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Bad Homburg (ots) - Adipositas ist heute medizinisch so effektiv behandelbar wie
nie zuvor - dennoch erreicht dieser Fortschritt viele Betroffene in der
täglichen Praxis nicht. Das zeigen aktuell veröffentlichte Umfragen von Civey
und DocCheck im Auftrag von Lilly Deutschland: Während das therapeutische
Potenzial wächst, verhindern Kommunikationshürden und fehlende Strukturen den
nachhaltigen Erfolg. Ziel ist es nun, diese Versorgungslücken durch einen
stigmafreien Dialog und verlässliche Rahmenbedingungen zu schließen.
Deutschland steht in der Adipositas-Versorgung vor einem entscheidenden Schritt.
Während die moderne Medizin wirksame Therapieoptionen bereithält, offenbaren
aktuelle Umfragen¹ ² eine deutliche Diskrepanz zwischen verfügbaren
Möglichkeiten und der gelebten Praxis. Es zeigt sich, dass der Therapieerfolg
allzu oft nicht an mangelndem Willen der Betroffenen oder fehlenden
Behandlungsmöglichkeiten scheitert, sondern an Stigma, Kostenbarrieren und dem
Fehlen strukturierter Angebote.
Hürden abbauen: Für eine Behandlung auf Augenhöhe
Die Civey-Umfrage verdeutlicht unter Menschen mit Adipositas eine erhebliche
Resignation: 43 % der Betroffenen, die noch nicht wegen ihrer Adipositas
behandelt wurden, sehen derzeit auch "keinen Grund für einen Arzttermin".
Ausschlaggebende Gründe sind Hoffnungslosigkeit (24 %) und die Sorge, mit ihrem
Anliegen nicht ernst genommen zu werden (16 %). Besonders Frauen erleben die
Kommunikation oft als Hürde - fast jede vierte befragte Patientin nimmt
Gespräche in der Praxis als verletzend oder stigmatisierend wahr.
Um die Versorgung für Menschen mit Adipositas zu verbessern, stehen drei
zentrale Handlungsfelder im Fokus:
- Stigmafreie Begegnung fördern: Eine vorurteilsfreie Atmosphäre in der
ärztlichen Betreuung ist die Grundvoraussetzung, um Ängste abzubauen und
Betroffenen den Weg zurück in eine professionelle Behandlung zu ebnen. Eine
respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe muss dabei zum Standard werden.
- Umfassende Aufklärung sicherstellen: Informationen durch die Behandlungsteams
müssen über reine Lebensstilratschläge hinausgehen. 37 % der befragten
Menschen mit Adipositas wünschen sich explizit Aufklärung über das gesamte
Spektrum moderner Therapien, um gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal
fundierte Therapieentscheidungen treffen zu können. Derzeit erhalten jedoch
zwei Drittel der Betroffenen lediglich Empfehlungen zu Bewegung und Sport.
- Verlässliche Versorgungsstrukturen etablieren: Patient:innen benötigen einen
dauerhaften, niedrigschwelligen Zugang zu kompetenter Betreuung und
langfristiger Begleitung. Verbindliche Standards wie ein
Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas müssen etabliert werden, um eine
bedarfsgerechte Versorgung zu garantieren.
Ärztliche Perspektive: Dialogpotenziale nutzen
Ein Hindernis in der Versorgung sind oft unterschiedliche Wahrnehmungen der
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Während 61 % der Ärzt:innen die Kosten für
die Patient:innen als Hürde für eine medikamentöse Therapie sehen, bewerten die
Betroffenen selbst diesen Punkt mit 36 % deutlich seltener als entscheidendes
Hindernis. Moderne Therapieoptionen werden meist erst auf explizite Nachfrage
der Patient:innen (81 %) angeboten. Auch auf der Kommunikationsebene gibt es
Klärungsbedarf: Resignation und Rückzug aus Sorge vor Stigmatisierung seitens
der Betroffenen kann auf ärztlicher Seite fälschlicherweise als mangelnde
Motivation (27 %) interpretiert werden. Diese wechselseitigen Barrieren gilt es
durch einen offenen, wertschätzenden Dialog zu durchbrechen.
Systemische Gleichstellung: Handlungsbedarf in der Politik
Damit medizinischer Fortschritt alle erreicht, müssen auch die politischen
Rahmenbedingungen angepasst werden. Dazu gehört:
- Aufhebung der Lifestyle-Klausel: Die Diskriminierung von
Adipositas-Betroffenen durch den § 34 SGB V muss enden. Die Erstattung
notwendiger Therapien darf nicht länger vom privaten Budget abhängen, sondern
muss sich am medizinischen Bedarf orientieren.
- Prävention von Folgekosten: Der Zugang zu evidenzbasierten Therapien ist eine
Investition in die Stabilität des Gesundheitssystems. Die Übernahme von
Therapiekosten verhindert teure Spätfolgen und sichert eine nachhaltige
Versorgungsgerechtigkeit.
- DMP Adipositas als Standard: Um die aktuelle Behandlungsträgheit (Clinical
Inertia) zu durchbrechen, ist die flächendeckende Einführung strukturierter
Behandlungsprogramme Voraussetzung. Nur so wird eine leitliniengerechte und
nachhaltige Versorgung garantiert.
Weitere Informationen zu Adipositas: https://de.lilly.com/meinwegmitadipositas
¹ Umfrage durchgeführt von Civey im Auftrag von Lilly Deutschland: 4500 befragte
Bundesdeutsche ab 18 Jahren mit Adipositas (BMI >30); 1.500 Personen (BMI >30),
die aufgrund ihres Gewichts keinen Arzt aufgesucht haben, 1000 Personen (BMI
>30) mit Arztbesuch, 1000 Personen (BMI >30). Befragungszeitraum Zeitraum
07.11.25 bis 05.12.25
² Basis: n=100 ndgl. Hausärzt*innen; Feldzeit: 07.11.-21.11.2025; Institut:
DocCheck Insights
CMAT-14091 Februar 2026
Über Lilly
Lilly verbindet Fürsorge mit Forschergeist, um Medikamente zu entwickeln, die
das Leben von Menschen verbessern. Seit fast 150 Jahren leisten wir
Pionierarbeit, erzielen wissenschaftliche Durchbrüche und haben Therapieoptionen
für einige der schwierigsten Gesundheitsprobleme gefunden. Heute helfen unsere
Medikamente Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.
Mit Erkenntnissen aus den Bereichen Biotechnologie, Chemie und Genetik treiben
unsere Wissenschaftler:innen neue Entdeckungen voran, um einige der größten
gesundheitlichen Herausforderungen der Welt zu lösen. So arbeiten sie daran, die
Behandlung von Diabetes immer weiter zu optimieren, Adipositas zu behandeln und
deren gravierende Langzeitfolgen einzudämmen, den Kampf gegen die
Alzheimer-Krankheit voranzubringen, Lösungen für folgenschwere Störungen des
Immunsystems zu finden und schwer zu behandelnde Krebsarten in beherrschbare
Krankheiten zu verwandeln.
Bei jedem Schritt auf dem Weg zu einer gesünderen Welt geht es uns vor allem um
eines: das Leben von Millionen Menschen zu verbessern. Das bedeutet auch, dass
wir klinische Studien durchführen, die die Vielfalt unserer Welt abbilden. Und
wir setzen uns dafür ein, dass unsere Medikamente weltweit zugänglich und
bezahlbar sind.
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