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Berlin (ots) - Die Ostermärsche waren lange das Aushängeschild der
Friedensbewegung. Heute plätschern sie nur noch dahin und haben an Kraft
verloren. Mit dem Ukraine-Krieg gab es Streit über die Frage, wie man es mit
Russland hält und ob die Ukraine unterstützt werden soll. Die Grünen entfernten
sich immer mehr von ihren pazifistischen Wurzeln - fast schien es, als wollten
sie sich einen olivgrünen Anstrich verpassen. Friedensbewegte schafften es
zuletzt immer weniger, gehört zu werden. Debatten um Krieg und Frieden laufen
mittlerweile ohne sie, obwohl die Zeiten immer konfliktreicher werden.
Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Protestformen an Bedeutung. Vor allem
Jugendliche setzen Akzente. Als im Dezember das neue Wehrdienstgesetz
beschlossen wurde, streikten Tausende Schüler*innen. Ein Vierteljahr später
blieben nun erneut mehr als 50.000 dem Unterricht fern und protestierten. Sie
fürchten, dass aus der Freiwilligkeit bald wieder eine Wehrpflicht werden
könnte. Zudem bemängeln viele, dass das Gesetz über ihre Köpfe hinweg
verabschiedet wurde, obwohl sie davon unmittelbar betroffen sind.
Ein Teil der Protestierenden verbindet diese Einwände mit grundsätzlichen Fragen
der Sicherheits- und Friedenspolitik. Sie wenden sich gegen eine weitere
militärische Aufrüstung, weil sie nicht an einen Frieden durch Abschreckung
glauben. Stattdessen betonen sie die Bedeutung diplomatischer Konfliktlösungen.
Damit knüpfen ihre Argumente an Positionen der traditionellen Friedensbewegung
an - und verschaffen ihnen wieder mehr Gehör.
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