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Hamburg (ots) - Der aktuelle Preisschock zeigt: Erdgas bleibt auch beim Strom
ein Kostenrisiko - neue Gaskraftwerke verteuern die Energiewende, erneuerbare
Back-ups sind günstiger.
Die von der Bundesregierung geplanten neuen Gaskraftwerke sind eine der
teuersten Optionen für die Versorgungssicherheit. Das zeigt eine neue Studie des
Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Green Planet
Energy. Entgegen der Darstellung als kostengünstiges Back-up ist Erdgas
politisch hochriskant und Klimaschäden bleiben in den Kostenrechnungen außen
vor.
Großteil der Kosten wird auf Allgemeinheit und künftige Generationen abgewälzt
Die Studie beziffert die gesamtgesellschaftlichen Kosten eines neuen
Gaskraftwerks auf bis zu 67 Cent pro Kilowattstunde. Die reinen
Stromgestehungskosten betragen je nach CO2-Preis zwischen 23 und 28 Cent/kWh.
Zum Vergleich: Strom aus neuen Wind- und Solaranlagen liegt dagegen bei unter 10
Cent/kWh. Zusätzlich verursacht Strom aus Erdgas erhebliche gesellschaftliche
Kosten - von Klimaschäden durch CO2- und Methanemissionen über staatliche
Subventionen bis hin zu Krisenkosten und langfristigen Abhängigkeiten von
fossilen Importen. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit und künftige
Generationen getragen.
Fossile Abhängigkeit bleibt Sicherheits- und Kostenrisiko
Die durch den Krieg im Iran ausgelösten Preissteigerungen bei Öl und Gas belegen
erneut, wie schnell Gas zum Kostenrisiko wird - auch im Stromsektor.
Energiekrisen wie 2022 lassen die reinen Stromgestehungskosten von Erdgas laut
Studie auf bis zu 53 Cent/kWh ansteigen, die zusätzlichen Klimaschäden noch
nicht einkalkuliert.
"Neue Gaskraftwerke rechnen sich nur mit Milliarden-Subventionen, die am Ende
die Stromkund:innen zahlen, und mit Klimakosten, die künftige Generationen
tragen müssen", erklärt Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy.
Allein für die im ersten Schritt geplanten 10 GW an Gaskraftwerken rechnet das
FÖS mit Förderkosten von rund 6,6 Milliarden Euro.
"Dazu kommt: Schon heute wird Erdgas in Deutschland umfangreich staatlich
subventioniert, von milliardenschweren Zuschüssen für Gasspeicher und
LNG-Terminals bis zur Steuerbefreiung bei der Stromerzeugung. Diese Förderung
senkt künstlich die Kosten von Gasstrom und verzerrt den Wettbewerb zulasten
erneuerbarer Alternativen", so Florian Zerzawy, Hauptautor der Studie und Leiter
Energiepolitik beim FÖS.
Erdgas teilweise klimaschädlicher als Kohleverstromung
Zudem wird die Klimaschädlichkeit von Erdgas systematisch unterschätzt. Über die
Gesamtlaufzeit verursacht jedes neue Kraftwerk bis zu 8,4 Millionen Tonnen CO2
sowie Klimaschäden von bis zu 7 Milliarden Euro, die nicht über den CO2-Preis
abgedeckt sind. Da Deutschland Erdgas zu 95 Prozent importiert, entstehen große
Teile der klimaschädlichen Methanemissionen im Ausland und tauchen nicht in der
deutschen Bilanz auf. Je nach Herkunft und Transportweg ist Erdgas sogar
klimaschädlicher als Kohle.
Erneuerbare Back-up-Lösungen günstiger und klimaverträglich
Die Studie macht deutlich, dass Speicher, Bioenergie und grüner Wasserstoff die
Versorgung zu ähnlichen oder sogar geringeren Kosten als Erdgas sichern können,
und das bei geringerem Förderbedarf und im Einklang mit den Klimazielen.
"Die Bundesregierung setzt einseitig auf Erdgas als Back-up. Dabei lässt sich
Versorgungssicherheit auch mit erneuerbaren Alternativen erreichen: Speicher,
Bioenergie und grüner Wasserstoff sind ähnlich teuer oder sogar günstiger - und
nicht den geopolitischen Preissprüngen ausgesetzt, die Öl und Gas immer wieder
verteuern", betont Tangermann.
Green Planet Energy fordert daher eine energiepolitische Kurskorrektur:
technologieoffene Ausschreibungen anstelle einer Vorfestlegung auf neue
Gaskraftwerke, verlässliche Investitionsbedingungen für Erneuerbare Energien
sowie den konsequenten Ausbau von Netzen und Flexibilität. "Die Energiewende ist
nicht das Problem, sondern die Antwort: Sie schützt vor Energie- und Preiskrisen
und macht uns unabhängiger von fossilen Importen", so Tangermann abschließend.
Download
- Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft: Teure Option für die
Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas (Studie) (https://
green-planet-energy.de/fileadmin/docs/publikationen/Studien/2026-03-05_FOES-Stud
ie_Green_Planet_Energy_Kosten_Erdgas.pdf)
- Factsheet: Neue Gaskraftwerke kosten bis zu 67 Cent je Kilowattstunde
(Zusammenfassung der Studienergebnisse) (https://green-planet-energy.de/fileadmi
n/docs/publikationen/Studien/Green_Planet_Energy_Factsheet_Kosten_von_Erdgas.pdf
)
Über uns: Die Energiegenossenschaft Green Planet Energy eG , 1999 von Greenpeace
gegründet, gehört ihren mehr als 50.000 Mitgliedern und versorgt rund 200.000
Haushalte und Geschäftskund:innen mit innovativen Ökostrom- und Gasprodukten.
Dabei setzt Green Planet Energy auf Stromerzeugung aus 100 Prozent erneuerbaren
Energien: Die Genossenschaft betreibt Wind- und Solarparks sowie Elektrolyseure
zur Produktion von grünem Wasserstoff (Windgas) und bezieht Strom ausschließlich
aus Direktlieferverträgen - garantiert ohne Kohle- oder Atomstrom. Green Planet
Energy unterstützt Kund:innen, Unternehmen und Kommunen bei ihrer Energiewende -
von der eigenen Wärmepumpe über PV-Anlagen und Mieterstromprojekte bis hin zur
kommunalen Wärmeplanung. Als nicht profitmaximierende Genossenschaft engagiert
sich Green Planet Energy auch politisch für eine sozial gerechte Energiewende.
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