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Köln (ots) - Köln. Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann, die in den
vergangenen Jahren in der selbstverwalteten kurdischen Region Rojava im Norden
Syriens gelebt haben soll, gilt als vermisst. Ihrer Familie zufolge soll die
37-Jährige am 18. Januar in der Stadt Raqqa gemeinsam mit dem türkischen
Journalisten Ahmed Polad von Kräften der syrischen Übergangsregierung des
Präsidenten Ahmed al-Scharaa festgenommen und in einem Auto abtransportiert
worden sein. "Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihr. Wir sind in großer
Sorge", sagte ihr Bruder Antonius Michelmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger"
(Samstagausgabe). Nach Angaben des Auswärtigen Amtes bemühe sich die deutsche
Botschaft in Beirut um Aufklärung.
Laut syrischer Journalistenvereinigung Vereinigung für freie Presse (VRA)
arbeitete Michelmann für verschiedene kurdische Medien, darunter die Agentur
ETHA und Özgür TV. Ihr Bruder sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", Eva Maria
Michelmann habe sich "immer schon für Menschen eingesetzt, denen es schlecht
ging. Bei Sozialberatungen oder der Flüchtlingssolidarität, in Kölner
Jugendheimen, für Frauen mit gewalttätigen Männern". In den vergangenen Jahren
habe sie sich für die verfolgten Kurden im Norden Syriens engagiert.
Sollte sich bewahrheiten, dass die 37-Jährige, die in Köln Soziale Arbeit
studiert hat, von den Truppen von Präsident Ahmed al-Scharaa verschleppt worden
ist, so würde das die diplomatischen Beziehungen Deutschlands zu Syrien infrage
stellen: Nach dem Sturz des Assad-Regimes baut Deutschland nach Angaben des
Auswärtigen Amtes "die volle Bandbreite seiner kulturellen und
zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu Syrien aus".
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