Ipsos-Gruppe bis heute von Forscher:innen geführt. In
Deutschland ist Ipsos mit über 500 Mitarbeitenden an fünf Standorten präsent:
Hamburg, Nürnberg, München, Frankfurt und Berlin.
Die Expert:innen in Forschung und Analyse verfügen über das breite Know-how von
Multi-Spezialist:innen, das tiefe Insights in Handlungen, Meinungen und
Motivationen erlaubt und so ein wahres Verständnis von Gesellschaft, Märkten und
Menschen vermittelt. Ipsos hat die große Bandbreite von Lösungsansätzen in 12
Forschungsbereichen zusammengefasst und unterstützt damit über 5.000 Kunden
weltweit.
Ipsos SA ist seit 1999 an der Euronext in Paris notiert. Das Unternehmen ist
Teil des SBF 120 und des Mid-60 Index und hat Anspruch auf den Deferred
Settlement Service (SRD). ISIN code FR0000073298, Reuters ISOS.PA, Bloomberg
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