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Berlin (ots) - Datenreport des TÜV-Verbands: Konstante Nachfrage nach
Führerscheinen für Lkw und Busse. Durchfallquoten bleiben stabil und liegen
deutlich unter den Pkw-Quoten.
Die Zahl der Fahrerlaubnisprüfungen für Berufskraftfahrer:innen in den Klassen C
für Lkw und D für Busse hat im Jahr 2025 neue Höchstwerte erreicht. Das zeigt
eine Auswertung des TÜV-Verbands auf Basis von Erhebungen der "TÜV | DEKRA arge
tp 21". In den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) wurden insgesamt 123.414 theoretische
und 123.746 praktische Fahrerlaubnisprüfungen abgelegt. Das entspricht einem
Plus von rund 3.500 Theorie- (3 Prozent) und rund 4.700 Praxisprüfungen (4
Prozent) gegenüber 2024.
Auch im Busverkehr blieben die Prüfungszahlen im Jahr 2025 auf einem hohen
Niveau. In den Bus-Klassen ( D1/D1E/D/DE) wurden bundesweit 15.518 theoretische
Prüfungen durchgeführt - ein Rückgang um etwa 250 Prüfungen im Vergleich zum
Vorjahr (minus 1,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der praktischen
Prüfungen auf 20.688. Das sind rund 2.000 Prüfungen mehr als im Jahr 2024 (plus
11 Prozent). "Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer sind für Wirtschaft
und Daseinsvorsorge unverzichtbar, im Nahverkehr ebenso wie in der Logistik",
sagt Fani Zaneta, Referentin Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit
beim TÜV-Verband. "Die hohen Prüfungszahlen zeigen ein anhaltendes Interesse an
diesem Berufsweg. Gerade der Zuwachs bei den Bus-Prüfungen ist ein gutes Signal
für den ÖPNV."
Hohe Bestehensquoten bei Berufskraftfahrer:innen
Berufskraftfahrer:innen sind in den Fahrerlaubnisprüfungen erfolgreicher als
Fahrschüler:innen der Pkw-Klasse und das, obwohl der Prüfungsumfang höher ist.
In der Klasse B liegt die Nichtbestehensquote bei 44 Prozent in der Theorie und
bei 37 Prozent in der Praxis. In den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) liegt die
Nichtbestehensquote bei 14 Prozent in der Theorie und bei 15 Prozent in der
Praxis. Entsprechend bestehen sechs von sieben Fahrschüler:innen die
Theorieprüfung (86 Prozent) und die praktische Prüfung (85 Prozent). Im
Vergleich zu 2024 (jeweils 15 Prozent) sinkt die Theorie-Nichtbestehensquote um
einen Prozentpunkt, während die Praxisquote unverändert bleibt. Die
Nichtbestehensquoten sind seit zehn Jahren weitestgehend stabil. Im Jahr 2016
scheiterten 16 Prozent in der Theorieprüfung für den Lkw-Führerschein und 13
Prozent in der praktischen Prüfung.
Bus-Fahrschüler:innen schneiden in Prüfungen gut ab
Auch die Bus-Fahrschüler:innen schneiden in den Prüfungen besser ab als
Prüflinge in Klasse B. Im Jahr 2025 haben 83 Prozent die Theorieprüfung und 76
Prozent die praktische Prüfung für die Bus-Führerschein bestanden, 17 Prozent
scheiterten in der Theorie und 24 Prozent in der Praxis. Gegenüber 2024 hat sich
die Theorie-Nichtbestehensquote um zwei Prozentpunkte verbessert (2024: 19
Prozent), während die Nichtbestehensquote in der praktischen Prüfung um zwei
Prozentpunkte schlechter geworden ist (2024: 22 Prozent). In der längerfristigen
Betrachtung zeigt sich insgesamt eine leichte Verschlechterung: Im Jahr 2016
haben 16 Prozent die Theorieprüfung für den Bus-Führerschein und 15 Prozent die
praktische Prüfung nicht bestanden. "Wer Busse und schwere Lkw fährt, trägt eine
besondere Verantwortung für die Sicherheit von Fahrgästen und anderen
Verkehrsteilnehmenden", sagt Zaneta. "Wer solche Fahrzeuge führt, muss Regeln
beherrschen und in der Praxis sicher fahren. Die hohen Bestehensquoten zeigen,
wie professionell sich viele Bewerberinnen und Bewerber auf die Prüfungen und
ihren Berufseinstieg vorbereiten und, dass sie ihre Verantwortung für die
Verkehrssicherheit ernst nehmen."
Nachfrage nach Führerscheinen für Bus und Lkw: Langzeittrend ist positiv
Seit 2016 stieg die Zahl der Prüfungen in den Lkw-Klassen (C1/C1E/C/CE) um 30
Prozent (Theorie) und 35 Prozent (Praxis). Auch bei den Bus-Klassen
(D1/D1E/D/DE) liegen die Werte aus dem Jahr 2025 deutlich über dem Niveau von
2016: Die Zahl der Prüfungen stieg in zehn Jahren um 44 Prozent in der Theorie
und um 47 Prozent in der Praxis. Seit dem Jahr 2021 ist die Entwicklung in den
Bus-Klassen besonders dynamisch: die Theorieprüfungen nahmen um 70 Prozent zu
und die praktischen Prüfungen um 75 Prozent. "Die steigenden Prüfungszahlen sind
ein gutes Signal: Mehr qualifiziertes Fahrpersonal ist eine Grundvoraussetzung,
damit der Nahverkehr ausgebaut und die Ziele der Verkehrswende erreicht werden
können", sagt Zaneta.
In der Zehnjahresbetrachtung zeige sich ein klarer Aufwärtstrend, allerdings
reiche das nicht aus, um die Fachkräftelücke zu schließen. Nach Angaben des
Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen aktuell
etwa 100.000 Berufskraftfahrer:innen. Auch in der Personenbeförderung fehlen
Fachkräfte. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beziffert den
Engpass aktuell auf rund 20.000 Busfahrer:innen; bis 2030 wird ein zusätzlicher
Fehlbedarf von rund 50.000 bis 60.000 Personen erwartet.
Fachkräftesicherung und Reform der Fahrausbildung
Für eine nachhaltige Fachkräftesicherung müssen Maßnahmen zusammen gedacht
werden: das Berufsbild stärken, den Zugang in die Qualifizierung praxistauglich
gestalten und gleichzeitig die Verkehrssicherheit absichern. "Wir müssen mehr
Menschen für diese Berufe gewinnen und wir müssen sie so qualifizieren, dass sie
die Anforderungen im Alltag sicher beherrschen", sagt Zaneta.
"Fahrerlaubnisprüfungen schaffen dafür einen verlässlichen Sicherheitsstandard,
weil sie Fahrkompetenz und Regelkenntnis verbindlich überprüfen." Das ist
insbesondere mit Blick auf Fahrzeuge mit hohem Gewicht oder vielen Fahrgästen
essenziell.
Die kürzlich bekannt gewordenen Reformvorschläge des Bundesverkehrsministeriums
zur Fahrausbildung greifen ein wichtiges Modernisierungsziel auf: die stärkere
Nutzung digitaler Lernformen. Aus Sicht des TÜV-Verbands ist die Verankerung
digitaler Elemente in der Fahrausbildung überfällig: Online-Theoriekurse zur
Vor- und Nachbereitung des Präsenzunterrichts sowie Fahrsimulatoren können
sinnvoll sein, wenn sie qualitätsgesichert in eine strukturierte Ausbildung
eingebettet sind. Digitalisierung sollte da wirksam werden, wo sie
Qualifizierung und Verfahren besser macht: moderne Lern- und Übungsformate sowie
effizientere Abläufe im Führerscheinprozess - von Antrag und Nachweisen bis zur
Terminsteuerung und Kommunikation zwischen Behörden, Fahrschulen und
Prüfstellen.
Der TÜV-Verband warnt davor die Verkehrssicherheit zugunsten vermeintlicher
Effizienzgewinne aufs Spiel zu setzen: "Die pauschale Absenkung von
Anforderungen - etwa bei der Prüfungsdauer für die Fahrerlaubnisklassen C und D
und den besonderen Ausbildungsfahrten, sind ein Sicherheitsrisiko", sagt Zaneta.
"Busse und Lkw sind Fahrzeuge mit hoher Masse, langen Bremswegen und großen
toten Winkeln, sie führen eine erhebliche kinetische Energie mit entsprechend
gravierenden Folgen im Ernstfall." Die guten Bestehensquoten in Klasse C und D
gäben zudem keinerlei Anlass, die bestehenden Anforderungen abzusenken.
Ausbildung und Prüfung der Klasse C und D dürfen daher nicht auf 'weniger'
getrimmt werden, sondern müssen verlässlich nachweisen, dass Regeln und
Fahrpraxis sicher beherrscht werden.
Eine Präsentation mit der Führerscheinstatistik 2025 für die Klassen C und D
finden Sie hier: http://ots.de/zz5EtL
Methodik-Hinweis: Den Datenreport zu den Fahrerlaubnisprüfungen 2025 erhebt die
TÜV | DEKRA arge tp 21 GmbH zum Stichtag 30.01.2026. Die vom Kraftfahrtbundesamt
(KBA) veröffentlichten Daten zum Fahrerlaubniswesen können im aktuellen Jahr
wegen Nachmeldungen leicht abweichen. Grundlage der Angaben zu fehlenden
Fachkräften sind Daten des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und
Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Die Zahlen sind
abrufbar unter: http://www.vdv.de und http://www.bgl-ev.de
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
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