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Berlin (ots) -
- DUH-Praxistests in Berlin und Brandenburg ergeben: Zwei Drittel der getesteten
Schrotthändler würden Boiler und Warmwasserspeicher unerlaubterweise zur
Entsorgung annehmen
- Falsche Entsorgung von Boilern und Warmwasserspeichern verursacht jährliche
Treibhausgasemissionen in Deutschland von bis zu 2,7 Millionen Tonnen CO2
- DUH fordert Vollzugsbehörden der Bundesländer zu Kontrollen und einer harten
Sanktionierung von Verstößen auf
Viele Schrotthändler nehmen illegal Boiler und Warmwasserspeicher mit hochgradig
klimaschädlichen Inhaltsstoffen zur Entsorgung an. Dies belegen
stichprobenartige Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bei insgesamt 12
Schrotthändlern in Berlin und Brandenburg. Zwei Drittel der Betriebe wollten
entsprechende Altgeräte für eine Entsorgung annehmen, obwohl sie dazu nicht
befugt sind - teilweise sogar gegen Auszahlung eines Erlöses. Die DUH fordert
die zuständigen Landesvollzugsbehörden auf, mit Kontrollen und spürbaren
Sanktionen die illegalen und klimaschädlichen Entsorgungspraktiken zu stoppen.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Die Praktiken vieler
Schrotthändler beim Umgang mit Boilern und Warmwasserspeichern in Berlin und
Brandenburg sind nachweisbar illegal und die Behörden schauen weg. Sie haben es
auf die Metalle abgesehen, welche Erlöse einbringen, ohne für eine ausreichende
Abtrennung klimaschädlicher FCKW aus der Isolierung zu sorgen. Wir fordern die
zuständigen Landesbehörden auf, endlich Kontrollen durchzuführen und die
illegale Entsorgungspraxis zu beenden. Bei festgestellten Verstößen muss mit
hohen Geldstrafen hart durchgegriffen werden."
Boiler und Warmwasserspeicher mit Isolationsmaterialien müssen in
spezialisierten Recyclinganlagen entsorgt werden, wo enthaltene klimaschädliche
Substanzen wie FCKW unschädlich gemacht werden können. Bisher kommen
entsprechende Altgeräte aber in diesen Anlagen nur in Kleinstmengen an. Die
falsche Entsorgung von Boilern und Warmwasserspeichern verursacht jährliche
Treibhausgasemissionen in Deutschland von bis zu 2,7 Millionen Tonnen CO2.
Thomas Fischer, DUH-Leiter der Kreislaufwirtschaft: "Unsere Tests offenbaren
massive Mängel bei den Vollzugsstrukturen in Berlin und Brandenburg. Teilweise
werben Schrotthändler öffentlich im Internet mit der Annahme von
Elektroaltgeräten, obwohl sie rechtlich zur Annahme überhaupt nicht befugt sind.
Die Lage in den anderen Bundesländern schätzen wir nach Brancheninformationen
ähnlich ein. Diese illegalen Praktiken könnten mit Internetrecherchen und
unangekündigten Vor-Ort-Kontrollen durch die Überwachungsbehörden der
Bundesländer schnell aufgedeckt und gestoppt werden."
Links:
- Ergebnisbericht der DUH-Tests zur Entsorgung von Boilern und
Warmwasserspeichern: https://l.duh.de/praxisberichtboiler
- Mehr Informationen:
https://www.duh.de/informieren/ressourcen-und-abfall/kuehlgeraete/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, mailto:metz@duh.de
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
0151 18256692, mailto:fischer@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6231250
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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